Andres Bosshard

Andres Bosshard (* 1955 in Zürich) ist ein Schweizer Musiker und Künstler, der im Bereich der Klangkunst und Klangarchitektur als „internationale Koryphäe“ gilt.

Leben

Bosshard studierte Musik- und Kunstwissenschaft an der Universität Zürich. Danach war er langjährig als Querflötenlehrer tätig. Der Künstler begann als Maler und realisierte eine Reihe von Aktionen. Seit Mitte der 1980er-Jahre trat er in Improvisationsgruppen wie Planet Oeuf, Nachtluft oder Monsieur Jean Sextett auf, bevor er sich experimentellem Musiktheater zuwandte, Klanginstallationen realisierte, eigene live-elektronische Musikinstrumente entwickelte und als improvisierender Musiker auftrat. Für seine Projekte erhielt Andres Bosshard verschiedene Auszeichnungen und namhafte Werkbeiträge, wie zum Beispiel 2017 einen Schweizer Musikpreis.

Musikprojekte

Andres Bosshard begann mit Klangexpeditionen die klingende Umgebung in allen ihren möglichen Raumtiefen zu erforschen und produzierte in der Folge mehrere umfangreiche, zum Teil weltweit vernetzte Medienprojekte.

Klangarchitekturen

In Zusammenarbeit mit Architekten und Landschaftsplanern entstanden mehrere ständig betriebene Klangarchitekturen. Seit 2000 betreibt Andres Bosshard zudem Klangforschung im urbanen Aussenraum in einem wachsenden Netz von Klanggärten. Seit 2005 regelmässig Aufträge vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) in Bern, vom Kanton Zürich, der Stadt Zürich und von der Stadt Basel in Zusammenarbeit mit Trond Maag urbanIdentity. 2016 KTI Forschungsauftrag in Zusammenarbeit mit CCCT, an der Hochschule Luzern, Technik und Architektur.

Klangturm

In Bosshards „Klangtürmen“ werden Impulse aus der Umgebung aufgenommen, live-elektronisch verarbeitet und wieder radial abgestrahlt.

World New Music Festival Stuttgart 2006

Während des World-New-Music-Festivals 2006 in Stuttgart wurde der Aussichtsturm im Höhenpark Killesberg von Andres Bosshard in Zusammenarbeit mit Lorenzo Brusci zu einem Klangturm umgestaltet. Sechs internationale Künstler hatten für den Höhenpark Killesberg Klangkunstwerke entwickelt. Sie hoben besondere Orte des Parks hervor, erzählten dabei dessen Geschichte und präsentierten die klanglichen Möglichkeiten der Neuen Musik. Die Installationen luden zum Hören und zum Sehen, zum Berühren und Ausprobieren ein.

Klangturm Killesberg
Klangturm im Höhenpark Killesberg

Instrumente

Für die Navigation der Klänge im Raum entwickelt und baut Andres Bosshard seine eigenen live-elektronischen Instrumente und Lautsprecher.

Lehre

Andres Bosshard unterrichtete an verschiedenen Institutionen, so war er 2003 als Gastprofessor an der KHM Köln. 2005–2020 war er Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste. Hier leitete er 2016 bis 2019 die studygroup sound im Bachelor-Studiengang des Departements Kunst und Medien. Er gestaltete 2005 musikalisch die multimediale Vorlesung Heterotopia (Vortrag, Rundumprojektion, Sound) in Zusammenarbeit mit Ulrike Felsing (Design) und Till Nikolaus von Heiseler. 2020 bis 2022 entwickelte er zusammen mit Hanspeter Litscher an der Musikhochschule Luzern die musikalischen und performativen Dimensionen des Klangkunstwerks Vier Klangtürme.

Bibliografie

Einzelnachweise

  1. 1 2 Schweizer Musikpreis 2017: Wer verdient den Grand Prix Musik 2017? In: srf.ch. SRF, 17. September 2017, abgerufen am 15. November 2017.
  2. ↑ Klangturm hat „ausgespielt“. In: noe.orf.at. 25. Oktober 2013, abgerufen am 20. März 2020.
  3. ↑ Biel – wo die Expo Geld shreddert. In: nzz.ch. 14. Mai 2002, abgerufen am 23. März 2025 (Paywall).
  4. ↑ Klangpark. In: wnmf2006.de. Archiviert vom Original am 10. Dezember 2013; abgerufen am 6. Februar 2018.
Personendaten
NAME Bosshard, Andres
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Musiker
GEBURTSDATUM 1955
GEBURTSORT Zürich, Schweiz