Angela Hoffmann (* 1957 in Hannover) ist eine deutsche Schriftstellerin, Übersetzerin, Biographin und Dozentin für kreatives Schreiben.
Während des Studiums der Philosophie und der Literaturwissenschaften engagierte sie sich im Bereich „Kreatives Schreiben“ (engl. creative writing). Ihr besonderes Interesse gilt der Tradition von ausschließlich mündlich weitergegebenen Erfahrungen und Mythen, wie in der Kultur der Indianer, der Aborigines, der Märchenerzähler in arabischen Ländern oder in Afrika sowie in Europa und den USA der Oral History. Sie unternahm Reisen nach Indien, Israel, in den Libanon, nach Jordanien, Ägypten, Marokko, Tunesien, in die USA, auf die karibischen Inseln, nach Mexiko, nach Hongkong, Singapur, Thailand, Sri Lanka und nach Südkorea. Die Erlebnisse wurden zur Inspiration für Gedichte, Kurzgeschichten, Novellen, Erzählungen, Haiku und Essays. Die Begegnung mit dem indianisch-stämmigen Schauspieler Floyd Westerman und mit der Findhorn Foundation beschrieb Angela Hoffmann in der Erzählung Unter dem Magnolienbaum.
Der Aufenthalt im Libanon inspirierte sie zur Übersetzung von Jason Leens The Death of the Prophet/Die Heimkehr des Propheten, erschienen als Fortsetzung von Khalil Gibrans Der Prophet und Im Garten des Propheten unter dem Titel Khalil Gibran: Die Propheten-Bücher, Goldmann Taschenbuch-Verlag.
1974 wurde Angela Hoffmann, nachdem sie Texte in der Literaturzeitschrift Die Horen veröffentlicht hatte, in den Verband Deutscher Schriftsteller aufgenommen und dort von der Autorin Ingeborg Drewitz gefördert. Günter Wallraff berichtete 1977 über Angela Hoffmann in „Der Aufmacher“ und „Zeugen der Anklage“ sowie in seinem Film „Informationen aus dem Hinterland – Günter Wallraff – Der Mann der bei Bild Hans Esser war.“ Sie war von 1974 bis 1988 Mitglied des Deutschen Schriftstellerverbandes (VS), heute in ver.di, und wurde 1986 als Beisitzerin in den Bundesvorstand gewählt. 1988 trat sie gemeinsam mit Günter Grass, Herta Müller, Leonie Ossowski u. a. aus dem VS aus. Sie warf 1992 dem neben ihr sitzenden Bernt Engelmann in der NDR-Talkshow vor, dass während seiner Zeit als VS-Vorsitzender andersdenkende Autoren mit „menschenverachtenden Methoden“ zum Schweigen gebracht worden seien. Henryk M. Broder dokumentiert die deutsch/deutsche Problematik im Schriftstellerverband am Beispiel der Ausbürgerung von Wolf Biermann in seinem Buch „Erbarmen mit den Deutschen“ anlässlich einer kontroversen Diskussion zwischen Angela Hoffmann und dem ehemaligen DDR-Minister Klaus Höpcke, Peter O. Chotjewitz, Bernt Engelmann und Hermann Kant in Berlin 1992.
Angela Hoffmann ist als Dozentin für kreatives Schreiben und Erzähltechnik für Biographiearbeit tätig. Gemeinsam mit dem Kendo-Lehrer Klaus Grelewicz entwickelte sie Seminare zum Thema „Kendo-Haiku-Zen“ und engagiert sich in der Hannover-Hiroshima Gesellschaft.
Angela Hoffmann schreibt in deutscher und englischer Sprache. Ihre Gedichte und Erzählungen wurden mit dem Literaturförderpreis des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Sie lebt in Adelheidsdorf bei Celle.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hoffmann, Angela |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 1957 |
| GEBURTSORT | Hannover |