Alois Alfonsus

Alois Alfonsus (* 13. Juli 1871 in Oberdöbling, heute Wien; † 11. Mai 1927 in Milwaukee, Wisconsin) war ein österreichischer Imker, Fachschriftsteller und Lehrer für Bienenzucht. Er unterrichtete an der Österreichischen Imkerschule in Wien, leitete die Redaktion der Fachzeitschrift Bienen-Vater und veröffentlichte mehrere Fachbücher zur Bienenhaltung.

Leben und Wirken

Alfonsus stammte aus einer Familie von Milchmeiern in Oberdöbling. Nach einer späteren biografischen Darstellung wurde er durch den Wiener Imker Oswald Muck an die Bienenzucht herangeführt. Im Jahr 1889 nahm er mit 35 Bienenvölkern an der Wanderimkerei zur Buchweizenblüte bei Deutsch-Wagram teil. Bei einer Prämierung im folgenden Jahr erhielt er den ersten Preis und eine silberne Staatsmedaille.

Ab 1894 veröffentlichte Alfonsus eigene imkerliche Beobachtungen in Fachzeitschriften. Im selben Jahr übernahm er die Herausgabe des von Anton Pfalz gegründeten Imker-Boten aus Oesterreich. Das Titelblatt des sechsten Jahrgangs nennt ihn als Herausgeber und Redakteur. 1895 legte er als einer der ersten die Prüfung zum Bienenzuchtmeister und Wanderlehrer ab; anschließend war er als Wanderlehrer in Österreich tätig.

Von 1900 bis 1922 gehörte Alfonsus dem Lehrkörper der Österreichischen Imkerschule in Wien an. Von 1900 bis 1923 war er Schriftleiter des Bienen-Vaters. Zu seinen größeren Veröffentlichungen zählt das 1905 im Verlag Moritz Perles erschienene Werk Allgemeines Lehrbuch der Bienenzucht, an dem unter anderem Ludwig Arnhart und Paul Beck von Mannagetta mitwirkten. 1922 gab er eine mit Ergänzungen und Erläuterungen versehene Ausgabe von Joseph Michael Freiherr von Ehrenfels’ Die Bienenzucht nach Grundsätzen der Theorie und Erfahrung heraus.

Neben der Bienenzucht war Alfonsus in der Milchwirtschaft tätig. Von 1919 bis 1923 arbeitete er als Regierungsrat im Staatsdienst in den Bereichen Milch- und Bienenzucht. 1923 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, wo er weiterhin Beiträge über die Imkerei veröffentlichte. Er starb 1927 in Milwaukee.

Schriften (Auswahl)

Bearbeitungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Pfarre Döbling: Taufbuch 1870–1873, Signatur 01-07, Bild 93, Matricula Online.
  2. 1 2 Holy Cross Cemetery, Milwaukee, Bestattungsverzeichnis, Eintrag „ALFONSUS, Alois“: gestorben am 11. Mai 1927, beigesetzt am 14. Mai 1927. Online-Verzeichnis.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 Klaus Nowottnick: Zur Erinnerung an einen großen Österreicher der Imkereigeschichte. In: Bienenpflege, 141. Jahrgang, Heft 7/8, 2020, S. 335. Digitalisat.
  4. 1 2 3 Hermann Pechhacker: Die Bienenkunde in Österreich. In: Denisia, Band 8, 2003, S. 15–45, hier S. 36 (Namensform dort: „Alphonsus“). Digitalisat.
  5. ↑ Der Imker-Bote aus Oesterreich. Kalender für das Jahr 1894. 6. Jahrgang, Moritz Perles, Wien 1894, Titelblatt (PDF-Seite 8). Digitalisat.
  6. ↑ Alois Alfonsus: Allgemeines Lehrbuch der Bienenzucht. Moritz Perles, Wien 1905; bibliografischer Datensatz der National Agricultural Library, FAO AGRIS.
  7. 1 2 Joseph Michael Freiherr von Ehrenfels: Die Bienenzucht nach Grundsätzen der Theorie und Erfahrung. 3. Auflage, mit Ergänzungen und Erläuterungen herausgegeben von Alois Alfonsus, Theodor Fischer, Freiburg im Breisgau 1922. Digitalisat der Universitätsbibliothek Freiburg.
  8. ↑ Alois Alfonsus: Die Korb-Bienenzucht in Verbindung mit dem mobilen Aufsatzbetriebe. R. Michaelis, Leipzig 1895, bibliografischer Eintrag und Digitalisat bei Google Books.
  9. ↑ Katalog der Bibliothek des Tschechischen Imkerverbandes, Eintrag zu Alois Alfonsus: Wanderbienenzucht, Braunschweig 1895. PDF-Katalog.
  10. ↑ Alois Alfonsus: Die Bienenweide, ihre Vermehrung und Ausnützung. Eugen Ulmer, Stuttgart 1923. Digitalisat, ZB MED.
Personendaten
NAME Alfonsus, Alois
ALTERNATIVNAMEN Alfonsus, Aloys; Alphonsus, Alois
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Imker, Fachschriftsteller und Lehrer für Bienenzucht
GEBURTSDATUM 13. Juli 1871
GEBURTSORT Oberdöbling
STERBEDATUM 11. Mai 1927
STERBEORT Milwaukee