Andrea Auer (* 1972 in Gmunden) ist eine österreichische Designerin von Autorenschmuck und Künstlerin, die vor allem für ihre innovativen Schmuckkreationen und den kreativen Einsatz ungewöhnlicher Materialien bekannt ist. Sie verbindet traditionelle Handwerkskunst mit experimentellen Techniken und thematisiert in ihren Arbeiten oft sozialgeschichtliche und alltägliche Aspekte. Auer lebt und arbeitet in Wien und hat ihre Werke international ausgestellt sowie mehrere Preise und Stipendien erhalten.
Auer absolvierte von 1986 bis 1990 die HTL Steyr mit dem Schwerpunkt „Gestaltendes Metallhandwerk“. Anschließend studierte sie von 1995 bis 2002 an der Kunstuniversität Linz in den Bereichen „Metall, Objekt- und Produktgestaltung“ bei Helmuth Gsöllpointner und diplomierte in „Raum- und Designstrategien“ bei Elsa Prochazka. Während ihrer Ausbildung nahm sie an Sommerakademien bei Onno Boekhoudt, Caroline Broadhead und Maria Blaisse teil.
Seit 2002 ist Auer freischaffend tätig.
In ihrer Kollektion „BAK“ experimentierte sie mit Bakelit, dem ersten synthetischen Kunststoff mit starkem Bezug zu den 1920er Jahren. Schmuckstücke wie Ohrringe aus Maschinenknöpfen oder ein Collier mit einer Telefon-Sprechmuschel zeigen die sozialgeschichtliche Bedeutung des Materials.
In der Serie „The White Tube“ verwandelt Auer weiße Elektrodrähte in Körperskulpturen und Schmuckobjekte. Damit hebt sie die Schönheit alltäglicher Materialien hervor und setzt Technik in einen neuen, künstlerischen Zusammenhang.
Ein zentrales Werk von Andrea Auer ist die Kollektion „PEarls“, die sich mit der Imitation und Neudefinition von Perlen beschäftigt. Die Schmuckstücke entstehen aus PE-Frischhaltefolie, die ursprünglich für den Haushalt entwickelt wurde. Durch das Wickeln der Folie entsteht eine schimmernde Oberfläche, die an den Glanz echter Perlen erinnert.
Andrea Auer gestaltete 2011 fünf Bronzeglocken für die Pfarrkirche Pötting. Jede Glocke ist einem spezifischen Patrozinium gewidmet, darunter das Heilige Kreuz, die Heilige Familie, der Heilige Florian, die Heiligen Petrus und Paulus sowie die Selige Edith Stein als Friedensglocke. Dabei setzte sie zentrale Motive um, die das jeweilige Patrozinium symbolisieren. So ziert die Glocke des Heiligen Kreuzes ein Kreuz mit einem darüber hängenden Tuch Dieses verweist auf die Leinenbinden, die im leeren Grab Jesu zurückgelassen wurden.
Im Jahr 2014 gestaltete Andrea Auer das Bronzeportal der Kirche in Maria Neustift. Dabei arbeitete sie mit dem Kunstgießer Wilhelm Lughofer und Riegler Metallbau zusammen.
Ein weiteres Werk ist „Eine Handvoll Reis“, eine über zehn Meter lange Kette aus Tausenden aufgefädelten Reiskörnern. Mit Werken wie „Spoon“, „Essigpatscherl“, „Butterbrot“ und „Krenkette“ reflektiert Auer kritisch die symbolische Bedeutung von Nahrung und Gesundheit.
2021 veröffentlichte sie ihr Buch „black cherries & elderberries“. „black cherries & elderberries“ dokumentiert drei Jahrzehnte ihres Schaffens und offenbart die Denk- und Arbeitsprozesse der österreichischen Schmuckkünstlerin.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Auer, Andrea |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Schmuckdesignerin und Künstlerin |
| GEBURTSDATUM | 1972 |
| GEBURTSORT | Gmunden, Österreich |