Alois Pick

Alois Pick, Universität Wien

Alois Pick (geboren 15. Oktober 1859 in Karolinenthal bei Prag, Kaisertum Österreich; gestorben 17. Juli 1945 in Wien) war ein österreichischer Internist. Er entdeckte das Pappataci-Fieber.

Leben

Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof

Pick studierte Medizin in Wien und an der Karls-Universität Prag. An der abgeteilten Karl-Ferdinands-Universität promovierte er 1883 zum Dr. med. und arbeitete bei Philipp Knoll. Danach ging er 1887 als Sanitätsoffizier zur k.u.k. Armee. Er diente zunächst im Prager Garnisonsspital, dann als Garnisonsarzt in Trebinje, Herzegowina. 1886/87 wurde er zu Robert Koch in Berlin, danach für ein Jahr zu Hermann Nothnagel am Allgemeinen Krankenhaus Wien abkommandiert, wo er ein Ambulatorium für Magen- und Darmkranke hielt. 1899 wurde er dem k.u.k. Generalstab zugewiesen. Er leitete die Abteilung für Innere Medizin im Wiener Garnisonsspital I und habilitierte sich 1890 für innere Medizin. 1904 erhielt er den Ehrentitel a.o. Professor.

Im Ersten Weltkrieg zum Generaloberstabsarzt im Range eines Feldmarschallleutnants ernannt, betrieb er maßgeblich den Ausbau des Sanitätswesens der Österreichisch-Ungarischen Streitkräfte. 1918 mit dem Titel o. Professor geehrt, schied er aus dem Sanitätsdienst aus. In der Ersten Republik war er von 1920 bis 1932 Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Er engagierte sich im Fürsorgewesen.

Während der Zeit des Nationalsozialismus überlebte Pick in einem jüdischen Altersheim, wo er im angeschlossenen Krankenhaus Zwangsarbeiter behandelte.

Beigesetzt wurde er auf dem Wiener Zentralfriedhof. Ein Jahr nach seinem Tod wurden seine sterblichen Überreste in ein Ehrengrab der Gemeinde Wien am Zentralfriedhof umgebettet.

Literarische Arbeiten

Er schrieb die Farcen Briefsteller für Liebende und Lord Beefsteak und wurde am Burgtheater aufgeführt.

Publikationen

Literatur

Commons: Alois Pick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 M. Jantsch: Pick, Alois (1859–1945), Internist. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 8, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1983, ISBN 3-7001-0187-2, S. 60.
  2. ↑ ANNO, Neues Österreich, 1945-07-22, Seite 2. Abgerufen am 19. April 2026.
  3. ↑ M. Jantsch, GH. Marcus: Alois PICK, the discoverer of pappataci fever. In: Wien Med Wochenschr., 1961 Nov, 25, 111, S. 801–803; PMID 14037116
  4. 1 2 3 4 Salomon Wininger: Große jüdische National-Biographie, Band 5, S. 28–29
  5. 1 2 Pick, Alois. In: Isidore Singer (Hrsg.): Jewish Encyclopedia. Funk and Wagnalls, New York 1901–1906.
  6. ↑ Burgdorf WH, Hoenig LJ: Take Your Pick. In: JAMA Dermatology. 149 (2013), S. 767.
  7. ↑ Bild von Picks Grab
  8. ↑ ANNO, Neues Österreich, 1946-07-13, Seite 3. Abgerufen am 19. April 2026.
Personendaten
NAME Pick, Alois
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Sanitätsoffizier und Internist
GEBURTSDATUM 15. Oktober 1859
GEBURTSORT Karlín (Prag)
STERBEDATUM 17. Juli 1945
STERBEORT Wien