Alfred Daiber

Alfred Daiber (* 9. Juni 1886 in Böblingen; † 27. Juni 1961 in Stuttgart) war ein deutscher Architekt, der zunächst freiberuflich in Stuttgart, von 1936 bis 1942 als Baubeamter in Hamburg und nach 1945 wiederum selbstständig arbeitete.

Leben

Alfred Daiber war Sohn des Fabrikdirektors Fritz Daiber. Von 1904 bis 1909 absolvierte er ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Stuttgart, u. a. bei Theodor Fischer und Paul Bonatz, zwei Vertreter der „Stuttgarter Schule“. Nach Ablegung des Diploms wurde er Leiter des Stadterweiterungsamtes in Neukölln (heute Berlin). Am Ersten Weltkrieg nahm er als Hauptmann teil.

Nach Ende des Krieges machte Daiber sich als Architekt in Stuttgart selbständig. Ab Mitte der 1920er Jahre war er u. a. am Bau der Raitelsbergsiedlung beteiligt und entwarf die Raitelsbergschule. Außerdem zeichnete er für das Verwaltungsgebäude des Württembergischen Revisionsvereins (1928) und das AOK-Haus (1932) verantwortlich – beide geprägt von Vorstellungen des Neuen Bauens. Schließlich erreichte er mit dem Bau der Brenzkirche (1933) einen vorläufigen Höhepunkt seines Schaffens.

Alfred Daiber war bereits zum 1. Februar 1932 in die NSDAP eingetreten (Mitgliedsnummer 886.980) und wurde 1936 zum Leiter des Hochbauamtes in Hamburg ernannt – zuständig für den Entwurf öffentlicher Bauten, insbesondere Kliniken. Während seiner Tätigkeit als Baudirektor in Hamburg entwickelte er mit Carl-Friedrich Fischer ab 1937 den Gedanken, die Elbe durch eine Hochbrücke zu überqueren, den später auch Konstanty Gutschow verfolgte.

Obwohl zuvor Karl Ahrens im Rahmen der planerischen Entwürfe zum Gauforum die Beteiligung aller deutschen Architekten ankündigte, wurden nur Werner March, Konstanty Gutschow, Hans Großmann, Erich zu Putlitz und zuletzt Alfred Daiber aufgefordert, Entwürfe für das in diesem Zusammenhang stehende Gauhochhaus einzureichen.

In den 1950er Jahren war Daiber in Reichenbach bei Oberstdorf ansässig und selbstständig tätig.

Sein älterer Bruder war der Architekt und Maler Hans Daiber (1880–1969).

Bauten und Entwürfe

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Jan Lubitz: Der Architekt Alfred Daiber. In: stuttgarter bauheft (Die Brenzkirche). Band 01. Schaff-Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-944405-31-5, S. 30–31.
  2. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/5720378
  3. ↑ Norbert Baues: Porträt C. F. Fischer. (Memento vom 28. Mai 2008 im Internet Archive) auf den Internetseiten des Hamburgischen Architekturarchivs; abgerufen am 14. Juli 2013.
  4. ↑ Claudia Ingrid Turtenwald: Fritz Höger (1877–1949). Architekt zwischen Stein und Stahl, Glas und Beton. Dissertation, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster 2003, S. 196 ff.
  5. 1 2 Gedächtnisstätte Oberstdorf-Schöllang. denkmalprojekt.org; abgerufen am 22. Juli 2013.
  6. ↑ Der Baumeister, 56. Jahrgang 1959, S. 126 (Erwähnung von „Architekt BDA Baudirektor a. D. Alfred Daiber, Reichenbach / Allg.“ als Fachpreisrichter ein einem Wettbewerb)
  7. ↑ Weimarer Republik – Zwischen Tradition und Moderne 1922–1935; [9] Raitelsberg. (Memento vom 8. März 2015 im Internet Archive) In: archimedium.de, abgerufen am 22. Juli 2013.
  8. ↑ Grundsteinlegung. Evangelische Steigkirchengemeinde Stuttgart-Bad Cannstatt, abgerufen am 12. April 2023.
  9. ↑ Mitteilungen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 8, 1928, S. 125 (zlb.de – Wettbewerbe).
  10. ↑ Liste der Kulturdenkmale Stuttgart-West
  11. ↑ Mitteilungen. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 39, 1928, S. 638 (zlb.de).
  12. ↑ Entwurf Alfred Daiber und Max Jacobshagen, Stuttgart. In: Zeitschrift für Bauwesen. Nr. 6, 1929, S. 151 (zlb.de).
  13. ↑ Adolf Schahl: Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises. München / Berlin 1983, S. 1499.
  14. ↑ Evangelische Brenzkirche. kirchbau.de; abgerufen am 22. Juli 2013.
  15. ↑ Pläne und Akten zum geplanten Bau der Feuerwehrschule im Stadtarchiv Plochingen, Bestand Böhringer A 639 Feuerwehrschule beim Stumpenhof.
Personendaten
NAME Daiber, Alfred
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt und Baubeamter
GEBURTSDATUM 9. Juni 1886
GEBURTSORT Böblingen
STERBEDATUM 27. Juni 1961
STERBEORT Stuttgart