Andreas Jurca (* 21. Oktober 1987 in Oțelu Roșu, Rumänien) ist ein Politiker (AfD) mit rumänischer und deutscher Staatsbürgerschaft. Er ist seit 2023 Mitglied des Bayerischen Landtages. Gegen Jurca läuft seit Januar 2026 ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue und Betrugs. Im April 2026 wurde außerdem bekannt, dass Jurca einen wegen Vergewaltigung bestraften Mitarbeiter beschäftigt.
Jurca kam als Spätaussiedler (Banater Berglanddeutscher) im Alter von vier Jahren von Rumänien nach Deutschland.
Jurca machte 2004 seinen qualifizierenden Hauptschulabschluss. Von 2004 bis 2006 war er als Hilfsarbeiter tätig. 2006 leistete er seinen Wehrdienst bei der Luftwaffe ab. Von 2007 bis 2008 erwarb er die Mittlere Reife, von 2008 bis 2010 absolvierte er die Allgemeine Fachhochschulreife und von 2010 bis 2011 die Fachgebundene Hochschulreife an der FOS Augsburg. Von 2011 bis 2015 studierte er Chemie (Bachelor of Science) und von 2015 bis 2017 „Chemie und Energie“ (Master of Science) an der Hochschule Zittau/Görlitz. Von 2017 bis 2018 absolvierte er als Rechtspflegeanwärter ein Studium zum Diplom-Rechtspfleger (FH), welches er jedoch vorzeitig abgebrochen hat.
Jurca ist seit März 2014 AfD-Mitglied. Von 2017 bis 2019 war er stellvertretender Kreisschatzmeister. Jurca ist seit 2019 Kreisvorsitzender, seit 2019 Bezirksschatzmeister und seit 2024 stellvertretender Landesschriftführer.
Bei der Landtagswahl 2018 trat er im Stimmkreis Augsburg-Stadt-West als Direktkandidat an und erhielt als Drittplatzierter 11,5 % der Stimmen.
Von 2018 bis 2019 arbeitete er als Referent des Bildungsausschussvorsitzenden Markus Bayerbach und von 2019 bis Oktober 2023 als Parlamentarischer Referent der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag. 2020 kandidierte Jurca für die AfD für das Amt des Oberbürgermeisters in Augsburg. Er verfehlte mit 4,8 % der Stimmen den Einzug in die Stichwahl. 2026 kandidierte er erneut bei der Oberbürgermeisterwahl in Augsburg und erhielt 12,4 % der Stimmen.
Seit 2020 ist Jurca Stadtrat in Augsburg. Von 2020 bis 2023 war er Fraktionsvorsitzender der Stadtratsfraktion der AfD. Im Oktober 2023 trat er als Direktkandidat im Stimmkreis Augsburg-Stadt-Ost an, wo er mit 15,4 % der Stimmen den dritten Platz erreichte, und wurde als Sechstplatzierter über die Wahlkreisliste Schwaben in den Bayerischen Landtag gewählt. Jurca ist Mitglied des Haushaltsausschusses des Bayerischen Landtages.
Im Jahr 2018 schlug Jurca laut Gerichtsbeschluss in einer Diskothek zwei Frauen mit der flachen Hand ins Gesicht. Er erhielt hierfür einen Strafbefehl wegen Körperverletzung und das Gericht legte eine Strafe von 60 Tagessätzen zu je 15 Euro fest. Durch das Bezahlen der Strafe wurde das Urteil Anfang 2019 rechtskräftig.
Mitte August 2023 geriet Jurca in die Schlagzeilen, nachdem er bei einem mutmaßlichen Angriff auf ihn Verletzungen erlitten hatte. Anfang Oktober 2023 wurden von der Polizei zwei Tatverdächtige im Alter von 19 und 21 Jahren ermittelt und Wohnungsdurchsuchungen durchgeführt. Der Verdacht gegen beide Männer konnte nicht erhärtet werden. Ein Vergleich mit DNA, die bei Jurca sichergestellt wurde, ergab keinen Treffer. Auch die Auswertung der Handydaten der beiden Tatverdächtigen zeigte, dass sie sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in der entsprechenden Gegend aufhielten. Daraufhin wurden die Ermittlungen eingestellt.
