Anita Traninger

Anita Traninger (* 1969 in Amstetten) ist eine österreichische Literaturwissenschaftlerin mit Schwerpunkten in den romanischen Literaturen und der Rhetorik. Sie ist seit 2015 Professorin am Institut für Romanische Philologie der Freien Universität Berlin.

Leben

Anita Traninger wurde 1999 an der Universität Wien promoviert. In Unterstützung ihres Promotionsvorhabens erhielt sie ein DOC-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie ein Dr. Günter-Findel-Stipendium der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Die Dissertation, die 2001 unter dem Titel Mühelose Wissenschaft. Rhetorik und Lullismus in den deutschsprachigen Ländern der Frühen Neuzeit publiziert wurde, wurde mit dem Figdor-Preis für Sprach- und Literaturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2003 ausgezeichnet.

Noch vor Abschluss der Dissertation übernahm sie 1998 die Leitung der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit in der Österreichischen Kammer der Wirtschaftstreuhänder (heute: Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer). 2000 wechselte sie als Projektkoordinatorin an das Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM), wo sie 2001 zur Geschäftsführerin (Managing Director) aufstieg.

2004 trat sie eine Stelle als Wissenschaftliche Assistentin (C1) an der Freien Universität Berlin am Arbeitsbereich von Klaus W. Hempfer an, des damaligen Ersten Vizepräsidenten. Unter der Leitung von Hempfer beteiligte sie sich am Exzellenzcluster TOPOI und dem Sonderforschungsbereich 447 „Kulturen des Performativen“.

Ab 2009 baute Traninger den Sonderforschungsbereich 980 „Episteme in Bewegung: Wissenstransfer von der Alten Welt bis in die Frühe Neuzeit“ als wissenschaftliche Koordinatorin mit auf. 2011 wurde sie vom Präsidium der Freien Universität als Einstein Junior Fellow nominiert. Als Ergebnis eines internationalen Auswahlverfahrens war sie von 2012 bis 2015 Fellow der Einstein-Stiftung Berlin.

2015 wurde sie auf eine W2-Professur auf Zeit für Romanische Philologie mit den Schwerpunkten Galloromanistik und Hispanistik an die Freie Universität berufen, 2018 erfolgte der Ruf auf eine Lebenszeitprofessur mit der gleichen Denomination und dem Schwerpunkt Rhetorik. Seit 2021 ist sie Universitätsprofessorin (W3) für Romanische Philologie/Literaturwissenschaft an der Freien Universität.

An der Freien Universität hat Anita Traninger eine Reihe von Funktionen inne. Sie ist Stellvertretende Sprecherin des Dahlem Humanities Center sowie Mitglied des Vorstands des Margherita von Brentano-Zentrums für Geschlechterforschung und des Ada Lovelace Center for Digital Humanities. 2017 wurde sie mit dem Zentralen Lehrpreis der Universität ausgezeichnet.

Im Sonderforschungsbereich 980 „Episteme in Bewegung“ (2012–2023) war sie Mitglied des Vorstands und leitete ein Teilprojekt zur Frage als epistemischer Gattung in den französischen gelehrten Sozietäten des 17. und 18. Jahrhunderts. In der DFG-Forschungsgruppe „Diskursivierungen von Neuem“ leitete sie ein Teilprojekt zum Prosaroman des spanischen Siglo de Oro mit Fokus auf Lope de Vega. Im September 2018 wurde der von ihr gemeinsam mit dem Anglisten Andrew James Johnston konzipierte und vorbereitete Exzellenzcluster 2020 „Temporal Communities: Doing Literature in a Global Perspective“ in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder als einziges literaturwissenschaftliches Projekt zur Förderung ausgewählt. Als Co-Sprecherin hat sie den Exzellenzcluster bis 2023 geleitet.

Seit 2024 leitet Anita Traninger das echo – Center for the Study of Rhetoric between Old and New Media an der FU Berlin, welches aus den Mitteln des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises aufgebaut wurde. Es gründet auf Traningers Forschungen zur Rhetorik, die sie als historisch variables Ensemble mediengebundener Praktiken begreift.

Auszeichnungen (Auswahl)

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. ↑ DOC Geförderte Personen. Abgerufen am 27. Februar 2019.
  2. ↑ PREISTRÄGER UND PREISTRÄGERINNEN DER ÖAW. 16. Juli 2012, archiviert vom Original am 16. Juli 2012; abgerufen am 23. März 2024.
  3. ↑ Anita Traninger. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  4. ↑ Margherita von Brentano-Zentrum. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  5. ↑ Ada Lovelace Center for Digital Humanities. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  6. ↑ Lehrpreis der Freien Universität wird erstmals für zwei Projekte vergeben. 23. Januar 2018, abgerufen am 27. Februar 2019.
  7. ↑ A07. 22. Januar 2014, abgerufen am 27. Februar 2019.
  8. ↑ TP 07. 29. Juni 2016, abgerufen am 27. Februar 2019.
  9. ↑ DFG - Laufende Exzellenzcluster (ExStra). Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. Januar 2020; abgerufen am 27. Februar 2019 (deutsch).
  10. ↑ Exzellenzcluster Temporal Communities. Abgerufen am 6. Dezember 2024 (englisch).
  11. ↑ Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträgerin 2023. Abgerufen am 6. Dezember 2024.
  12. ↑ Friedrich Hirth-Lecture 2024. Abgerufen am 12. Juni 2024.
  13. ↑ Friedrich Hirth-Lecture 2024 uni-mainz.de
  14. ↑ Romanistin Anita Traninger (FU Berlin) erhält den Berliner Wissenschaftspreis 2025 – Nachwuchspreis geht an Wissenschaftshistorikerin Caterina Schürch (TU Berlin). In: berlin.de. 4. Mai 2026, abgerufen am 4. Mai 2026.
Personendaten
NAME Traninger, Anita
KURZBESCHREIBUNG österreichische Literaturwissenschaftlerin mit Schwerpunkten in den romanischen Literaturen und der Rhetorik
GEBURTSDATUM 1969
GEBURTSORT Amstetten