Alphons Barb

Alphons Augustinus Barb (geboren Alfons Ascher Barb 15. April 1901 in Wien, Österreich-Ungarn; gestorben 13. November 1979 in London) war ein österreichisch-britischer Museumsleiter und Bibliothekar.

Signatur (1966)
Festschrift (1966)

Leben

Alfons Ascher Barb war ein Sohn des Ingenieurs und Militärbeamten Moriz Barb und der Henrietta Schrenzel, er hatte drei Geschwister. Barb besuchte das Hietzinger Gymnasium und absolvierte nach seiner Matura 1918 bis 1922 eine Juwelier- und Goldschmiedelehre. Daneben studierte er ab 1919 klassische Altertumswissenschaften und Orientalistik an der Universität Wien. Er nahm an archäologischen Grabungen von Adolf Mahr teil.

Er wurde 1925 mit der Dissertation „Die kaiserlichen Münzen der Stadt Tarsos in Kilikien“ bei Wilhelm Kubitschek promoviert und arbeitete als unbezahlter Hochschulassistent. Kubitschek vermittelte ihn 1926 an den Weingroßhändler und Kunstsammler Sándor Wolf, der zu der Zeit die Gründung des Landesmuseums Burgenland in Eisenstadt förderte. 1927 heiratete er Ilona Geiger (1904–1962), sie hatten zwei Kinder. Barb wurde 1929 zum Leiter des Landesmuseums ernannt. Er entwarf einen „Heimatkundlichen Fragebogen“, mit dem von der Bevölkerung Hinweise auf Bodendenkmale sowie Fundbeobachtungen erfasst werden sollten. In der Zeit der Weltwirtschaftskrise führte er zwischen 1932 und 1934 mit Beschäftigten des „Freiwilligen Arbeitsdienstes“ an sieben Standorten Ausgrabungen im Mittel- und Nordburgenland durch. Er war Schriftleiter der „Burgenländischen Heimatblätter“.

Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde Barb aus rassistischen Gründen entlassen. Sein 1938 veröffentlichter „Führer durch das Burgenländische Landesmuseum“ erschien unter Weglassung des Verfassernamens. Barb gelang 1939 die Flucht nach England, wo er 1940 als Enemy Alien auf der Isle of Man interniert wurde. Die nächsten Jahre schlug er sich als Maschinenschlosser durch. Er konvertierte zum Christentum und nahm den Namen Augustinus als zweiten Vornamen an. 1949 wurde er als Bibliotheksassistent im Warburg Institute der Universität London angestellt und war dort von 1956 bis zu seiner Pensionierung Bibliothekar.

Barb war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Vereinigungen, so ab 1930 Mitglied des Österreichischen Archäologischen Instituts, 1966 korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und 1976 korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft sowie Ehrenmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Archäologie. Er erhielt 1962 das Große Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Burgenland und 1968 das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse und 1975 den Titel Professor. In England wurde er Ehrenmitglied der Royal Numismatic Society und Fellow der Society of Antiquaries of London.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Personendaten
NAME Barb, Alphons
ALTERNATIVNAMEN Barb, Alphons Augustinus
KURZBESCHREIBUNG österreichisch-britischer Museumsleiter und Bibliothekar
GEBURTSDATUM 15. April 1901
GEBURTSORT Wien
STERBEDATUM 13. November 1979
STERBEORT London