Die hypnotische Regression oder auch Altersregression ist eine Anwendung der Hypnose, bei der die Versuchsperson in Trance auf ein früheres Lebensalter zurückschaut, die mit dem entsprechenden Lebensalter wahrgenommenen Empfindungen und Gefühle durchläuft und unter Anleitung eines Therapeuten die Erinnerungen bearbeitet. Das Verfahren wird in der Hypnotherapie und in der Hypnoanalyse angewendet. Es wird in der Psychotherapie als eine besondere Form der Konstruktion von Wirklichkeit verstanden, als eine Rekonstruktion der eigenen Biografie in Trance.
Nach der Induktion einer Trance wird der Proband oder Patient angeleitet, seine Aufmerksamkeit auf die Vergangenheit zu richten, in der ein Problem oder eine Symptomatik begann. Die dann auftauchenden Bilder, Erinnerungen und Empfindungen werden therapeutisch begleitet in Trance exploriert. Die auftauchenden Bilder und Erinnerungen können therapeutisch bearbeitet werden und zur weiteren Verwendung in der Therapie dienen.
Diesem „Erinnern“ in Trance kann der Therapeut unterschiedliche Wahrheitskriterien zuweisen. Sie reichen von einem halbbewussten Inszenieren von teilweise nicht real erlebten Ereignissen bis hin zu einer Reaktualisierung angeblich tatsächlicher Kindheitserlebnisse mit den typischen altersbedingten Charakteristika.
Angewendet wird dieses Verfahren auch in der Traumatherapie, wobei die Altersregression nur von qualifizierten Hypnotherapeuten angewendet werden sollte, da es bei unqualifizierter Anwendung zu Retraumatisierungen kommen kann.
Wenn ein Therapeut einen Klienten in eine Regression führt, dann steht für ihn die Frage nach dem Wahrheitsgehalt zunächst nicht zur Diskussion. Der Therapeut hat dabei primär die Aufgabe, die aufsteigenden Bilder und Gefühle zu fokussieren und den Klienten bei der therapeutischen Arbeit zu unterstützen. Auch die Gefahr der Herausbildung einer False Memory besteht.
Die Hypnotische Regression wurde in den 1990er Jahren in den USA sehr häufig angewandt. Michael Yapko beschreibt in seinem Buch einige Fälle, in denen durch suggestive Fragen und unvorsichtiges Vorgehen der Therapeuten Bilder von sexuellem Missbrauch bei den Klienten suggeriert und viel zu schnell als Tatsache angenommen wurden. Die Frage, ob die in der Regression gesehenen Bilder auch der Wahrheit entsprechen, wurde oft nicht gestellt. Bevor die Klienten dazu ermutigt werden, ihre Familienmitglieder mit schweren Vorwürfen zu konfrontieren, muss die Wahrheitsfrage gestellt werden. Wenn den Angehörigen aufgrund einer Fehldiagnose der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gemacht wird, dann wird die Familienbeziehung extrem belastet und in vielen Fällen sogar völlig zerstört. Die Neurose des Klienten wird dann durch den Therapeuten noch weiter verstärkt.
Bei der Hypnotischen Regression werden Erinnerungen aktiv konstruiert. Diese Konstruktion wird in der Hypnotherapie als Wirkfaktor genutzt um die Vergangenheit besser zu verstehen und korrigierende Erfahrungen durch Bearbeiten zu ermöglichen.
Bei einer Reinkarnationstherapie dagegen wird die Hypnotische Regression dazu verwendet, Bilder und Eindrücke von angeblichen früheren Reinkarnationen oder zukünftigen Leben ins Bewusstsein zu rufen. Wo bei diesen mit Hypnose und Suggestion herbeigeführten Erlebnissen Illusion und Realität liegen, ist unbestimmt. Es ist kein einziger Fall bekannt, in dem durch Hypnotische Regression bisher unbekannte Informationen übermittelt wurden. Keine einzige bisher durchgeführte Rückführung hat bislang eine unbekannte Sprache der Antike entschlüsselt oder einen Hinweis auf eine versunkene Stadt gegeben.