Andrea Vanni

Das Fresko der Katharina von Siena in der Basilika San Domenico in Siena
Sankt Petersburg, Eremitage: Ascensione di Cristo (Detail)

Andrea Vanni (auch Andrea di Vanni d’Andrea Salvani, * um 1330 in Siena; † 2. Oktober 1413 ebenda) war ein italienischer Maler und Politiker in Siena.

Leben

Andrea Vanni wurde als Sohn von Vanni di Andrea (Salvani) und Giacoma di Vannuccio, die 1329 heiraten, geboren. Seine Brüder waren Francesco und Cristoforo, die beide ebenfalls Maler wurden. Selbst war er mit Petra Tavene, Tochter des Notars Blasius Tavene, verheiratet und hatte eine Tochter, Antonia. 1480 übernahm er die Patenschaft des Sohnes von Cristofano Guidini (* um 1345 in Siena; † 1410 ebenda). Erstmals schriftlich erwähnt wird Andrea Vanni 1349. Vanni stand unter dem Einfluss von Simone Martini und den Brüdern Ambrogio und Pietro Lorenzetti. Vanni gehörte dem Freundes- und Schülerkreis der heiligen Katharina von Siena an. 1353 eröffnete er zusammen mit Bartolo di Fredi eine eigene Kunstwerkstatt (Bottega), seit 1355 war er Mitglied der Gilde Arte dei pittori in Siena. Seine politische Karriere begann 1363 in Montalcino als Castellano del Cassero. 1369 nahm er an der Wahl des Senators teil und wurde ein Jahr später Mitglied des Gran Consiglio della Repubblica (Großer Rat der (seneser) Republik). Ein weiteres Jahr später bekleidete er das Amt des Gonfaloniere des Stadtdrittels San Martino. 1373 wurde er Gesandter Sienas beim Papst Gregor XI. in Avignon, danach bekleidete er um 1377 das Amt des Provveditore di Biccherna in Siena. Ein Jahr später wurde er Mitglied der Balìa, ein weiteres später Capitano del Popolo. Etwa 1383 bis 1385 wirkte er in Neapel als Botschafter und Maler und malte in Sizilien. Vannis beste Werke sind die im Dom von Siena sowie das Bildnis und das Fresko (1375) der Heiligen Katharina im Kloster San Domenico. In Santa Maria della Scala hinterließ er in der Compagnia di Santa Maria sotto le Volte die Werke Cristo benedicente und Sibilla che predice ad Augusto la nascita di Cristo (Fresko in der Sakristei der Compagnia). Andrea Vanni starb am 2. Oktober 1413 oder 1414 in Siena. Früher wurde als sein Sterbeort nicht Siena angenommen, da er im Register von San Domenico fehlt, später wurde das Grab im Kreuzgang lokalisiert.

Werke (Auswahl)

Literatur

Commons: Andrea Vanni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 vgl. Saur/AKL
  2. ↑ DBI, der Bruder Francesco ist dabei nicht mit Francesco Vanni zu verwechseln. Beide wurden im Familiengrab der Vanni in der Basilica di San Domenico in Siena beigesetzt, Francesco 1394, Cristoforo 1411.
  3. ↑ Saur und DBI. Die Tochter Antonia wurde am 18. Juli 1420 in San Domenico beigesetzt
  4. ↑ Cristofano Guidini im DBI, abgerufen am 21. September 2012 (ital.)
  5. 1 2 3 4 vgl. DBI
  6. 1 2 3 Giacomo De Nicola: Andrea di Vanni d’Andrea. In: Ulrich Thieme, Felix Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 1: Aa–Antonio de Miraguel. Wilhelm Engelmann, Leipzig 1907, S. 464–465 (Textarchiv – Internet Archive).
  7. 1 2 3 4 5 6 7 Fondazione Zeri der Universität Bologna
  8. ↑ Polo Museale Fiorentino zum Bild in den Uffizien, abgerufen am 22. September 2012 (italienisch).
  9. ↑ Schatzkammern der Basilika Mariazell. Abgerufen am 26. Mai 2021.
  10. ↑ Piero Torriti: Tutta Siena. Contrada per Contrada. S. 382.
  11. ↑ Piero Torriti: Tutta Siena. Contrada per Contrada. S. 375.
  12. ↑ Piero Torriti: Tutta Siena. Contrada per Contrada. S. 358.
  13. ↑ Piero Torriti: Tutta Siena. Contrada per Contrada. S. 341 und 390.