Altwest- und Altostnordisch

Altwest- und Altostnordisch sind zwei Dialektgebiete des Altnordischen. Altwestnordisch umfasst Altisländisch und Altnorwegisch. Altostnordische Sprachen sind Altdänisch sowie Altschwedisch. Altgutnisch, das auf Gotland gesprochen wurde, lässt sich nur bedingt in diese Gliederung einfügen und gilt oft als separater Zweig der altnordischen Sprachen.

Die Differenzierung in West- und Ostnordisch tritt bereits im 10. Jahrhundert deutlich zutage, allerdings ist die Einteilung nur für eine bestimmte Sprachstufe sinnvoll. Für spätere Sprachstufen verwendet die Sprachwissenschaft andere Einteilungen (siehe nordgermanische Sprachen).

Merkmale

Altwest- und Altostnordisch unterscheiden sich unter anderem durch folgende Merkmale:

Vokalsystem

Konsonantensystem

Morphologie

Abgrenzungsproblem

Die Begriffe Altwestnordisch und Altostnordisch sind nützliche Ordnungsbegriffe. Man darf jedoch nicht annehmen, das Altnordische sei in zwei Einzelsprachen namens Altwestnordisch und Altostnordisch zerfallen. Vielmehr bestanden zwischen ihnen fließende Übergänge.

Die ostnordische Monophthongierung erreicht z. B. das Altgutnische auf Gotland nicht, kommt umgekehrt aber in Teilen Norwegens vor. Darüber hinaus haben ostnordische Sprachänderungen verschiedene Ausgangspunkte (zumeist Dänemark, aber nicht ausschließlich).

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Claus Jürgen Hutterer: Die germanischen Sprachen. Ihre Geschichte in Grundzügen. 4. Auflage. VMA-Verlag, Wiesbaden 2002, ISBN 3-928127-57-8, S. 146.