Andreas Bolte

Andreas Bolte (* 10. Mai 1966 in Bad Hersfeld) ist ein deutscher Forstwissenschaftler und Ökologe. Er leitet seit 2006 das Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde und ist außerplanmäßiger Professor für Waldökologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Seine Forschung befasst sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Waldökosysteme sowie mit Strategien für deren Anpassung und Restaurierung.

Leben

Von 1986 bis 1992 studierte Bolte Forstwissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen. Von 1993 bis 2001 war er wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Forstökologie und Walderfassung der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft in Eberswalde. 1999 wurde er an der Technischen Universität Dresden in Tharandt zum Dr. rer. silv. promoviert. Von 2001 bis 2002 wirkte er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Waldbau der Universität Göttingen, 2004 als Gastwissenschaftler am Southern Swedish Forest Research Institute der schwedischen Landwirtschaftsuniversität (SLU) in Alnarp. Nach positiver Evaluierung wurde er 2005 am Institut für Waldbau der Universität Göttingen zum Juniorprofessor ernannt. Seit 2006 ist er außerplanmäßiger Professor für Waldökologie an der Universität Göttingen, im selben Jahr übernahm er die Leitung des Thünen-Instituts für Waldökosysteme in Eberswalde.

Wirken

Boltes Forschungsschwerpunkte liegen in der Waldökologie, der Vegetationsökologie und der Ökophysiologie. Er untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf Waldökosysteme, darunter die Folgen der Dürrejahre 2018 und 2019, und entwickelt Strategien für die Anpassung der Wälder.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die sogenannte assistierte Migration, bei der Baumarten mit Blick auf den Klimawandel gezielt aus südlichen Regionen importiert werden. An einer 2024 in Nature Climate Change veröffentlichten Studie, für die Daten aus 587 europaweiten Herkunftsversuchen mit 2.964 Provenienzen sieben wichtiger Baumarten ausgewertet wurden, war Bolte als Co-Autor beteiligt. Darin wird modelliert, dass eine gezielte assistierte Migration die Kohlenstoffsenke der europäischen Wälder unter dem Klimawandel erhalten kann.

2024 berief Bundesumweltministerin Steffi Lemke Bolte in den Wissenschaftlichen Beirat für Natürlichen Klimaschutz, der das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit bei der Umsetzung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz berät.

Als Waldexperte tritt Bolte regelmäßig in der Öffentlichkeit auf. 2024 sprach er mit der Zeit über die Folgen der Klimakatastrophe für die Wälder.

Schriften (Auswahl)

Medien (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Prof. Dr. Andreas Bolte (Lebenslauf). In: thuenen.de. Thünen-Institut, Institut für Waldökosysteme, abgerufen am 24. Oktober 2026.
  2. 1 2 Der Wissenschaftliche Beirat für Natürlichen Klimaschutz (WBNK). In: wissenschaftlicher-beirat-fuer-natuerlichen-klimaschutz.de. Abgerufen am 24. Oktober 2026.
  3. 1 2 3 3 Fragen an … Prof. Dr. Andreas Bolte. In: kompetenzzentrum-nk.de. Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz, abgerufen am 24. Oktober 2026.
  4. ↑ Klimawandel und Waldanpassung. In: thuenen.de. Thünen-Institut, Institut für Waldökosysteme, abgerufen am 24. Oktober 2026.
  5. ↑ D. Chakraborty, A. Ciceu, D. Ballian, M. Benito Garzón, A. Bolte et al.: Assisted tree migration can preserve the European forest carbon sink under climate change. In: Nature Climate Change. Band 14, Nr. 8, 2024, S. 845–852, doi:10.1038/s41558-024-02080-5.
  6. 1 2 Ohne die Hilfe des Menschen schaffen unsere Wälder es nicht. In: DIE ZEIT. Abgerufen am 24. Oktober 2026.
  7. 1 2 Stirbt der Wald? Nein, und er braucht weniger Alarm. In: forstpraxis.de. 13. September 2024, abgerufen am 24. Oktober 2026.
Personendaten
NAME Bolte, Andreas
KURZBESCHREIBUNG deutscher Forstwissenschaftler und Waldökologe
GEBURTSDATUM 10. Mai 1966
GEBURTSORT Bad Hersfeld