| Amygdaloideae | ||||||||||||
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Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Amygdaloideae | ||||||||||||
| Juss. |
Die Amygdaloideae sind eine Unterfamilie der Rosengewächse (Rosaceae). Nach traditioneller Auffassung umfassten sie diejenigen Rosengewächse, die Steinfrüchte ausbilden, deshalb auch Steinobstgewächse genannt. Das waren nur vier Gattungen, darunter die sehr artenreiche Gattung Prunus. Nach molekulargenetischen Untersuchungen wurde die Unterfamilie im Jahr 2007 erheblich erweitert und umfasst nun auch die früher als eigene Unterfamilie aufgefassten Spiraeoideae und Kernobstgewächse (Maloideae).

Die Vertreter sind vorwiegend Sträucher und Bäume. Die Blätter sind vorwiegend einfach und wechselständig und besitzen Nebenblätter. Der Blütenbecher (Hypanthium) ist meist nicht mit den Fruchtblättern verwachsen. Auch diese sind frei und nicht verwachsen.
In der klassischen Systematik, die sich nach morphologischen statt nach molekularen Kriterien richtet, gehören die apfel- und balgfruchtbildenden Rosaceen nicht in die Unterfamilie Amygdaloideae. Nach dieser morphologischen Sichtweise sind die Amygdaloideae durch die Steinfrucht gekennzeichnet. Die meisten Arten der Unterfamilie in neuer Auffassung besitzen aber Balgfrüchte. Diese entstehen aus einer fünfzähligen Blüte mit drei oder mehr Staubblattkreisen und einem Fruchtblattkreis. Die Fruchtblätter dieser Balgfrüchte sind dann entweder freistehend (apokarp) oder nur an der Basis verwachsen. Verschiedentlich wird auch die Achäne als möglicher Fruchttyp bei den Spierstrauchartigen genannt (s. u.), was jedoch aus botanischer Sicht keine zutreffende Bezeichnung ist.
Nach der molekularen Sichtweise gehören die Spierstrauchartigen und Kernobstgewächse mit zu den Amygdaloideae. Damit kommen zu den Steinfrüchten die Sammel-Kapselfrüchte (Coccetum), Balgfrüchte und Apfelfrüchte hinzu. Zusätzlich wird auch die genannte Blütenformel hinfällig, die dann nicht mehr alle zugeordneten Arten umfasst.
Cyanogene Glykoside sind allgemein verbreitet, Sorbitol wird in signifikanten Mengen gebildet. Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 8, 9, 15, oder 17.
Die traditionelle Einteilung der Rosengewächse in Unterfamilien geht auf Wilhelm Olbers Focke 1888 zurück. Focke unterschied, vorwiegend nach dem Bau der Früchte, vier Unterfamilien: Amygdaloideae, Maloideae, Rosoideae, Spiraeoideae. Obwohl schon seit längerem klar war, dass diese Unterteilung nicht die natürlichen Verwandtschaftsverhältnisse wiedergibt, wurde sie aus pragmatischen Gründen lange Zeit weiter verwendet.
Von Daniel Potter et al.(2007) wurde, vor allem gestützt auf genetische Analysen, das System der Unterfamilien wesentlich verändert. Die früheren Amygdaloideae, Maloideae und Spiaeoideae wurden zu einer Unterfamilie vereint, dafür wurden die früheren Rosoideae in zwei neue aufgesplittet. Potter et al. verwendeten für die gemeinsame Unterfamilie den Namen Spiraeoideae. Dieser Name wurde später, aus nomenklatorischen Gründen zu Amygdaloideae verändert, ohne den Umfang der Unterfamilie dabei zu verändern.
Die Unterfamilie besteht aus sieben Triben und zwei Gattungen, die keiner Tribus zugeordnet werden.
Die Tribus Amygdaleae entspricht der früheren Unterfamilie Steinobstgewächse mit der einzigen und sehr artenreichen Gattung:
Die Tribus Neillieae besitzt verwachsene Fruchtblätter, die Frucht ist eine Sammelbalgfrucht. Die Nebenblätter sind hinfällig, cyanogene Glykoside scheinen zu fehlen. Die Chromosomengrundzahl ist x = 9.
Die Sorbarieae besitzen wechselständige und zusammengesetzte Blätter, Adenostoma hat quirlige bis wechselständige, einfache Blätter. Die Fruchtblätter sind verwachsen, die Frucht sind eine Achäne oder eine Sammelbalgfrucht. Die Chromosomengrundzahl ist x = 9.

Die Spiraeeae sind krautige Pflanzen oder Sträucher und bilden manchmal Rosetten. Nebenblätter fehlen, die Früchte sind Sammelbalgfrüchte oder Sammelachänen. Die Chromosomengrundzahl ist x = 9.
Die Kerriodae D. Potter, S. H. Oh, K. R. Robertson sind molekulargenetisch als monophyletisches Taxon definiert und umfassen zwei Triben.
Die Nebenblätter fehlen oder sind hinfällig, die Frucht ist ein Coccetum, eine Steinfrucht oder Sammel-Steinfrucht. Die Chromosomengrundzahl ist x = 8.

Die Frucht ist meist ein Nuculanium (ähnlich Steinfrucht, aber mit trockenem Perikarp), bei Neviusia eine Sammel-Achäne. Die Chromosomengrundzahl ist x = 9 (bei Coleogyne 8).
Die Supertribus Pyrodae C.S. Campbell, R.C. Evans, D.R. Morgan & T.A. Dickinson umfasst eine Gattung und eine Tribus. Es sind ausdauernde krautige Pflanzen, Sträucher oder Bäume. Bei einigen Gattungen sind die Blätter zusammengesetzt. Die Fruchtblätter sind meist verwachsen. Die Samenanlagen stehen basal und sind in Zweizahl vorhanden. Die Arten sind Wirte der Rostpilze Phragmidium und Gymnosporangium.

Die Pyreae umfassen eine Subtribus sowie drei Gattungen, die keiner Subtribus zugeordnet sind. Die Basischromosomenzahl ist x = 17 (bei Vauquelinia 15).