| Amalia-Gletscher | ||
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Sicht auf den Gletscher vom Peel Fjord mit Vulkan Reclus im Hintergrund | ||
| Lage | Magallanes und Chilenische Antarktis, Chile | |
| Gebirge | Südliches Patagonisches Eisfeld, Anden | |
| Typ | Talgletscher | |
| Länge | 21 km | |
| Fläche | 157 km² | |
| Exposition | West | |
| Breite | max. 2,5 km | |
| Eisdicke | max. 70 m | |
| Koordinaten | 50° 55′ S, 73° 37′ W | |
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Der Amalia-Gletscher (spanisch: Glaciar Amalia, auch Glaciar Skua) ist ein chilenischer Gezeitengletscher im Nationalpark Bernardo O’Higgins. Er entspringt im Zentrum des südpatagonischen Eisfelds, ist 21 Kilometer lang und bedeckte 1986 eine Fläche von 157 Quadratkilometer; davon entfallen etwa 126 Quadratkilometer auf das Akkumulationsgebiet. Der Gletscher fließt in den Peel Fjord am Rande des Sarmiento-Kanal, welcher nach dem Seefahrer und Gelehrten Pedro Sarmiento de Gamboa benannt wurde, der ihn 1579/80 bereiste.

Der Gletscher umrundet teilweise den zuletzt 1908 ausgebrochenen Vulkan Reclus mit einem Kraterdurchmesser von einem Kilometer, von dessen Nordflanke er Material abträgt. 1945 betrug seine Ausdehnung noch 190 Quadratkilometer; bis 1986 erfolgte demnach ein Rückgang um 17,5 Prozent. Historische Aufnahmen aus den Jahren 1908 bis heute zeigen einen monotonen Rückzug der Gletscherfront um mehr als 8 Kilometer im Laufe des letzten Jahrhunderts; neben dem Rückzug des O'Higgins-Gletschers war das der größte auf diesem Eisfeld zu verzeichnende Rückzug eines Gletschers.
Die mit diesem Rückzug des Gletschers verbundene Ausdünnung des Eises um mehr als 300 Meter hat die unkonsolidierte Flanke des aktiven Vulkans Reclus entlang des südlichen Randes des Amalia-Gletschers freigelegt, was zu einem quasi-jährlichen Fluss kleiner Erdrutsche führt, mit größeren Ereignissen in den Jahren 1979, 2017 und am 26. April 2019.
Seit 2019 hat sich der Rückzug des Gletschers verlangsamt, da ein Bergsturz von über 260 Millionen Kubikmeter (262 ± 77 × 106 m3) das Eis zunächst stromabwärts drückte und die Rutschmasse gleichzeitig die Eiszunge an der Einmündung in den Ozean stabilisierte. Die Eiszunge ist seither um einen Kilometer gewachsen. Sowohl die Verdickung als auch das Vorrücken der Front setzen sich seit Juni 2021, mehr als zwei Jahre nach dem Bergsturz, fort.