Amt Kislau

Das Amt Kislau war seit der Mitte des 14. Jahrhunderts im Schloss Kislau ein Amtssitz des Hochstifts Speyer und hatte anfänglich die Stellung eines Oberamtes, bis es ab 1379 ein Unteramt der Landfautei am Bruhrain wurde. Da es als Unteramt keine große Bedeutung hatte, standen ihm bürgerliche Beamte vor.

Unteramt des Hochstifts Speyer

Als das Schloss Kislau 1675 von den Franzosen geschleift wurde, kam der Amtssitz nach Rotenberg, wo sich bereits eine Amtskellerei des Hochstifts befand. 1762 wurde Kislau erneut zum Oberamt und zweitwichtigster Amtsbezirk des Hochstifts auf rechtsrheinischem Gebiet. Nach Auflösung des Amtes Rotenberg 1772 kamen die Orte an das Amt Kislau. Da nun alle Ämter des Hochstifts direkt der Bruchsaler Regierung unterstanden, hatte die Unterscheidung zwischen Amt und Oberamt keinerlei inhaltliche Bedeutung mehr.

Orte des Amtsbezirks am Ende des 18. Jahrhunderts

Folgende 14 Orte gehörten zum Oberamt Kislau: Balzfeld, Dielheim, Horrenberg, Kronau, Malsch, Malschenberg, Mühlhausen, Rotenberg, Rauenberg, Rettigheim, Östringen, Mingolsheim, Langenbrücken und Stettfeld.

1804 bis 1809 badisches Amt

Nach Auflösung des Hochstifts Speyer aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam das Gebiet an Baden und es wurde anhand der Organisationsreskripte vom 14. Dezember 1804 das badische Amt Kislau geschaffen. Das Amt umfasste nun 10 Gemeinden mit 5815 Einwohnern: Dielheim (672 Einwohner), Eschelbach (704), Horrenberg (311), Kronau (306), Malsch (805), Mühlhausen (579), Mingolsheim (1175), Rauenberg (652), Rettigheim (368) und Rotenberg (243). Bei der Amtsauflösung zum 9. Dezember 1809 wurde Kronau dem Amt Philippsburg, Mingolsheim und das Schloss Kislau dem Zweiten Landamt Bruchsal zugeteilt. Die anderen Orte kamen an das Amt Wiesloch.

Amtsvorstände

ab 1762 gibt es Oberamtmänner die den Titel des Amtsvorstandes tragen und Amtmänner, die die eigentliche Tätigkeit ausfüllen:

zusätzlich in der Zeit als Oberamt 1762 bis 1772:

Die Amtskeller seit 1752:

Siehe auch

Literatur