Amensalismus

Amensalismus (von lateinisch mensalis ‚zum Tisch gehörig‘ mit verneinender Vorsilbe a-) bezeichnet eine Form der Wechselwirkung zwischen zwei Organismen A und B eines Ökosystems, die sich für Organismus A negativ auswirkt, für Organismus B dagegen neutral (weder positiv noch negativ) ist. Typischerweise wird der Begriff bei Wechselwirkungen zwischen Organismen unterschiedlicher Arten gebraucht. Ist die Wechselwirkung dagegen für Organismus A positiv, für Organismus B neutral, spricht man von Kommensalismus.

Amensalismus kann so wie Parasitismus als eine Unterform der Antibiose angesehen werden, womit eine Wechselwirkung zwischen Organismen bezeichnet wird, die für einen der Beteiligten Nachteile mit sich bringt.

Beispiele für Amensalismus: Große Wirbeltiere zertrampeln Pflanzen und kleine Wirbellose. Pflanzen bzw. Wirbellose werden geschädigt, während für die Wirbeltiere weder Nutzen noch Schaden entstehen. Penizillin produzierende Schimmelpilze töten Bakterien, ohne hierdurch Vor- oder Nachteile zu haben. Eine Vogelart beeinträchtigt den Bruterfolg einer anderen Vogelart, hat hierdurch selbst aber weder Nutzen noch Schaden.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Akihiko Mougi: The roles of amensalistic and commensalistic interactions in large ecological network stability. In: Scientific Reports. Band 6, 13. Juli 2016, ISSN 2045-2322, 29929, doi:10.1038/srep29929, PMID 27406267, PMC 4942820 (freier Volltext) – (englisch).
  2. ↑ Howard M. Townsend, Kathryn P. Huyvaert, Peter J. Hodum, David J. Anderson: Nesting distributions of Galápagos boobies (Aves: Sulidae): An apparent case of amensalism. In: Oecologia. Band 132, Nr. 3, 1. August 2002, ISSN 1432-1939, S. 419–427, doi:10.1007/s00442-002-0992-7 (englisch).