Andreas Heege

Andreas Heege (* 1957 in Wattenscheid) ist ein Mittelalter- und Neuzeitarchäologe. Er hat die deutsche sowie die schweizerische Staatsbürgerschaft inne und lebt in der Schweiz.

Leben

Ausbildung

Heege studierte Ur- und Frühgeschichte mit den Schwerpunkten Neolithikum, Metallzeiten, Früh- und Hochmittelalter an den Universitäten Köln und Bonn beiGernot Jacob-Friesen, Jens Lüning, Gerhard Bosinski, Hermann Schwabedissen, Wolfgang Taute und Volker Bierbrauer. In seiner Magisterarbeit befasste er sich mit dem Thema der Grabfunde der Merowingerzeit aus Heidenheim-Großkuchen. Seine Dissertation trägt den Titel Hambach 500. Villa rustica und früh- bis hochmittelalterliche Siedlung Wüstweiler (Gemeinde Niederzier), Kreis Düren.

Berufliches Wirken

Nach dem Studium arbeitete er als Assistent am Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen und als Stadtarchäologe in Einbeck, Niedersachsen. Als Ergebnis seines dortigen Wirkens entstand 2002 eine Ausstellung und die Publikation „Einbeck im Mittelalter. Eine archäologisch-historische Spurensuche“.

Seit 2002 ist Andreas Heege als selbständiger Archäologe und wissenschaftlicher Autor der Firma „Archäo-Service“ in Zug tätig, ebenso für Archäologie Schweiz, die Kantonsarchäologie Schaffhausen, die Kantonsarchäologie Zug und die Gemeinde Bäriswil. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Redakteur arbeitete er im Archäologischen Dienst des Kantons Bern.

Langnauer Keramik: Hochzeitsschüssel oder Schauessen, um 1800

Von 2011 bis 2014 war Heege wissenschaftlicher Mitarbeiter der Landesarchäologie des Fürstentums Liechtenstein und dort zuständig für die Auswertung der Funde der Ausgrabung „Kirchhügel Bendern“, die mittlerweile publiziert vorliegen. Zwischen dem 1. Januar 2014 und dem 21. September 2017 betreute er im Auftrag der Gemeinde Langnau im Emmental zusammen mit Andreas Kistler aus Bäriswil das Dokumentations- und Auswertungsprojekt „Langnauer Keramik“. 2015 folgte eine Auswertung der mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramik des Bäderquartiers von Baden im Aargau im Auftrag der Kantonsarchäologie Aargau. 2015/2016 bearbeitete er den gesamten Bestand deutschschweizerischer Keramik des Musée Ariana in Genf als Grundlage für die Ausstellung „Schnaps et Rösti“. Seit Juni 2017 wertete er Keramik der Hafnerei Lötscher in St. Antönien im Prättigau, Kanton Graubünden aus. Die Forschungsergebnisse erscheinen im April 2018 aus Anlass einer Ausstellung im Rätischen Museum in Chur.

Zum 60. Geburtstag erhielt Andreas Heege 2017 eine Festschrift mit dem Titel „Vom Bodenfund zum Buch – Archäologie durch die Zeiten“. Die Publikation erschien dual als gedrucktes Buch und als Sonderband der Online-Zeitschrift Historische Archäologie der Universität Kiel.

Seit April 2018 hat Andreas Heege das Projekt CERAMICA CH übernommen und eine kostenlose, internetbasierte Bilddatenbank für Keramik der Schweiz gestaltet, die am 1. Dezember 2019 aufgeschaltet wurde. Sie beinhaltet momentan (Januar 2024) die Kantone NE, SO, VD und GR. Außerdem wurden alle Keramiken aus Bäriswil BE, Langnau BE, Blankenburg BE, Ebikon-Luzern LU und St. Antönien GR, Bugnei GR, die sich in öffentlichen Sammlungen befinden, aufgeschaltet. Im Januar 2023 haben die Inventarisationsarbeiten im Kanton Bern begonnen, der Schwerpunkt liegt 2025/26 auf der Sammlung der Stiftung Schloss Thun.

Seit 2021 ist Andreas Heege hauptverantwortlicher Redakteur der Keramikfreunde der Schweiz.

Forschungsschwerpunkte

Zu Heeges Forschungsschwerpunkten gehört die materielle Kultur vom Frühmittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Besonderes Interesse besteht für die Erforschung des Töpferhandwerks, der Töpferöfen und der Keramik in Deutschland und der Schweiz. Daneben interessiert ihn die Erforschung des Alltagslebens und der Sachkultur im Mittelalter und der Neuzeit. Ein besonderes Interesse hat er an der Verknüpfung von archivalischen und archäologischen Informationen im Sinne von Historischer Archäologie. Zu seinen Hobbys gehört die Erforschung der Tabakpfeifen (Tonpfeifen) in Deutschland und der Schweiz, das Sammeln von Fotos mit Essigfässchen aus Steinzeug sowie der Keramik aus Bäriswil, Langnau und St. Antönien im Prättigau. Andreas Heege ist seit langem dem Internationalen Arbeitskreis Keramikforschung verbunden.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Grabfunde der Merowingerzeit aus Heidenheim-Großkuchen (= Materialhefte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg 9), Stuttgart 1987.
  2. ↑ Hambach 500. Villa rustica und früh- bis hochmittelalterliche Siedlung Wüstweiler (Gemeinde Niederzier), Kreis Düren (= Rheinische Ausgrabungen 41). Köln/Bonn 1997.
  3. ↑ Seite des Seminars für Ur- und Frühgeschichte.
  4. ↑ Digitalisat.
  5. ↑ Kantonsarchäologie im Kanton Schaffhausen.
  6. ↑ Kantonsarchäologie Zug.
  7. ↑ archäologischer Dienst Kanton Bern (Memento des Originals vom 13. Januar 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. ↑ Archäologie bei der Landesverwaltung Liechtenstein.
  9. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. ↑ Kantonsarchäologie Aargau.
  11. ↑ Schnaps & rösti.
  12. ↑ Die Hafner Lötscher in St. Antönien. Zur bedeutenden Keramikproduktion des 19. Jhs. in einer Walsersiedlung des Prättigaus.
  13. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 27. November 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  14. ↑ Sonderband 1: Vom Bodenfund zum Buch. Archäologie durch die Zeiten. Festschrift für Andreas Heege.
  15. ↑ schlossthun.ch
  16. ↑ keramikfreunde.ch
  17. ↑ Mittelalter und Neuzeit, eine Einführung in die Grundlagen. 2010. Link zum PDF (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive)
  18. ↑ KnasterKOPF – Fachzeitschrift für Tonpfeifen und historischen Tabakgenuss.
  19. ↑ Andreas Heege: Rauchzeichen über Helvetien. Zum Stand der Tonpfeifenforschung in der Schweiz unter besonderer Berücksichtigung des Kantons Bern. In: Journal of the Academie internationale de La Pipe 4, 2011, 15–38.
  20. ↑ Andreas Heege: Essigsäuli-Essigfässchen-baril à vinaigre-vinaigrier. Eine elsässische Keramik-Sonderform aus Steinzeug „Westerwälder Art“. In: Harald Siebenmorgen (Hrsg.): Blick nach Westen. Keramik in Baden und im Elsass. 45. Internationales Symposium Keramikforschung Badisches Landesmuseum Karlsruhe 24.8.-28.9.2012. Karlsruhe 2013, 99-105.