Analoges Fernsehen

Analoges Fernsehen ist ein retronymer Begriff und bezeichnet die Ausstrahlung von Fernsehsignalen, bei denen zumindest die Bilddaten, meist aber auch die Tondaten analog übertragen werden. Aufnahme und Bearbeitung (Schnitt, Effekte usw.) können dabei aber durchaus mittels digitaler Technik erfolgen. Im Zuge des Umstiegs auf digitales Fernsehen wurde die Übertragung analoger Fernsehprogramme in den letzten Jahren sukzessive eingestellt (siehe auch: Digitaler Rundfunk#Analogabschaltung)

In Deutschland wurde das analoge Fernsehen über Satellit am 30. April 2012 und in den Kabelfernsehnetzen schrittweise zwischen 1. Juni 2017 (Unitymedia) und 21. März 2019 (Vodafone Deutschland) beendet.

Abschalttermine für terrestrisches analoges Fernsehen

DatumLand
1. September 2006 Luxemburg
11. Dezember 2006 Niederlande
1. September 2007 Finnland
25. September 2007 Andorra
29. Oktober 2007 Schweden
27. Mai 2008 Schweiz a
12. Juni 2009 Vereinigte Staaten
30. Juni 2009 Deutschland b
31. Oktober 2009 Dänemark
30. November 2009 Norwegen
3. April 2010 Spanien
31. Dezember 2010 Slowenien
7. Juni 2011 Österreich
31. August 2011 Kanada
30. November 2011 Belgien
 Frankreich
31. März 2012 Japan c
30. Juni 2012 Tschechien
24. Oktober 2012 Irland
 Vereinigtes Königreich
31. Dezember 2012 Bulgarien
 Italien
 Südkorea
23. Juli 2013 Polen
29. Juni 2016 Brasilien
1. Mai 2019 Ukraine
14. Oktober 2019 Russland
a 
In der Schweiz wurde analoges Fernsehen weiterhin in den Kabelnetzen verteilt. Der größte Anbieter zu jenem Zeitpunkt, Cablecom, stellte den Dienst 2015 ein. Kleinere Anbieter teils später, z. B. das Kabelfernsehen Bödeli erst 2020
b 
In Deutschland sendete das Vogtland Regional Fernsehen bis 2. Januar 2014 noch terrestrisch analog.
c 
Abschaltung ursprünglich landesweit für 24. Juli 2011 angesetzt, wegen Tōhoku-Erdbeben 2011 und der Nuklearkatastrophe von Fukushima für die Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima auf 31. März 2012 verschoben.

Technik

Weltkarte mit der Verteilung der analogen Fernsehverfahren, Stand 2005

Zu Beginn der Geschichte des Fernsehens dominierte jahrzehntelang das Schwarzweißfernsehen. Farbfernsehen wurde regional unterschiedlich in Form der Standards PAL, SECAM und NTSC eingeführt. Mit Zweikanalton-Verfahren wie NICAM konnte der Ton zum Bild in Stereo übertragen werden. Beim Amateurfunk-Fernsehen wird weiterhin mit diversen, teils auch analogen Techniken experimentiert.

In Deutschland waren für den analogen Fernsehrundfunkdienst zuletzt Frequenzen zwischen 47 und 68, 174 und 230 sowie (mit 40 Kanälen à 8 MHz) 470 und 790 MHz, also nach einer gängigen Einteilung in Bereich I (VHF), Bereich III (VHF) sowie Bereich IV/V (UHF), vorgesehen. Der Teil in Bereich III wird in Deutschland jetzt für den terrestrischen digitalen Tonrundfunkdienst nach dem DAB-Standard genutzt, der Teil in Bereich IV und V für terrestrisches digitales Fernsehen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ klar-digital.de (Memento vom 10. Dezember 2011 im Internet Archive) Gemeinsame Informationsseite der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehanbieter sowie der Landesmedienanstalten
  2. ↑ Digitalisierung: Analoges Kabelfernsehen wird im Juni eingestellt. In: blog.metz-ce.de. Metz Consumer Electronics GmbH, 15. Mai 2017, abgerufen am 3. August 2026.
  3. ↑ Analogabschaltung bei Vodafone Kabel Deutschland. In: helpdesk.vodafonekabelforum.de. Vodafone-Kabel-Helpdesk (Christopher Kuhnert), 2. Juni 2023, abgerufen am 3. August 2026.
  4. ↑ Letzter analoger Fernsehsender in Deutschland abgeschaltet. In: de.nachrichten.yahoo.com. Yahoo! Deutschland GmbH, 3. Januar 2014, archiviert vom Original am 6. Januar 2014; abgerufen am 12. Mai 2023.
  5. ↑ 東北3県における地上アナログ放送用周波数の使用期限延長に係る告示案の電波監理審議会からの答申. Ministerium für Innere Angelegenheiten und Kommunikation, 13. Juli 2011, abgerufen am 21. Oktober 2012 (japanisch).
  6. ↑ Bundesnetzagentur: Verwaltungsvorschrift für Frequenzzuteilungen für den Rundfunkdienst (VVRuFu). (PDF; 0,5 MB) 21. September 2021, S. 12–13, abgerufen am 17. Oktober 2021.