Im März 2024 wurde bekannt, dass Jurca und zwei weitere bayerische AfD-Landtagsabgeordnete, Elena Roon und Ulrich Singer, als Experten für Demokratie durch die Bürgerkammer der Russischen Föderation zur Präsidentschaftswahl in Russland vom 15. bis 17. März 2024 eingeladen wurden, um die Wahl zu beobachten. Trotz ablehnender Haltung der AfD-Fraktion des bayerischen Landtages hat Jurca die Einladung angenommen.
Die Delegation der AfD besuchte daraufhin Wahllokale in Wladiwostok, während offizielle Wahlbeobachter der OSZE nicht einreisen durften. Berichten zufolge handelt es sich hierbei um eine Praxis in Russland, Vertreter rechtsextremer europäischer Parteien einzuladen, um den russischen Scheinwahlen Legitimation zu verleihen.
Die AfD-Bundesspitze hatte empfohlen, die Reise nicht anzutreten. Mit Verweis auf die Parteisatzung wurden die drei Abgeordneten im April 2024 wegen Durchführung der Reise abgemahnt.
Am 22. Januar 2026 führten die Staatsanwaltschaft Augsburg und das Bayerische Landeskriminalamt Durchsuchungen in den Privaträumen sowie den Abgeordnetenbüros des Bundestagsabgeordneten Raimond Scheirich und Jurca. Hintergrund des Ermittlungsverfahrens sind Vorwürfe der Untreue und des Betrugs.
Den beiden Politikern, die zum Tatzeitpunkt als Fraktionsvorsitzende der AfD im Augsburger Stadtrat fungierten, wird vorgeworfen, in den Jahren 2022 und 2023 städtische Gelder für die Fraktionsarbeit zweckentfremdet zu haben. Laut Ermittlungsbehörden sollen diese Mittel unter anderem für parteiinterne Fortbildungen und Teambuilding-Maßnahmen (beispielsweise in Garmisch-Partenkirchen) genutzt worden sein, die nicht den Förderrichtlinien der Stadt entsprachen. Zudem bestehe der Verdacht, dass die Gelder in den Rechenschaftsberichten bewusst falsch deklariert wurden, um Rückforderungen der Stadt Augsburg zu umgehen.
Die Ermittlungen wurden durch eine Strafanzeige ausgelöst, wobei die Vorwürfe laut Medienberichten ursprünglich aus internen Kreisen der Augsburger AfD-Fraktion stammten. Beide Abgeordneten bestreiten die Vorwürfe.
Im April 2026 wurde bekannt, dass Jurca einen wegen Vergewaltigung rechtskräftig verurteilten Mitarbeiter beschäftigt. Der Mitarbeiter, Philip W., Gründungsmitglied der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland, gestand in im Prozess die Tatvorwürfe zur Vergewaltigung seiner damaligen Freundin. Dennoch verteidigte Jurca die Anstellung mit dem Argument, es habe sich um ein Beziehungsdrama gehandelt, bei dem seinem Mitarbeiter „übel mitgespielt“ worden sei. Laut Bayerischem Landtag ist die Beschäftigung zulässig, da die Personalauswahl in der Eigenverantwortung der Abgeordneten liege.
Später veröffentlichte Jurca einen Podcast, in dem er zusammen mit dem verurteilten Täter und einer weiteren Mitarbeiterin zu den Vorwürfen Stellung bezog. Hierbei stellten sie die Glaubwürdigkeit des Vergewaltigungsopfers infrage und schilderten die Vorfälle aus Sicht des Täters. Im April wurde Jurca von der jungen Frau wegen Verleumdung angezeigt. Jurca weist die Vorwürfe zurück.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jurca, Andreas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (AfD), MdL |
| GEBURTSDATUM | 21. Oktober 1987 |
| GEBURTSORT | Oțelu Roșu (deutsch: Ferdinandsberg), Rumänien |