
Das General Electric J35 (auch Allison J35 und General Electric TG-180) ist ein Turbojet-Triebwerk des US-amerikanischen Herstellers General Electric Company. Das Triebwerk wurde 1947 serienreif und war das erste Strahltriebwerk in den USA, das sowohl über einen axialen Verdichter als auch eine axiale Turbine verfügte. Es wurde ausschließlich für militärische Zwecke verwendet und wurde mit einem Nachbrenner ausgeliefert.
Die General Electric Company entwickelte bis 1946 das ursprünglich als TG-180 bezeichnete Triebwerk zu Serienreife. Im Februar 1946 stellte General Electric das Projekt als Fortschritt für den Treibstoffverbrauch und als Option zur Verbesserung der Flugzeugaerodynamik vor. Der Testpilot Wallace A. Lien führte am 28. Februar 1946 am Muroc Army Air Field (der heutigen Edwards Air Force Base) den ersten Flug mit dem neuen Turbojet J35-GE-7 durch – gleichzeitig auch der Erstflug der XP-84, des Prototyps der F-84. 1951 stellte Allison das Triebwerk J-35-A-23 vor. Dabei handelte es sich um die erste Entwicklungsstufe des völlig neu konstruierten Allison J71.
Das Triebwerk wurde dann ab Anfang 1947 von Allison in Serie gebaut, während sich General Electric dem weiterentwickelten Triebwerk J47 zuwendete.

Am 17. Dezember 1947 folgte der erste Flug des XB-47 Stratojet vom Boeing Field, Seattle zum Moses Lake, Washington mit sechs J35-GE-7 in vier Triebwerksgondeln. Der erste Prototyp 46-065 wurde später auf J47-Triebwerke umgerüstet; der zweite Prototyp 46-066 startete direkt mit diesen deutlich schubstärkeren Triebwerken.
Allison gab im Mai 1955 die Produktionseinstellung der zuletzt gebauten Variante J35-A-35 zum Ende des Sommers 1955 bekannt; bis dahin wurden etwa 14.000 J35 in zahlreichen Varianten und mit schrittweisen Leistungserhöhungen hergestellt.
Nach der Produktionseinstellung gab es verschiedene leistungssteigernde Kits, so dass die Triebwerke bis zum Ende der 1950er-Jahre eingesetzt werden konnten. Der Schub wurde dabei mit „5,600+ lb.“ angegeben.
Die Triebwerke wurden ausschließlich militärisch eingesetzt. Die USAF fasste Reparaturen und Überholungen ab 1949 auf der Tinker Air Force Base in Oklahoma City zusammen. Die anfangs extrem kurze TBO – 1948 bei unter 50 Betriebsstunden – konnte bis 1951 auf 400 Stunden erhöht werden.
Das Triebwerk war als Einstrom-Strahltriebwerk (Turbojet) ausgeführt. Der 11-stufige Axialverdichter folgte konstruktiv den Erkenntnissen des 8-stufigen Verdichters der NACA von Eastman Jacobs und Eugene Wasielewski. Acht horizontale Brennkammern wirkten auf die einstufige Turbine mit 126 Schaufeln. Zwei der Brennkammern waren mit Zündkerzen ausgestattet, untereinander waren die Brennkammern jeweils durch kurze Flansche im vorderen Bereich verbunden.


| Kenngrößen | Daten des TG-180 (1947) | Daten des J35-A-21 (1951) | Daten des J35-A-35A (1953) |
|---|---|---|---|
| Verdichter | elfstufig axial | ||
| Turbine | einstufig axial | ||
| Gewicht (ggf. mit Nachbrenner) | 2.450 lb (ca. 1.110 kg) | 2.635 lb (ca. 1.200 kg) | 2.850 lb (ca. 1.290 kg) |
| Schub ohne Nachbrenner | 3.750 lbf (16,7 kN) | 5.100 lbf (22,7 kN) | 5.600 lbf (24,9 kN) |
| Schub mit Nachbrenner | – | 7.400 lbf (32,9 kN) | |
| max. Drehzahl | 7700 min−1 | 7900 min−1 | 8000 min−1 |
| max. Betriebshöhe | – | – | 50.000 ft (ca. 15.000 m) |