Andrarum

Andrarum
Andrarum
Lokalisierung von Schonen in Schweden
Staat: Schweden Schweden
Provinz (län): Skåne län
Historische Provinz (landskap): Schonen
Gemeinde (kommun): Tomelilla
Koordinaten: 55° 42′ N, 13° 58′ OKoordinaten: 55° 42′ N, 13° 58′ O
Blick auf die Kirche Andrarum

Andrarum ist ein Ort in der Gemeinde Tomelilla in der südschwedischen Provinz Skåne län (historische Provinz Schonen). Bekannt ist der Ort vor allem durch das historische Alaunwerk Andrarums alunbruk sowie das nahe gelegene Christinehofs slott (Schloss Christinehof).

Geschichte

Andrarum entwickelte sich ab dem 17. Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum der Alaungewinnung in Schweden. Das Alaunwerk Andrarums alunbruk wurde 1637 gegründet, nachdem der dänische Adlige Jochum Beck von König Christian IV. das Privileg zur Errichtung eines Alaunwerks erhalten hatte.

Seine Blütezeit erreichte das Werk im 18. Jahrhundert unter Christina Piper, die das Unternehmen 1725 erwarb. Das Alaunwerk entwickelte sich zu einer der größten Industrieanlagen Schwedens; zeitweise lebten rund 900 Menschen in der Werkssiedlung.

Das Werk verfügte über zahlreiche eigene Einrichtungen wie Schule, Krankenhaus, Geschäfte und zeitweise sogar eine eigene Währung in Form der sogenannten „C.P.-sedlar“.

Die Produktion wurde 1929 endgültig eingestellt.

Sehenswürdigkeiten

Andrarums alunbruk

Die Überreste des historischen Alaunwerks gelten heute als bedeutendes Kulturdenkmal. Erhalten sind unter anderem Schlackenhalden, Gebäudereste sowie ehemalige Arbeiterhäuser.

Schloss Christinehof

Schloss Christinenhof

Das Christinehofs slott liegt nordwestlich von Andrarum. Es wurde von 1737 bis etwa 1740 im Auftrag der Industriellen Christina Piper errichtet. Christinehof ersetzte ein früheres herrschaftliches Gebäude im Gebiet und wurde als repräsentativer Landsitz innerhalb des von Piper kontrollierten Industriebesitzes konzipiert. Die Anlage gehört zu den bedeutenden barocken Herrenhäusern in Skåne.

Die architektonische Planung wird in der schwedischen Schloss- und Regionalforschung dem Fortifikationsingenieur Georg Mochelten zugeschrieben, der für mehrere befestigungs- und herrschaftsbezogene Bauten im frühen 18. Jahrhundert tätig war.

Nach dem Tod von Christina Piper im Jahr 1752 ging der Besitz an ihre Erben über. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wechselte das Schloss mehrfach den Eigentümer. Heute ist Christinehof Teil des Naturschutz- und Kulturerbes „Christinehofs Ekopark“ und wird für Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen genutzt.

Das Schloss wird von einem großzügigen Schlosspark umgeben.

Andrarums kyrka

Die Kirche von Andrarum

Die Kirche von Andrarum stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert wurde sie aufgrund des Bevölkerungsanstiegs in Folge des Alaunwerks erweitert. Erhalten sind mittelalterliche Wandmalereien sowie eine barocke Kanzel und ein Altarretabel, die von Christina Piper gestiftet wurden.

Literatur

Commons: Andrarum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Andrarums alunbruk. trippa.se, 22. Juli 2018, abgerufen am 16. Mai 2026 (schwedisch).
  2. 1 2 Andrarums Alunbruk. brosarp.com, abgerufen am 16. Mai 2026 (schwedisch).
  3. ↑ Andrarums Alunbruk. Greater Copenhagen Net, abgerufen am 16. Mai 2026 (schwedisch).
  4. ↑ Andrarums alunbruk. Christinehofs Ekopark, abgerufen am 16. Mai 2026 (schwedisch).
  5. ↑ Christinehof. slottsguiden.info, abgerufen am 16. Mai 2026.
  6. ↑ Christinehofs slott. Christinehofs Ekopark, abgerufen am 16. Mai 2026.
  7. ↑ Kulturmiljöprogram: Andrarum–Kristinehov–Eljaröd–Brösarp–Haväng–Vitemölla–Kivik–Vitaby. Länsstyrelsen Skåne, abgerufen am 16. Mai 2026 (schwedisch).
  8. ↑ Andrarums kyrka. Svenska kyrkan, abgerufen am 16. Mai 2026 (schwedisch).