Alfred Will

Briefmarke von 1948, Entwurf: Alfred Will

Alfred (Ali) Will (* 1906 in Straßburg, Elsass; † 1982 in Köln) war ein deutscher Grafiker und Kunstprofessor.

Vita

Will ging nach München an die Kunstakademie, wechselte dann aber an die Kunstgewerbeschule zu Richard Riemerschmid, der für eine progressive, am Deutschen Werkbund orientierte, umfassende Kunstausbildung bekannt war ... während an der Akademie überwiegend (Zitat:) „Kopf – Akt – Landschaft – Landschaft – Akt – Kopf“ geübt wurde. Außerdem studierte er in Berlin bei Emil Orlik und Carl Mickelait (1870–1945) an den Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst.

Im Jahr 1926 wurde Riemerschmid vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer zum Professor und Direktor der Kölner Werkschulen berufen. Riemerschmid holte sich die begabtesten seiner Schüler (u. a. Alfred Will und Joseph Mader) zum Weiterstudium mit nach Köln. 1929 wurde Will sein Meisterschüler. Riemerschmids Nachfolger Karl With förderte Will und berief ihn zum Leiter der „Freien Grafik“. Diese Abteilung baute Will konsequent aus: Er richtete große Werkstätten für druckgrafische Techniken ein (Radierung/Lithographie/Offset/Holz- und Linolschnitt). Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden fast ein Dutzend Künstlerlehrer entlassen, darunter auch Will. Er hielt sich mit Grafik-Aufträgen über Wasser, schuf Buchillustrationen und arbeitete als Zeichner u. a. für Uhu.

Will nahm dann als Soldat der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft wurde er 1946 an die neueröffneten Kölner Werkschulen wieder zum Professor für Freie Grafik berufen. Er wirkte kunstpädagogisch bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1971. Unter seinen Schülern waren z. B. Georg Esser und Jürgen Klauke.

Wohl 1952 ging er in die DDR. Dort arbeitete er in Berlin als freischaffender Künstler. Er schuf als Zeichner eine bedeutende Zahl von Buchillustrationen, vor allem für Abenteuer- und Jugendliteratur. Er war auch als Tierzeichner anerkannt und schuf mehrere Zyklen von Tierbildern.

Will wurde in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen und beteiligte sich in der DDR an Ausstellungen.

Will ging dann wieder nach Köln zurück. Zu den Gründen für seinen Wechsel zwischen den beiden deutschen Staaten fanden sich keine Informationen. Zeitlebens war er aktiver Sozialdemokrat mit "Berufsverbot" zur Nazizeit, unglücklich im katholischen Köln zur Adenauerzeit und dann in der "Zone" enttäuscht von der SED.

1988 gab der Zoologe Siegfried Seifert im Verlag E.A. Seemann das Buch Mit dem Tier auf du und du. 15 zoologische Beiträge mit 82 Tierzeichnungen Wills heraus.

Werke (Auswahl)

Frühe grafische Arbeit

In der DDR auf Ausstellungen gezeigte Bilder Wills

Buchillustrationen

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ SLUB Dresden: Uhu, 10.1934, H.8, August. Abgerufen am 3. Mai 2024 (deutsch).
  2. ↑ (Kölner Dom) von Will, Alfred (1906–1982):: (1928) Signed by Author(s) Kunst / Grafik / Poster | Antiquariat Steffen Völkel GmbH. Abgerufen am 3. Mai 2024.
  3. ↑ https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30122857/df_hauptkatalog_0211315_018
  4. ↑ https://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30123779/df_hauptkatalog_0211351_021
  5. ↑ Alfred Unbekannter Fotograf; Will: Binzer Hochufer. 1958, abgerufen am 3. Mai 2024.
Personendaten
NAME Will, Alfred
ALTERNATIVNAMEN Will, Ali
KURZBESCHREIBUNG deutscher Grafiker und Kunstprofessor
GEBURTSDATUM 1906
GEBURTSORT Straßburg, Elsass
STERBEDATUM 1982
STERBEORT Köln