Anhalonin

Strukturformel
Strukturformel von Anhalonin
Allgemeines
Name Anhalonin
Andere Namen
  • (9S)-4-Methoxy-9-methyl-6,7,8,9-tetrahydro[1,3]dioxolo[4,5-h]isochinolin (IUPAC)
  • (−)-Anhalonin
Summenformel C13H17NO3
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 519-04-0
EG-Nummer 208-260-9
ECHA-InfoCard 100.007.511
PubChem 520752
ChemSpider 12283273
Wikidata Q104251820
Eigenschaften
Molare Masse 235,28 g·mol−1
Schmelzpunkt

85 °C

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Anhalonin ist ein Alkaloid aus der Gruppe der Kaktus-Alkaloide und der Tetrahydroisochinolinalkaloide.

Vorkommen

Lophophora williamsii

Anhalonin kommt in allen Lophophora-Arten in geringer Menge vor, beispielsweise in Lophophora williamsii.

Biosynthese

Wie bei anderen Kaktusalkaloiden in der Gattung Lophophora auch, geht die Biosynthese von Tyrosin aus. Dieses wird durch die Tyrosin-Decarboxylase decarboxyliert. Die nächsten Schritte sind die Einführung einer Hydroxylgruppe in Position 3 und die Methylierung derselben, Einführung einer dritten Hydroxylgruppe in Position 5 und die Methylierung der Hydroxylgruppe in Position 4. Durch Cyclisierung entsteht schließlich Anhalonidin. Aus diesem entsteht dann durch Bildung eines Acetals das Anhalonin.

Biosynthese von Anhalonin ausgehend von Tyrosin

Eigenschaften

In einem Versuch verursachte die Einnahme kleinerer Mengen Schläfrigkeit.

Verwendung

Anhalonin kann neben Mescalin und Lophophorin als Marker dienen, um aus Lophophora williamsii hergestellte Drogen zu identifizieren.

Einzelnachweise

  1. ↑ E. Kauder: Ueber Alkaloide aus Anhalonium Lewinii. In: Archiv der Pharmazie. Band 237, Nr. 3, 1899, S. 190–198, doi:10.1002/ardp.18992370306.
  2. ↑ Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. 1 2 3 Camilla B. Chan, Christian B. M. Poulie, Simon S. Wismann, Jens Soelberg, Jesper L. Kristensen: The Alkaloids from Lophophora diffusa and Other “False Peyotes”. In: Journal of Natural Products. Band 84, Nr. 8, 27. August 2021, S. 2398–2407, doi:10.1021/acs.jnatprod.1c00381.
  4. ↑ P. W. L. Lum, P. Lebish: Identification of Peyote via Major Non-Phenolic Peyote Alkaloids. In: Journal of the Forensic Science Society. Band 14, Nr. 1, Januar 1974, S. 63–69, doi:10.1016/S0015-7368(74)70854-4.