Amir Sharon

Amir Sharon (geboren am 10. Dezember 1957 in Haifa, Israel) ist ein israelisch-deutscher Maler, der hauptsächlich im Bereich der zeitgenössischen, konzeptionellen Stilllebenmalerei arbeitet.

Leben

Sharon studierte von 1975 bis 1976 an der Kunstakademie Avni in Tel Aviv. Im Jahr 1979 siedelte er nach Deutschland über und setzte sein Studium von 1980 bis 1984 an der Kunstakademie Düsseldorf fort.

Nach Aufenthalten in Haifa (1985–1986) und Los Angeles (1986–1988) sowie einer erneuten Phase in Haifa (1988–1990) lebte und arbeitete Sharon nach 1990 in Düsseldorf, zog sich in den darauffolgenden Jahren aber aus dem Ausstellungsbetrieb zurück.

Stil und Werk

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Frontansicht des Deutschen Klingenmuseums, davor Scherenskulptur Der Schritt von Amir Sharon

Sharons Werk zeichnet sich vor allem durch großformatige Stillleben aus. Seine Motive sind leicht erkennbare, gewöhnliche Haushaltsgegenstände und Werkzeuge des alltäglichen Gebrauchs, wie etwa Hämmer oder Streichhölzer. Stilistisch nutzt er eine klassische Malweise, bricht jedoch mit den traditionellen Regeln des Stilllebens, indem er die Objekte stark überdimensioniert darstellt und sie in einem ansonsten leeren, isolierten Bildraum ohne räumliche Perspektive platziert.

Ein zentrales Element seines Schaffensprozesses ist die gezielte Inszenierung und Verfremdung der Motive, die eng mit der Titelgebung der Werke verknüpft ist. Sharon modifiziert die Gegenstände im Atelier, kombiniert sie mit unbezogenen Objekten oder bricht sie auf, um sie aus ihrem rein funktionalen Kontext zu lösen. In der zeitgenössischen Rezeption wird dieser konzeptionelle Ansatz, bei dem die Gegenstände die Funktion von Schauspielern auf einer Bühne übernehmen, auch als „Stage Realism“ (Bühnen-Realismus) oder „inszenierter Realismus“ beschrieben. Die oft alltäglichen Gegenstände stellen im fertigen Bild etwas anderes dar, als sie ursprünglich sind, und weisen so über ihre eigentliche Bedeutung hinaus. Das Ziel dieser Darstellung ist es, die vordergründige Frage nach der Identität des Objekts („Was ist es?“) zu verdrängen und stattdessen eine metaphorische Ebene zu eröffnen.

Einzelausstellungen

Gruppenausstellungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Amir Sharon. Ausstellungskatalog, Städtisches Museum Mülheim an der Ruhr, Mülheim 1986 (16 Seiten, illustriert). Nachweisbar in der Fachdatenbank arthistoricum.net.
  2. ↑ Zeitungsartikel: Kunstwerke von Amir Sharon im Museum: Malweise entspricht inszeniertem Realismus. In: RZ, Zeitung für Mülheim, Nr. 51, 1. März 1986.
  3. ↑ Offizielle Einladungskarte zur Ausstellung Amir Sharon, Beit Sokolov (Journalistenhaus), Tel Aviv, Eröffnung am 18. August 1976.
  4. ↑ Zeitungsartikel und Ausstellungsankündigung: forum junger künstler: Amir Sharon. In: Stadtanzeiger (Kreis Borken), Ausstellung vom 9. November bis 2. Dezember 1984.
  5. ↑ Amir Sharon. Ausstellungskatalog, Städtisches Museum Mülheim an der Ruhr, Mülheim 1986 (16 Seiten, illustriert). Nachweisbar in der Fachdatenbank arthistoricum.net.
  6. ↑ Zeitungsartikel: Kunstwerke von Amir Sharon im Museum: Malweise entspricht inszeniertem Realismus. In: RZ, Zeitung für Mülheim, Nr. 51, 1. März 1986.
  7. ↑ Zeitungsartikel: Von Galerie zu Galerie. Akademieklassen stellen sich vor. (Besprechung der Arbeit Eierkarton, 1985, Klasse Klapheck).
  8. ↑ 47. Bergische Kunstausstellung: Raumgreifende Kunst mit dem Bergischen Kunstpreis 1993. Hrsg.: Deutsches Klingenmuseum Solingen, Städtische Galerie. Solingen 1993 (Nachweisbar im Union Catalogue of Belgian Libraries).
Personendaten
NAME Sharon, Amir
KURZBESCHREIBUNG israelisch-deutscher Maler
GEBURTSDATUM 10. Dezember 1957
GEBURTSORT Haifa, Israel