Mütterlicherseits stammt Overath von Sudetendeutschen ab, was sie im ReportagenbandFließendes Land essayistisch verarbeitete und in ihrem ersten Roman Nahe Tage im Motiv des Heimatverlusts der Mutter der Protagonistin thematisierte. Sie studierte in TübingenGermanistik, Geschichte, Italianistik und Empirische Kulturwissenschaft und promovierte 1986 mit einer Arbeit über das Blau in der modernen Lyrik. Im Anschluss arbeitete sie drei Jahre als Autorin in Griechenland und kehrte 1991 nach Deutschland zurück. Inzwischen lebt Overath in Sent (Unterengadin, Schweiz). Seit 2019 ist sie deutsch-schweizerische Doppelbürgerin; ihr Heimatort ist Scuol.
Seit 1998 sind von ihr vorwiegend Prosawerke erschienen; daneben hat sie mehrere Anthologien herausgegeben. Bis 2020 war sie Dozentin an der Schweizer Journalistenschule MAZ. Ihren 2014 erschienenen Roman Sie dreht sich um widmete sie Henrike Lähnemann. Nach ihrem Umzug in das Engadin eignete sie sich die rätoromanische Sprache an, wurde Mitglied in der rätoromanischen Schriftstellervereinigung (Uniun per la Litteratura Rumantscha) und veröffentlichte (Stand 2021) auch drei zweisprachige Gedichtbände in Vallader (dem Idiom des Unterengadins) und deutsch. Die Schreibschule Sent, die sie mit ihrem Mann betreibt, ist ebenfalls zweisprachig ausgerichtet.
2006/2007: Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds
2007: London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds: Writer in Residence (Winter 2007) an der Queen Mary University of London* 2008: Schweizer Preis für unabhängigen Journalismus
Das andere Blau. Zur Poetik einer Farbe im modernen Gedicht. Metzler, Stuttgart 1987, ISBN 3-476-00616-6.
Das blaue Buch. Lesearten einer Farbe. (Hrsg. mit Angelika Lochmann). Greno, Nördlingen 1988, ISBN 3-89190-432-0.
„Von der Realität des Lebens“ – Hir das Blatt. Nachrichten aus dem Alltag mit Friedrich Hölderlin, mitgeteilt von Lotte Zimmer. Zusammengestellt von Angelika Overath und Gregor Wittkop. Friedenauer Presse, Berlin 1997, ISBN 978-3-932109-07-2.
Händler der verlorenen Farben. Wahre Geschichten. Libelle, Lengwil 1998, ISBN 3-909081-11-8.
Vom Sekundenglück brennender Papierchen. Wahre Geschichten. Libelle, Lengwil 2000, ISBN 3-909081-75-4.
Schlimme Ehen. Ein Hochzeitsbuch, aus vielen Quellen zusammengetragen. (Hrsg. mit Manfred Koch). Eichborn (Die andere Bibliothek 189), Frankfurt 2000, ISBN 3-8218-4710-7.
Die Kunst des Einfachen. (Hrsg. mit Manfred Koch). Herder, Freiburg 2000, ISBN 3-451-27825-1.
Spatzenweisheit. Herder, Freiburg 2001, ISBN 3-451-27672-0. (Niederländisch von Annette van Schoonhoven: Muss en praat. Palet Gifts, Amsterdam 2003.)
Schlaflos. Das Buch der hellen Nächte. Ein literarisches Notturno für Schlafsuchende und Wache. (Hrsg. mit Manfred Koch). Libelle, Lengwil 2002, ISBN 3-909081-47-9.
Das halbe Brot der Vögel. Portraits und Passagen. Wallstein, Göttingen 2004, ISBN 3-89244-730-6.
Generationen-Bilder. Erkundungen zum Familienglück. Libelle, Lengwil 2005, ISBN 3-905707-00-4.
zuerst vorgelegt als Generationen. Vontobel-Stiftung, Zürich 2005.
Nahe Tage. Roman in einer Nacht. Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-927-9. Übersetzt ins Italienische und Tschechische.
Genies und ihre Geheimnisse. 100 biographische Rätsel. (Mit Manfred Koch und Silvia Overath). List, Berlin 2006, ISBN 3-471-78310-5.
Als Hörbuch (gelesen von Manfred Koch): 4 Audio-CDs. Radioropa/Technisat, Daun 2008, ISBN 978-3-8368-0170-6.
Hunde mitzubringen ist erlaubt. Ein literarischer Salon. (Hrsg. mit Manfred Koch). List, Berlin 2008, ISBN 978-3-471-78311-5.
Essay in: Roman Kurzmeyer und Poger Perret (Hrsg.): Dunkelschwestern. Annemarie von Matt – Sonja Sekula. Scheidegger & Spiess, Zürich 2008, ISBN 978-3-85881-213-1.
Seepferdchen. In: Andrea Köhler (Hrsg.): Das Tier und wir. Hoffmann und Campe, Hamburg 2008, ISBN 978-3-455-40126-4. Seite 93–100.
Genies und ihre Geheimnisse. Band 2: 100 neue biographische Rätsel. (Mit Manfred Koch und Silvia Overath). List, Berlin 2009, ISBN 978-3-471-78312-2.
So träume und verschwinde ich. Liebesgedichte von Edip Cansever, Cemal Süreya und Turgut Uyar. Türkisch-Deutsch, herausgegeben und übersetzt zusammen mit Nursel Gülenaz, btb München 2021, ISBN 978-3-442-71757-6.
↑Angelika Overaths Reportage Bis ins Mark (Memento vom 9. November 2011 im Internet Archive) (PDF-Datei, 0,2 MB) beim Reporterforum e.V., abgerufen am 30. Dezember 2010.
↑Buchtipp in der Neuen Zürcher Zeitung vom 27. September 2008, abgerufen am 15. Januar 2011.
↑Angelika Overath: Das Buch gehört dem König! Vom Erinnern und Schreiben – Wie ein Roman entsteht und der Autor einen seiner Katzentode stirbt.Reportage über die Entstehung des Romans. In: Neue Zürcher Zeitung vom 9. Mai 2009, abgerufen am 14. Dezember 2010.