Anagonia

Anagonia
Systematik
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Familie: Raupenfliegen (Tachinidae)
Unterfamilie: Exoristinae
Tribus: Blondeliini
Gattung: Anagonia
Wissenschaftlicher Name
Anagonia
Brauer & Bergenstamm, 1891

Anagonia ist eine Zweiflüglergattung aus der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Das Taxon wurde 1891 von den österreichischen Entomologen Friedrich Moritz Brauer und Julius von Bergenstamm eingeführt. Typusart ist Anagonia spylosioides Brauer & Bergenstamm, 1891 [= Masicera rufifacies Macquart, 1847]. Der Gattungsname mit dem Präfix ana für „entfernt“ oder „entgegen“ bezieht sich offenbar auf das Taxon Gonia.

Taxonomie

Die Gattung Anagonia gehört zur Tribus Blondeliini innerhalb der Unterfamilie Exoristinae.

Merkmale

Es handelt sich um etwa 9 mm lange beborstete Fliegen. Brauer und Bergenstamm (1891) beschrieben die Gattung Anagonia wie folgt. Für die Männchen gilt: Die Vibrissen sind nicht aufsteigend und nur bis zur Mitte reichend. Die Vibrissenecken sind mit der längsten Vibrisse hoch über dem Mundrand, wie bei Meigenia. Die Wangen sind mäßig breit (1/4 Augenhöhe). Die Augen sind dicht behaart. Stirn, und Wangen sind dicht borstig kurz behaart. Das dritte Fühlerglied ist schmal leistenförmig, fast viermal so lang als das kurze zweite, über der Schnurre endend. Die Arista (Fühlerborste) ist fast bis über die Mitte verdickt, deren zweites Glied kurz. Der Scheitel der Männchen ist schmal. Macrochaeten sind nur marginal am zweiten und dritten Ring vorhanden und von der langen dichten Behaarung wenig abstechend. Der letzte Ring hat lange gespreizt stehende stärkere Borsten auf der ganzen Fläche. Die Hintertibien sind dicht gewimpert. Klauen und Pulvilli der Männchen sind sehr lang. Die Beugung der vierten Längsader ist stumpfwinkelig und ohne Zinke. Die Spitzenquerader verläuft gerade. Die Taster sind normal, ziemlich dünn. Von der Gattung Chetoliga unterscheidet sich Anagonia deutlich durch die hoch über dem Mundrand stehende Vibrissenecke. Ein Costaldorn fehlt. Colless (2012) lieferte einen Bestimmungsschlüssel für die Anagonia-Arten.

Verbreitung

Die Gattung Anagonia kommt in Australien, auf Tasmanien und auf Neuguinea vor.

Lebensweise

Die Vertreter der Gattung Anagonia sind Endoparasitoide von blattfressenden Käferlarven, die sich überwiegend von Eukalyptus ernähren. Bekannte Wirte gehören zu den Blattkäfern und Rüsselkäfern. Die schlüpfreifen Eier werden von den Weibchen in die Wirtslarve hineingestochen. Am Ende ihrer Entwicklung verlässt die Parasitenlarve ihren Wirt und spinnt sich einen Kokon, in dem sie sich verpuppt.

Innere Systematik

Die Gattung Anagonia umfasst folgende Arten:

Einzelnachweise

  1. 1 2 F. Brauer, J. E. von Bergenstamm: Die Zweiflügler des Kaiserlichen Museums zu Wien. V. Vorarbeiten zu einer Monographie der Muscaria Schizometopa (exclusive Anthomyidae). Pars II. (PDF; 11,3 MB) In: Denkschriften der Akademie der Wissenschaften in Wien 58. 1891, S. 305–446, abgerufen am 26. September 2026 (auf Seiten 348f.).
  2. 1 2 3 4 5 James E. O’Hara, Shannon J. Henderson, D. Monty Wood: Preliminary Checklist of the Tachinidae (Diptera) of the World – Version 2.1. (PDF; 10,4 MB) 2020, abgerufen am 25. Oktober 2026 (englisch).
  3. 1 2 Donald H. Colless: The Froggattimyia-Anagonia genus group (Diptera: Tachinidae). (PDF; 3,36 MB) In: Records of the Australian Museum 64 (3). 2012, S. 167–211, abgerufen am 25. Oktober 2026 (englisch).
  4. 1 2 Catarina I. Gonçalves, Carlos Valente, Catarina Afonso, Cátia Martins, Ana Raquel Reis, André Garcia, Manuela Branco: New challenges on the journey to control an old pest: can a tachinid come to the rescue? (PDF; 7,46 MB) In: The Tachinid Times 33. 2020, S. 4–13, abgerufen am 25. Oktober 2026.