Andreas Riem

Johann Andreas Riem (Pseudonym: C. A. E. Schmidt; * 22. August 1749 in Frankenthal; † 21. März 1814 in Speyer) war ein deutscher evangelisch-reformierter Theologe, Geistlicher und Publizist der Aufklärungszeit.

Leben

Riem war Sohn eines Rektors der Lateinschule und Pfarrers in Frankenthal. Er studierte Evangelische Theologie und Philosophie an der Universität Heidelberg und war anschließend als Hauslehrer tätig. Im Jahr 1776 erlangte er das Pfarramt in Friedrichswalde und begann seine publizistische Tätigkeit. 1782 wurde er Pfarrer am Berliner Friedrichshospital. 1787 übernahm er außerdem das Direktorat der Königlichen Kunst- und Buchhandlung in Berlin.

Riem wurde 1788 zum Beständigen Sekretär und Assessor der Königlich-Preußischen Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften. Im selben Jahr trat er als starker Gegner des gegen die Bemühungen der Aufklärung gerichteten Religionsedikts von Johann Christoph von Woellner in Erscheinung. Diese Gegnerschaft trug ihm ein Disziplinarverfahren wegen aufrührerischem Verhalten ein. Das endete schließlich mit einem bloßen Verweis und der Aufforderung, sein Pfarramt niederzulegen, was er 1789 tat. Bis 1790 war er noch an der Akademie tätig, 1791 wurde er nichtresidierender Domherr am Stift Herford.

Riem nahm durch seine Schriften am tagespolitischen Geschehen teil. So trat er seit 1793 für einen Friedensschluss mit dem revolutionären Frankreich ein. 1795 nahm die preußische Regierung ihn zunehmend als Gefahr wahr, wies ihn ohne Prozess und Urteil in das Kurfürstentum Sachsen aus und ließ seine Zeitschrift Europa in seinen politischen und Finanzverhältnissen verbieten, während seine Familie in Berlin verblieb. Er bereiste daraufhin Westeuropa und wurde als Diplomat für die Regierung von Frankreich und die der Batavischen Republik tätig. Diesen Tätigkeiten ging er bis 1800 nach und berichtete darüber in seinem achtbändigen Werk Reisen durch Deutschland, Frankreich, England und Holland in verschiedener, besonders politischer Hinsicht in den Jahren 1785, 1795, 1796, 1797 und 1798. 1799 wurde er über mehrere Monate von Österreich festgehalten, nachdem er bei einer Niederlage bei den Koalitionskriegen zusammen mit französischen Truppen, die er begleitete, festgenommen wurde.

Riem kehrte schließlich in seine Pfälzer Heimat zurück und ließ sich 1802 als Advokat in Speyer nieder. Finanziell und gesundheitlich wurde seine Lage jedoch immer schlechter, sodass er 1811 in das Bürgerspital der Stadt aufgenommen werden musste.

Riems publizistische Aktivitäten waren sehr vielfältig. Er begann mit historischen Romanen, machte sich dann als Vertreter der Neologie (der evangelischen Aufklärungstheologie) einen Namen und nahm schließlich eine Wendung vom Vertreter der Berliner Spätaufklärung zu einem der ersten radikalen Demokraten in Deutschland. So kämpfte er für Rechtssicherheit, die Abschaffung von Privilegien und die bürgerliche Gleichstellung der Juden.

Publikationen (Auswahl)

Herausgeberschaften
Schriften

Literatur

Personendaten
NAME Riem, Andreas
ALTERNATIVNAMEN Riem, Johann Andreas (vollständiger Name); Schmidt, C. A. E. (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Publizist, Theologe und Geistlicher
GEBURTSDATUM 22. August 1749
GEBURTSORT Frankenthal (Pfalz)
STERBEDATUM 21. März 1814
STERBEORT Speyer