Anjali Roy

Anjali Roy (bengalisch অঞ্জলি রায়; * April 1930 in Rajshahi, Britisch-Indien; † 22. Januar 2017 in Kolkata, Westbengalen, Indien) war eine indische Botanikerin und Hochschullehrerin. Sie war eine bedeutende Mykologin und Professorin an der Visva-Bharati University in Westbengalen. Sie ist für ihre Arbeiten zur Klassifikation und Erforschung holzzerstörender Pilze bekannt. Die Pilzgattung Royporus ist nach ihr benannt.

Leben und Werk

Royoporus spatulatus. (2023)

Roy wurde in Rajshahi im heutigen Bangladesch geboren, das damals noch zu dem ungeteilten Indien gehörte. Sie legte 1945 an der Rajshahi Girls School ihren Schulabschluss ab und studierte dann am Presidency College in Kalkutta, wo sie einen Honours-Abschluss in Botanik erhielt. Während des Übergangs von einer Kolonie zu einem unabhängigen Staat setzte sie ihr Studium fort und schloss 1952 ihr Masterstudium am Ballygunge Science College ab. An der Universität Kalkutta promovierte sie bei S.N. Banerjee. Als Postdoktorandin forschte sie in Kanada bei der Mykologin Mildred K. Nobles, wo sie sich mit der Gattung Coriolellus beschäftigte. Sie erforschte holzzerstörende Porlinge und untersuchte deren Morphologie, Anatomie, die Art der Fäulnis, die sie hervorriefen, das Wachstum in Kultur, deren Sexualität und analysierte deren chemische Reaktionen in verschiedenen Tests. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Arati Das, Wissenschaftlerin am Bose Institute in Kalkutta, untersuchte sie biochemische Aspekte.

Sie war als medizinische Mykologin am Fachbereich für Medizinische Mykologie der School of Tropical Medicine in Kalkutta tätig und wurde 1974 zur Dozentin an der Universität Burdwan in Westbengalen ernannt. 1979 wechselte sie an die Visva-Bharati-Universität in Santiniketan, wo sie bis zu ihrer Pensionierung 1995 tätig war. Sie betreute zehn Doktoranden, die von ihrer internationalen Erfahrung und ihrer Arbeit in einigen der renommiertesten Labore ihrer Zeit profitierten, darunter die Royal Botanic Gardens Kew und die Akademie der Wissenschaften in Tartu.

Gemeinsam mit ihrer Schwester Arati Das verfasste sie ein Lehrbuch für Studierende und veröffentlichte mehr als 150 Forschungsarbeiten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Die 1996 gemeinsam mit ihrem Studenten A. B. De verfasste Monografie Polyporaceae of India stellt einen bedeutenden Beitrag zu diesem Fachgebiet dar. Roy war Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Fachzeitschrift Journal of Mycopathological Research, der offiziellen Zeitschrift der Indian Mycological Society.

Roy initiierte und finanzierte mit eigenen Mitteln die Indian Aphyllofungal Database (IAD), eine Datenbank für aphyllophorales Pilze aus Indien, die 2012 auf www.fungifromindia.com online ging.

Die Pilzgattung Royoporus aus der Familie der Porlinge (Polyporaceae) wurde 1996 von dem Mykologen Asit Baran De beschrieben und zu Ehren von Anjali Roy benannt. Die Gattung ist monotypisch und wird durch die einzige Art Royoporus spatulatus repräsentiert.

Die übliche Autorenabkürzung A.Roy wird verwendet, um diese Person als Autor anzugeben, wenn ein botanischer Name zitiert wird.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ David L. Hawksworth, Keith A. Seifert, Beatrice Senn-Irlet, Anthony J. Whalley, Jens C. Frisvad, Alexander Kovalenko, Yuri Novozhilov, Mark Levitin, Alina Alexandrova, Mikhail Zhurbenko, Asit Baran De, Kiran Ramchandra Ranadive, Gerard Verkley, Amy Rossman, Alexey Chernyshev, Steven Stephenson: Awards and Personalia. In: IMA Fungus. Band 8, Nr. 1, 1. Juni 2017, ISSN 2210-6359, S. A16–A24, doi:10.1007/BF03449430 (doi.org).
  2. ↑ http://www.fungiindia.co.in/images/kavaka/48/Obituary.pdf
  3. ↑ David L. Hawksworth, Keith A. Seifert, Beatrice Senn-Irlet, Anthony J. Whalley, Jens C. Frisvad, Alexander Kovalenko, Yuri Novozhilov, Mark Levitin, Alina Alexandrova, Mikhail Zhurbenko, Asit Baran De, Kiran Ramchandra Ranadive, Gerard Verkley, Amy Rossman, Alexey Chernyshev, Steven Stephenson: Awards and Personalia. In: IMA Fungus. Band 8, Nr. 1, 1. Juni 2017, ISSN 2210-6359, S. A16–A24, doi:10.1007/BF03449430 (doi.org).
  4. ↑ https://www.fungiindia.co.in/images/kavaka/48/Obituary.pdf
  5. ↑ Fungi From India. Abgerufen am 2. November 2026.
  6. ↑ David L. Hawksworth, Keith A. Seifert, Beatrice Senn-Irlet, Anthony J. Whalley, Jens C. Frisvad, Alexander Kovalenko, Yuri Novozhilov, Mark Levitin, Alina Alexandrova, Mikhail Zhurbenko, Asit Baran De, Kiran Ramchandra Ranadive, Gerard Verkley, Amy Rossman, Alexey Chernyshev, Steven Stephenson: Awards and Personalia. In: IMA Fungus. Band 8, Nr. 1, 1. Juni 2017, ISSN 2210-6359, S. A16–A24, doi:10.1007/BF03449430 (doi.org).
  7. ↑ Species Fungorum - Search species. Abgerufen am 2. November 2026 (englisch).
  8. ↑ http://www.cybertruffle.org.uk/cyberliber/59575/0060/0143.htm
  9. ↑ Roy, Anjali | International Plant Names Index. Abgerufen am 2. November 2026.
  10. ↑ https://imskolkata.org/article1/012-04-97.pdf