Andreas Erhard

Karl Andreas Erhard (auch Andrä Erhard; * 29. Jänner 1791 in Bozen; † 27. November 1846 in München) war ein Schriftsteller und Philosoph.

Leben

Erhard war Sohn armer Landwirte. Nach dem frühen Tod der Eltern kam er zu Verwandten seiner Mutter in Farchant. Im Alter von acht Jahren kam er an die Klosterschule Tegernsee, er wurde Sängerknabe und kam in die Lateinschule des Klosters Ettal. Nach der Auflösung der bayerischen Klöster im Rahmen der Säkularisation 1803 kam er in das Konvikt des Stifts Wilten. Von dort aus besuchte er das Innsbrucker Gymnasium; anschließend war er am Gymnasium Bozen. Seine gymnasialen Studien beendete er 1808 am (heutigen) Wilhelmsgymnasium München, bevor er das obligatorische, zweijährige Grundstudium der Philosophie am angeschlossenen Lyzeum aufnahm. Ab Herbst 1810 studierte er Theologie an der Universität Landshut. Nachdem er aber mit dem Regens des Seminars Georgianum in Konflikt geraten war, wechselte er zum Studium der Philosophie und Philologie.

Erhard erhielt während des Studiums keine weitere finanzielle Unterstützung durch seine Verwandten. Deshalb betätigte er sich als Privatlehrer. Er wurde in einem Knaben-Erziehungs-Institute Präfekt und Lehrer, dann 1820 Rektor und Oberlehrer in Landshut und nach bestandener Konkursprüfung 1824 Professor der Poesie an einem Gymnasium in München. 1826 berief ihn König Ludwig zum Lehrer der Prinzen für Philologie, Geschichte und Stylistik. In dieser Position blieb er bis 1844. 1832 folgte er einem Ruf als außerordentlicher Professor an die Ludwig-Maximilians-Universität München. 1837 bekam er die ordentliche Professur für theoretische und praktische Philosophie übertragen. Zwischen 1831 und 1839 wurde er zum Dr. phil. promoviert.

Karl Andreas Erhard starb 1846 im Alter von 55 Jahren in München.

Grabstätte

Grab von Karl Erhard auf dem Alten Südlichen Friedhof in München

Die Grabstätte von Karl Erhard befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 15 – Reihe 1 – Platz 47, Standort).

Ehrung

Erhard wurde 1842 durch König Otto von Griechenland mit dem goldenen Ritterkreuz des Erlöser-Ordens ausgezeichnet.

Werke (Auswahl)

Philosophische Werke
Belletristik

Literatur

Commons: Andreas Erhard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ In der ADB, DDB und DBE abweichend 1790.
  2. ↑ Max Leitschuh: Die Matrikeln der Oberklassen des Wilhelmsgymnasiums in München, München 1970–1976; Bd. 3, S. 230.
  3. ↑ In der Titelei von Wallece (1831) wird er noch ohne Doktortitel geführt, ab dem Handbuch der Logik (1839) erscheint dieser regelmäßig.
  4. ↑ Schiermeier/Scheungraber, Alter Südlicher Friedhof in München, Übersichtsplan, 2008, ISBN  978-3-9811425-6-3 Titel auf Verlagsseite
  5. ↑ Reiner Kaltenegger, Gräber des Alten Südfriedhofs München - Inschriften - Biographien , 1. Auflage 2019, PDF-Ausgabe, S. 3227
  6. ↑ Grab von Karl Andreas Erhard. In: stadtgeschichte-muenchen.de. 19. Juni 2026.
  7. ↑ Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern 1845, S. 48.
Personendaten
NAME Erhard, Andreas
ALTERNATIVNAMEN Erhard, Karl Andreas (vollständiger Name); Erhard, Andrä
KURZBESCHREIBUNG deutscher Richter und Philosoph
GEBURTSDATUM 29. Januar 1791
GEBURTSORT Bozen
STERBEDATUM 27. November 1846
STERBEORT München