Amorion

Koordinaten: 39° 1′ 13,6″ N, 31° 17′ 20,9″ O

Reliefkarte: Türkei
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Amorion​
Blick auf das Dorf Hisarköy und die Oberstadt von Amorion
Überreste der Kirche in der Unterstadt
Miniatur aus der Madrider Bilderhandschrift des Skylitzes zur arabischen Belagerung von Amorion im Jahr 838

Amorion (griechisch Ἀμόριον, lateinisch Amorium), war eine antike und später byzantinische Stadt in Phrygien beim heutigen Dorf Hisarköy, in der türkischen Provinz Afyonkarahisar, zwölf Kilometer östlich des Bezirksorts Emirdağ.

Die Stadt befand sich an der südlichen Trasse der byzantinischen Straße von Konstantinopel nach Kilikien, die von Dorylaion (Eskişehir) über Armorium und Ikonion (Konya) nach Osten führte. Zugleich kreuzte hier eine Straße nach Norden über Pessinus und Ankyra.

Amorion war in der byzantinischen Zeit als Kastron eine der bedeutendsten und stark befestigten Städte Kleinasiens im Themas von Anatolien (Théma tôn Anatolikôn). Im 9. Jahrhundert lag der Durchmesser der Stadt bei etwa einem Kilometer, was zu der Zeit beachtlich war.

Geschichte

Die Stadt wurde in hellenistischer Zeit gegründet, die früheste Erwähnung findet sich in einer Inschrift des 2. Jahrhunderts v. Chr. aus Pessinus. Seit 133 v. Chr. gehörte sie wie das gesamte westliche Kleinasien zur römischen Provinz Asia und prägte seit dem späten 2. Jahrhundert v. Chr. Münzen. In römischer Zeit war die Stadt eher unbedeutend, kommt in den Quellen außer in geographischen Schriften nicht vor, prägte jedoch bis in die Zeit des Gallienus im 3. Jahrhundert Münzen. Im späten 4. Jahrhundert wird sie Teil neu gebildeten Provinz Galatia II. Unter Kaiser Zenon (474-491) erhielt die Stadt eine Stadtmauer.

Ab dem 7. Jahrhundert war Amorion ein wichtiges byzantinisches Bollwerk gegen die islamische Expansion in Zentralanatolien. Die ersten Angriffe auf die Stadt fanden um 641 statt und setzten sich in den folgenden zwei Jahrhunderten fort. Die Stadt wurde 668 von den Arabern eingenommen und wenig später von Byzanz zurückerobert. Die Belagerungen von 716, 779 und 796 wurden abgewehrt. 838 schließlich wurde die Stadt unter dem Kalifen al-Muʿtasim erobert und zerstört. Al-Muʿtasim ließ die Stadt, aus der der byzantinische Herrscher Theophilos stammte, schleifen, um sich für die Zerstörung von Sozopetra (Ost-Kappadokien), angeblich Al-Mu’tasims eigener Geburtsstadt, zu rächen. Viele Einwohner wurden ermordet, die übrigen versklavt. Der arabische Dichter Abu Tammam schrieb eine Ode zur Eroberung von Amorion. 42 führende Bewohner der Stadt, die als Geiseln genommen worden waren und den Tod der Konversion zum Islam vorzogen, wurden 845 in Samarra exekutiert und werden als die 42 Märtyrer von Amorion verehrt. Im Stadt wurde zunächst verlassen, im späteren 9. Jahrhundert jedoch wieder besiedelt. Im Laufe der Übernahme Anatoliens durch die Seldschuken im späten 11./frühen 12. Jahrhundert scheint die Stadt aufgegeben worden zu sein. In osmanischer Zeit bestand eine kleine Siedlung auf dem Stadtberg, das heutige Dorf Hisarköy wurde erst 1892 gegründet.

Forschungsgeschichte

Als Erster besuchte William John Hamilton den Ort im Jahr 1836. Seit 1987 finden hier Surveys und Ausgrabungen statt, zunächst unter der Leitung von R. Martin Harrison, danach von 1993 bis 2009 unter Leitung von Chris S. Lightfoot. Seit 2013/14 werden die Ausgrabungen unter Leitung von Zeliha Demirel Gökalp von der Universität Eskişehir fortgeführt.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Amorium – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Supplementum Epigraphicum Graecum 64.1296.