Andreas Otti

Andreas Otti (geboren am 24. September 1968 in Bad Berleburg) ist ein deutscher Politiker (AfD). Seit 2026 ist er Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses.

Leben

Herkunft und berufliche Tätigkeit

Otti wurde als Sohn eines Beamten und einer Krankenschwester in Bad Berleburg geboren und wuchs unter anderem in Erndtebrück auf.

Nach eigenen Angaben ist Otti ausgebildeter Betriebswirt Personalwirtschaft. Otti war lange Jahre als Berufsoffizier bei der Luftwaffe tätig und absolvierte sowohl Einsätze in der Bundesrepublik als auch im Rahmen der NATO in den USA, Kanada und anderen Ländern. Um sich seinem politischen Engagement zu widmen, war Otti von seinen militärischen Tätigkeiten beurlaubt, inzwischen ist er im Ruhestand. Zuletzt war er beim Kommando Luftwaffe auf dem ehemaligen Flugplatz Gatow stationiert.

Politik

Otti war nach eigenen Angaben mehr als 20 Jahre Mitglied der CSU sowie der Paneuropa-Union. 2014 trat er aus der CSU aus und trat der AfD bei. Seit 2015 ist Otti Vorsitzender des AfD-Bezirksverbandes Spandau.

Nach den Wahlen zu den Berliner Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) 2016 hatte die AfD das Anrecht, einen der Bezirksstadtratsposten im Bezirk Spandau zu nominieren. Otti wurde im dritten Wahlgang gewählt und übernahm die Ressorts Facility Management, Umwelt- und Naturschutz. Seine Amtszeit als Bezirksstadtrat war von Beschwerden über seine Tätigkeit, unter anderem mangelnder Kostenkontrolle, geprägt.

Bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus 2021 in Berlin trat Otti im Wahlkreis Spandau 5 an, verfehlte das Direktmandat jedoch mit 8 Prozent. Auch bei der Wiederholungswahl 2023 verfehlte er das Mandat mit 8,1 Prozent. Er wurde jedoch wieder in die Bezirksverordnetenversammlung gewählt und übernahm dort den Vorsitz der AfD-Fraktion; zudem war er Mitglied in den Ausschüssen Haushalt, Schule, Stadtentwicklung sowie Integration. Seine Fraktion nominierte Otti für den der AfD nach Proporz zustehenden Bezirksstadtratsposten für Ordnungsangelegenheiten; er scheiterte seit 2021 in über 30 Wahlgängen, sodass der Posten unbesetzt blieb bzw. kommissarisch von einem anderen Bezirksstadtrat geleitet wurde.

Abseits der Spandauer Bezirkspolitik trat Otti mehrfach bei anderen Wahlen an. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte Otti im Bundestagswahlkreis Berlin-Spandau – Charlottenburg Nord, verfehlte das Mandat jedoch mit 13,4 Prozent der Stimmen. 2023 unterlag Otti bei der AfD-Mitgliederversammlung für die Aufstellung der Wahl-Liste für die Europawahl 2024 deutlich Maximilian Krah. 2025 kandidierte Otti erneut im Bundestagswahlkreis Berlin-Spandau – Charlottenburg Nord, unterlag jedoch erneut mit 19,7 Prozent der Stimmen.

2025 nominierte die AfD Otti für die Abgeordnetenhauswahl 2026 im Wahlkreis Spandau 2, jedoch ohne Platz auf der Landesliste. Er gewann das Direktmandat mit 23,9 Prozent der Stimmen und zog ins Parlament ein.

Privat

Otti ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Politik und Leben. In: andreasotti.de. Abgerufen am 13. Oktober 2026.
  2. 1 2 3 4 Martin Völkel: Der gebürtige Berleburger Andreas Otti wird beinahe AfD-Spitzenkandidat. In: Siegener Zeitung. 12. September 2023, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  3. 1 2 Der Landeswahlleiter: Wahlkreisvorschläge, Bezirks- und Landeslisten für die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin sowie Bezirkswahlvorschläge für die Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen am 20. September 2026. (PDF; 4,1 MB) In: Amtsblatt für Berlin. Landesverwaltungsamt Berlin, 27. August 2026, abgerufen am 21. September 2026.
  4. 1 2 3 André Görke: Der 7. Versuch der AfD: Seit Monaten fällt Andreas Otti im Rathaus Spandau durch. In: Tagesspiegel. 16. März 2022, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  5. ↑ Bundestagswahl 2025: AfD-Kandidat sieht „Spandau am Limit“ – kein Problem mit Höcke & Co. Abgerufen am 13. Oktober 2026.
  6. 1 2 3 4 5 Katrin Albrecht, Gregor Aisch, Christian Fuchs, Marina Guldimann, Christoph Heinemann, Stephanie Jauss, Alicia Kleer, Mariya Martiyenko, Martin Nejezchleba, Christian Parth, Tilman Steffen und Anastasia Tikhomirova: Das sind die AfD-Abgeordneten im Berliner Abgeordnetenhaus. In: Zeit.de. 22. September 2026, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  7. ↑ FUNKE Mediengruppe: Berliner AfD nominiert ersten Stadtrats-Kandidaten. 28. September 2016, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  8. ↑ André Görke: Spannendes Ringen um die Macht in Spandau: Wer bekommt welchen Posten? Und wen stellt die AfD auf? In: Tagesspiegel. 13. Oktober 2026, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  9. ↑ Das Bezirksamt Spandau hat sich konstituiert – Unterwegs in Spandau. Abgerufen am 13. Oktober 2026.
  10. ↑ AfD-Vertreter fallen durch. In: Neues Deutschland. 17. Januar 2022, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  11. ↑ BVV-Team – AfD Fraktion Berlin Spandau. Abgerufen am 13. Oktober 2026.
  12. ↑ Dennis Meischen: Spandau: AfD-Politiker Andreas Otti fällt zum 12. Mal durch. 23. November 2022, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  13. ↑ Wird ein Ex-BND-Mann Stadtrat in Spandau?: AfD stellt überraschend neuen Kandidaten – so reagieren CDU, SPD, Linke und Co. In: Tagesspiegel. 23. Juni 2025, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  14. ↑ André Görke und Felix Hackenbruch: Bundestagswahl 2017: Spandaus AfD-Stadtrat zieht es in den Bundestag. In: Tagesspiegel. 6. August 2017, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  15. ↑ Ergebnisse Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin am 20. September 2026 in 0502 - Spandau 2. Abgerufen am 13. Oktober 2026.
Personendaten
NAME Otti, Andreas
KURZBESCHREIBUNG deutscher Politiker (AfD), MdA
GEBURTSDATUM 24. September 1968
GEBURTSORT Bad Berleburg