Ampelopsis

Ampelopsis

Sturmhutblättrige Scheinrebe (Ampelopsis aconitifolia)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Ordnung: Weinrebenartige (Vitales)
Familie: Weinrebengewächse (Vitaceae)
Gattung: Ampelopsis
Wissenschaftlicher Name
Ampelopsis
Michx.

Ampelopsis ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Weinrebengewächse (Vitaceae). Die seit 2014 nur noch etwa 18 Arten gedeihen von gemäßigten bis tropischen Gebieten von Nordamerika bis Mexiko und in Asien. Sie werden auch als Scheinreben bezeichnet.

Beschreibung

Illustration von Ampelopsis glandulosa
Sturmhutblättrige Scheinrebe (Ampelopsis aconitifolia)
Habitus von Ampelopsis glandulosa var. brevipedunculata
Laubblätter und Früchte von Ampelopsis glandulosa var. brevipedunculata
Laubblätter und Früchte von Ampelopsis japonica

Vegetative Merkmale

Ampelopsis-Arten sind verholzende Pflanzen, die als Lianen wachsen. Die Ranken sind immer zweiarmig ohne Haftscheiben.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist je nach Art einfach oder gefingert zusammengesetzt.

Generative Merkmale

Bei Ampelopsis-Arten sind die Blüten meist zwittrig oder die Art ist polygam-monözisch. Der gegenüber den Laubblättern stehende Blütenstände ist eine schirmförmige Zyme, die manchmal zugesetzt sein können.

Die Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist tellerförmig und undeutlich gewellt. Die fünf Kronblätter sind frei. Der Nektardiskus ist mit der Basis des Fruchtknotens verwachsen, aber im oberen Bereich; er ist becherförmig und etwas gelappt. Es ist nur der innere Kreis mit fünf fertilen Staubblättern vorhanden. Die deutlich erkennbaren, zylindrischen, verlängerten Griffel enden in einer undeutlich erweiterten Narbe.

Die bei Reife rosa-violetten, purpurfarbenen, blauen, fast schwarzen, orangefarbenen oder gelben Beeren sind kugelförmig und enthalten ein bis vier Samen.

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 10.

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Ampelopsis wurde 1803 von André Michaux in Flora Boreali-Americana (Michaux), 1, Seiten 159–160 aufgestellt. Der Gattungsname Ampelopsis leitet sich von den griechischen Wörtern ampelos für Weintraube und -opsis für ähnlich. Typusart ist Ampelopsis cordata Michx.

Die Gattung Ampelopsis gehört seit 2018 zur Tribus Ampelopsideae J.Wen & Z.L.Nie in der Unterfamilie Vitoideae innerhalb der Familie Vitaceae. Ampelopsis ist die Typusgattung der Tribus Ampelopsideae.

Die Gattung Nekemias Raf. wurde aus Ampelopsis ausgegliedert. Die etwa neun Nekemias-Arten sind in Nordamerika auf karibischen Inseln und in Ost- bis Südostasien verbreitet.

Die etwa 18 Arten sind von Nordamerika (drei Arten) bis Mexiko und in Asien verbreitet. Sie kommen von gemäßigten bis tropischen Gebieten vor.

Die Gattung Ampelopsis enthält nur noch etwa 18 Arten (Auswahl):

Aus der Gattung Ampelopsis wurden 2014 neun Arten in die reaktivierte Gattung Nekemias Raf. gestellt:

Durch Raman et al. 2016 wurde zum ersten Mal das Chloroplastengenom von Ampelopsis (das Untersuchungsmaterial stammt von Ampelopsis glandulosa var. brevipedunculata) sequenziert und charakterisiert. Dabei bestätigte sich, dass an der Basis der Angiospermen innerhalb der Rosiden die Vitaceae, also die Vitales, eine Schwestergruppe der Saxifragales darstellen.

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 Michael O. Moore, Jun Wen: Vitaceae. In: Flora of North America Editorial Committee (Herausgeber): Flora of North America North of Mexico, Volume 12: Magnoliophyta: Vitaceae to Garryaceae, Missouri Botanical Garden, St. Louis und Harvard University Herbaria, New York und Oxford, Cambridge, 2016, ISBN 978-0-19-064372-0. Ampelopsis, S. 3–23 – textgleich online wie gedrucktes Werk. (Gattung im engeren Sinne)
  2. ↑ Walter Erhardt et al.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  3. 1 2 Ampelopsis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 23. Januar 2020.
  4. 1 2 3 4 Ampelopsis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 23. Januar 2020.
  5. 1 2 3 4 Jun Wen, Li‐Min Lu, Ze‐Long Nie, Xiu‐Qun Liu, Ning Zhang, Stefanie Ickert‐Bond, Jean Gerrath, Steven R. Manchester, John Boggan, Zhi‐Duan Chen: A new phylogenetic tribal classification of the grape family (Vitaceae). In: Journal of Systematicsand Evolution, Volume 56, 2018, S. 262–272. doi:10.1111/jse.12427
  6. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Jun Wen, John Boggan, Ze-Long Nie: Synopsis of Nekemias Raf., a segregate genus from Ampelopsis Michx. (Vitaceae) disjunct between eastern/southeastern Asia and eastern North America, with ten new combinations. In: PhytoKeys, Volume 42, 2014, S. 11–19. doi:10.3897/phytokeys.42.7704
  7. ↑ Jun Wen, Li‐Min Lu, Ze‐Long Nie, Steven R. Manchester, Stefanie Ickert-Bond, Zhi-Duan Chen: Phylogenetics and a revised classification of Vitaceae. Presented at Botany 2015, Edmonton, Alberta. online. (Memento des Originals vom 5. August 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. ↑ Akiko Soejima, Jun Wen: Phylogenetic analysis of the grape family (Vitaceae) based on three chloroplast markers. In: American Journal of Botany, Volume 93, Issue 2, 2006, S. 278–287. doi:10.3732/ajb.93.2.278 Volltext-online. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2023. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  9. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 Zhiduan Chen, Jun Wen: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Herausgeber): Flora of China, Volume 12 – Hippocastanaceae through Theaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 19. November 2007, ISBN 978-1-930723-64-1. Ampelopsis Michaux. S. 178-183 – textgleich online wie gedrucktes Werk. (Gattung im weiteren Sinne)
  10. 1 2 3 Nekemias im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 23. Januar 2020.
  11. ↑ Gurusamy Raman, SeonJoo Park: The Complete Chloroplast Genome Sequence of Ampelopsis: Gene Organization, Comparative Analysis, and Phylogenetic Relationships to Other Angiosperms. In: Frontiers in Plant Science, März 2016. doi:10.3389/fpls.2016.00341
Commons: Ampelopsis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur