
Angela „Angie“ Nixon (* 27. Februar 1984 in Jacksonville, Florida) ist eine US-amerikanische Politikerin der Demokratischen Partei. Sie ist Mitglied der Democratic Socialists of America und der Working Families Party und vertritt ihren Wahlbezirk im Repräsentantenhaus von Florida. Im Jahr 2026 kandidierte sie für einen der beiden Sitze ihres Bundesstaates im Senat der Vereinigten Staaten.
Angie Nixon wuchs mit einem jüngeren Bruder im Stadtteil Moncrief im Norden von Jacksonville, Florida, auf. Um die beiden Kinder zu ernähren, musste ihre alleinerziehende Mutter zwei Jobs annehmen. Nach der Highschool studierte sie an der University of Florida in Gainesville und machte dort 2007 ihren Abschluss in Politikwissenschaft.
Nach dem Studienabschluss stellte sich Nixon 2008 erfolglos zur Wahl um einen Sitz im City Council von Jacksonville. In der Folge arbeitete sie für die Abgeordnete Mia Jones, die den 14. Wahlbezirk im Duval County bis 2016 im Repräsentantenhaus von Florida vertrat.
Im August 2020 setzte sich Nixon im Rahmen der Wahl zum Repräsentantenhaus gegen die Amtsinhaberin, ihre demokratische Parteikollegin Kimberly Daniels, durch, und vertrat danach den 14. Wahlbezirk. Im April 2022 machte sie mit einem Sit-in zur Verhinderung einer Abstimmung über die Neuzeichnung der Kongresswahlbezirke in Florida auf sich aufmerksam. Im selben Jahr wurde sie selbst aufgrund einer alle zehn Jahre stattfindenden Neuaufteilung dem 13. Wahlbezirk zugeteilt, den sie seither vertritt. Dort setzte sie sich bei den folgenden Wahlen gegen eine unabhängige Kandidatin und schließlich gegen die demokratische Amtsinhaberin Tracie Davis durch. Im November 2023 brachte Nixon im Repräsentantenhaus von Florida einen Antrag ein, der zur Befreiung der während des Terrorangriffs der Hamas auf Israel genommenen Geiseln sowie zu einer Waffenruhe im Gazakrieg aufrief. Auf ihre Frage, wie viele tote Palästinenser genug seien, antwortete die republikanische Abgeordnete Michelle Salzman „all of them“. Schließlich wies das Repräsentantenhaus die Resolution mit einer klaren Mehrheit von 104 zu 2 Stimmen ab.

Weil sie während einer Debatte zur Neugliederung der Kongresswahlbezirke im Repräsentantenhaus lautstark durch ein Megaphon sprach, erteilte der Ausschuss für Geschäftsordnung und Ethik Nixon im Mai 2026 einen Verweis – den ersten in Florida seit mehr als 20 Jahren. Nachdem Gouverneur Ron DeSantis die veränderten Wahlkreisgrenzen abgesegnet hatte, organisierte sie in dessen Büro ein Sit-in und verlangte, ihn zu sprechen, woraufhin die 42-Jährige festgenommen wurde. Die Demokratische Partei verurteilte die Inhaftierung als Verstoß gegen den ersten US-Verfassungszusatz. Nach ihrer Freilassung musste Nixon eine Geldbuße zahlen sowie gemeinnützige Arbeit leisten.
Am 22. Januar 2026 gab Nixon ihre Kandidatur um die demokratische Nominierung für einen der beiden Senatssitze ihres Heimatstaates bekannt. Im Lauf des Wahlkampfs schloss sie sich den Democratic Socialists of America und der Working Families Party an. Ihre zentralen Wahlversprechen beinhalteten eine allgemeine Krankenversicherung, höhere Steuern für Superreiche und einen Mindestlohn von 25 US-Dollar pro Stunde. Im Zuge der Vorwahlen der Demokratischen Partei setzte sie sich mit gut 56 Prozent der Stimmen überraschend deutlich gegen den moderaten Alex Vindman durch. Am 3. November 2026 trat sie im Zuge der Senatswahlen gegen die Republikanerin Ashley Moody an, die von Gouverneur DeSantis als Nachfolgerin für den als Außenminister in die Trump-Regierung berufenen Marco Rubio bestimmt worden war. Wenige Tage vor der Wahl wurde ihr Instagram-Wahlkampfkonto von Meta vorübergehend gesperrt. Im entscheidenden Wahlgang unterlag sie Moody trotz mangelnder Unterstützung des demokratischen Establishments unerwartet knapp.
In den nationalen Medien wurde Nixon neben weiteren Senatskandidatinnen wie Marquita Bradshaw, Catherine Fleming Bruce und Juliana Stratton sowie der Gouverneursanwärterin Keisha Lance Bottoms als schwarzer Frau besondere Aufmerksamkeit zuteil.
Neben ihrer politischen Laufbahn betätigt sich Angie Nixon als Unternehmerin und Autorin. Gemeinsam mit ihrer damals siebenjährigen Tochter Natalie McGriff schrieb sie im Jahr 2015 das Comic-Kinderbuch The Adventures of Moxie McGriff. Das Buch über ein Mädchen, das sich mithilfe seiner Afro-Puffs in eine Superheldin verwandelt, gewann den Preis im Rahmen eines lokalen Crowdfunding-Festivals und konnte dadurch veröffentlicht und verbreitet werden. 2019 eröffnete sie an der Seite ihrer Tochter ein Geschäft für Smoothies, Eiscreme und Sandwiches an der Jacksonville-Eastside, 2024 eine Buchhandlung mit Coffeeshop an der Northside, die sich entgegen der Regierungslinie DeSantis vor allem der afroamerikanischen Kultur widmet. Sie ist außerdem Mitbegründerin eines Freiluftmarktes, auf dem Kleinunternehmer gesunde Lebensmittel anbieten können.
Darüber hinaus leitet Nixon eine Kampagne der Florida Public Service Union (FPSU) für den Hochschulbereich und war zuvor als Koordinatorin für Florida bei der Service Employees International Union (SEIU) tätig, der die FPSU angehört. Seit 2022 ist sie Geschäftsführerin von Florida for All, einem Zusammenschluss von sechs Organisationen, darunter die SEIU, die sich für die Stärkung von Wählerrechten und das Wahlrecht im Allgemeinen einsetzt.
Angie Nixon hat zwei Kinder aus einer vergangenen Beziehung. Ihre erste Tochter kam 2008 kurz vor ihrer Bewerbung für den Stadtrat von Jacksonville zur Welt. Im Juni 2021 heiratete sie Jarrett Morene, der drei Kinder aus einer früheren Ehe in die Beziehung mitbrachte.
Im Juni 2026 schloss sich Angie Nixon den Democratic Socialists of America um den Senator Bernie Sanders und die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez an, deren Forderungen einer qualitätsvollen Gesundheitsversorgung, leistbaren Wohnraums und vollständig staatsfinanzierter öffentlicher Schulen sie teilt. Hinsichtlich der Gesundheitsversorgung unterstützt Nixon langfristig die Einführung von Medicare for All sowie kurzfristig die Wiedereinführung von im Affordable Care Act festgelegten Subventionen privater Krankenversicherungen für Personen und Familien im unteren und mittleren Einkommensbereich.
Wirtschaftspolitisch setzt sich Nixon für eine deutliche Erhöhung des staatlichen Mindestlohns ein. Sie kritisierte Präsident Trumps 2025 verabschiedete „Big Beautiful Bill“, insbesondere deren negative Auswirkungen auf Medicaid, den Wohnungsmarkt, Krankenhausprogramme sowie die darin enthaltenen Steuersenkungen für Wohlhabende. Im September 2026 befürwortete sie ein Moratorium für den Neubau von Rechenzentren, solange keine Regularien zum Schutz der Gemeinden und der Umwelt geschaffen seien.
Nixon unterstützt sowohl den Grenzschutz als auch „klare und mitfühlende Wege zur Staatsbürgerschaft“. Ihre Senatskampagne fordert die Abschaffung der umstrittenen ICE-Behörde („Abolish ICE“) und eine komplette Neugestaltung der Einwanderungskontrolle. In einem Interview im August 2026 erklärte sie, dass sie die Kürzung der Polizeimittel („Defund the Police“) nicht unterstütze, sich jedoch für eine „umfassende Reform der Strafjustiz“ starkmache, um sicherzustellen, dass einige der Ursachen, die Menschen in die Kriminalität treiben, bekämpft würden. Sie sagte, sie würde gewinnorientierte Gefängnisse verbieten, da es sich dabei um eine ausbeuterische Branche handle.
Außenpolitisch lehnt Nixon den Irankrieg ab. Sie kritisiert nicht nur die hohen Kosten, sondern auch die Gefahr für US-Soldaten und die iranische Zivilbevölkerung. Des Weiteren spricht sie sich für ein Ende der Militärhilfe an Israel in Höhe von 3,3 Milliarden US-Dollar aus und begründet das mit Israels Verstößen gegen das Völkerrecht und die Menschenrechte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Nixon, Angie |
| ALTERNATIVNAMEN | Nixon, Angela |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Politikerin |
| GEBURTSDATUM | 27. Februar 1984 |
| GEBURTSORT | Jacksonville, Florida |