Alexander Frank Skutch (* 20. Mai 1904 in Baltimore, Maryland; † 12. Mai 2004 in San Isidro de El General, Provinz San José) war ein US-amerikanischer Naturforscher und Ornithologe, der später in Costa Rica lebte.
Sein Vater hieß Robert Frank Skutch (1878–1966), seine Mutter Rachel W. geb. Frank (1880–1974). Im Jahr 1950 heiratete er Pamela Joan geb. Lankester (1920–2001), die Tochter des britischen Immigranten Charles Herbert Lankester (1879–1969), der ebenfalls als ausgezeichneter Naturforscher galt. Die Ehe mit Pamela blieb kinderlos und so adoptieren sie einen misshandelten Jungen namens Edwin, der seinen Vater in jungen Jahren bei seinen Naturerkundigungen begleitete, bevor er schließlich seinen eigenen Weg ging.
Als ältester Sohn wuchs Skutch auf einer Farm in den grünen Hügeln von Maryland auf. Hier entwickelte er seine Leidenschaft für lebende Tiere. Geprägt von der Liebe seines Vaters für Bücher, las er als Student fächerübergreifende Werke über Geschichte, Literatur und Philosophie. Auf der Johns Hopkins University reifte unter dem Einfluss seines Professors für Botanik Duncan Starr Johnson (1867–1937) schließlich sein Entschluss Biologe zu werden. Finanziert von der United Fruit Company begleitete er Johnson an die Küste von Maine sowie nach Jamaika. Auf Jamaika kam er erstmals mit tropischer Natur in Kontakt und verpflichtete sich über die Morphologie von Bananenpflanzen zu promovieren. Seine Dissertationsarbeit aus dem Jahr 1928 trug den Titel The Anatomy of Leaf of Banana, Musa sapientum, L.Var.Hort. Gros Michel.
Schlechte Erfahrungen bei einer Vogelberingungsstation führte seinen Weg zunächst weg vom Feld der Ornithologie. So studierte er zunächst auf den Plantagen der United Fruit Company in Honduras und in Panama weiter an Bananenpflanzen, doch war es hier die Vielfalt an Vögeln, die sein Interesse auf diesem Gebiet wieder erweckte. In seiner ersten ornithologischen Publikation in The Auk aus dem Jahre 1930 beschreibt er den ganzen Entwicklungszyklus vom Nestbau bis zum Federkleid des Graugelb-Todityranns (Todirostrum cinereum finitimum Bangs, 1904). Nach seiner Rückkehr in die USA stellte er beim Sichten von neotropischen Vogelliteratur fest, dass über die Taxonomie von Arten und Unterarten relativ viel bekannt war, aber über ihr Habitat praktisch keine Studien existieren. So entschied er sich die neotropische Avifauna in ihren natürlichen Lebensraum zu beobachten, ohne sie durch sein Verhalten zu stören. Es passte zu seiner Lebensphilosophie des Verstehens und Respekt vor der Schönheit und Harmonie der Natur.
In den folgenden Jahren streifte er durch Zentralamerika, wo er in verschiedenen Farmen und Haziendas, die seine ornithologischen Studien unterstützen, unterkam. Hier gab er den Kindern der Gastgeber Nachhilfe und sammelte später ein beachtliches Herbarium. Auf der Insel Barro Colorado lernte er Frank Michler Chapman kennen, dessen Lebenszyklus Studien seine weitere Karriere beeinflusste. Trotzdem blieb er untypisch für US-amerikanische Ornithologen, da er nie für Museen bzw. staatliche Stellen arbeitete und nie auch nur einen Vogel sammelte. Seit er 1935 in Costa Rica ankam, entwickelte sich das Sammeln von Pflanzen zu sein Beruf. Dieser ermöglichte ihm 1941 die Farm Los Cusingos zu kaufen, wo er den Rest seines Lebens zubrachte. Außerdem finanzierte ihm dieses Einkommen kürzere Reisen in andere neotropische Länder, um dort die hiesige Avifauna zu studieren.
Vieles, was man heute über das Leben von ca. 300 Vogelarten der Neotropen weiß, stammte aus seiner Feder. Alleine sein dreibändiges Werk Life Histories of Central American Birds würde für ein eindrucksvolles Lebenswerk ausreichen, doch folgte 1976 sein Monumentalwerk Parent Birds and their Young. In den späten 1970er bekam er eine Nackenerkrankung, die ihm das Beobachten in freier Natur unmöglich machte. So verlegte er sich aufs Niederschreiben seiner früheren Beobachtungen, wie z. B. in The Life of the Hummingbird oder mehr philosophische Arbeiten wie Life Ascending.
Skutch war Autor von mehr als 200 wissenschaftlichen Artikeln und 20 Vogelbüchern. Außerdem schrieb er 50 Artikel und vier Bücher über Philosophie und drei Autobiografien.
Im Jahr 1997 führten er und seine Frau eine Stiftung ein, die heute den Pamela and Alexander F. Skutch Research Award an Wissenschaftler, die den Lebenszyklus von neotropischen Vögeln erforschen, vergibt.
Im Jahr 1930 wurde er Mitglied der American Ornithologists’ Union (A.O.U.), der im Jahr 1938 der Status gewähltes Mitglied, 1945 der Fellow und 1979 der Honorary Fellow folgte. Für seine zahlreichen Studien zur Entwicklungsbiologie von Vögeln in der tropischen westlichen Hemisphäre wurde ihm 1950 die William-Brewster-Medaille verliehen.
Allan Robert Phillips nannte 1986 im zu Ehren eine Unterart des Rotrückenzaunkönigs Thryothorus rufalbus skutchi, die aber heute meist als Synonym für Thryophilus rufalbus castanonotus geführt wird. Die Gattung Skutchia, die Edwin O’Neill Willis (1935–2015) im Jahr 1965 für den Weißstirn-Ameisenvogel (Phlegopsis borbae Hellmayr, 1907) einführte, ist in der Literatur zumindest umstritten.
Zahlreiche Botaniker wie Ferdinand Albin Pax, Käthe Hoffmann, Conrad Vernon Morton, Albert Charles Smith, William Trelease, Alfred Rehder, Paul Carpenter Standley, Oakes Ames, Emery Clarence Leonard, Caroline Kathryn Allen und Sydney Fay Blake ehrten ihn in Pflanzennamen. So findet man in der Literatur z. B.:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Skutch, Alexander Frank |
| ALTERNATIVNAMEN | Skutch, Alexander F.; Skutch, Alexander |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Ornithologe |
| GEBURTSDATUM | 20. Mai 1904 |
| GEBURTSORT | Baltimore |
| STERBEDATUM | 12. Mai 2004 |
| STERBEORT | San Isidro de El General |