Anna Hedwig Benna

Anna Hedwig Benna (* 7. November 1921 in Würnitz; † 28. November 2015) war eine österreichische Archivarin und Historikerin.

Archivarin Anna Hedwig Benda beim Studieren einer Urkunde in ihrem Büro im Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv

Leben

Anna Hedwig Benna begann nach Ablegung der Matura 1939 ein Lehramtsstudium der Geschichte, Deutsch, Englisch und Philosophie an der Universität Wien. Im Jahr 1942 promovierte sie mit der Arbeit „Die Polizeihofstelle. Ein Beitrag zur Geschichte der österreichischen Zentralverwaltung“ zur Doktorin der Philosophie. Im gleichen Jahr wurde sie als außerordentliches Mitglied in das Institut für Österreichische Geschichtsforschung aufgenommen. Im Dezember 1943 absolvierte Benna die Lehramtsprüfung für Geschichte, Deutsch und Englisch mit gutem Erfolg. Den Lehrgang des Instituts schloss sie im Juni 1946 durch die mit „Sehr Gut“ absolvierte Staatsprüfung ab. Das Thema ihrer Hausarbeit bei Alfons Lhotsky war „Das Fronbuch von 1370“. Neben dem Studium am Institut für österreichische Geschichtsforschung arbeitete sie bereits seit Februar 1943 als Hilfskraft der Savigny-Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Hans Planitz und finanziert über ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Ausgabe des Schwabenspiegels. Über dieser Edition lag allerdings ein schlechter Stern, Planitz und Benna hatten im Jahr 1952 ein druckfertiges Manuskript erstellt, mit dem Erscheinen der Edition im Laufes des Jahres 1954 wurde allgemein gerechnet, das Erscheinen war bereits angekündigt. Allerdings sollte es nicht dazu kommen, die Ausgabe wurde eingestampft. Das Scheitern dieser Edition stellt einen großen Einschnitt in der wissenschaftlichen Vita Bennas dar, die über Jahre viel Zeit und Engagement in diese Edition investiert hatte.

Das nach der Befreiung Österreichs 1945 neugegründete Österreichische Staatsarchiv bot, nachdem der Großteil seines Beamtenkörpers aufgrund seiner Mitgliedschaft in der NSDAP entlassen wurde, zahlreichen jungen Historikern gute Berufschancen. So bewarb sich auch die politisch unbelastete Benna im Jahr 1947 um eine Stelle. Mit 1. Februar 1948 trat sie in den Dienst des Österreichischen Staatsarchivs und wurde der Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv zugeteilt. Von Seiten des Archivs wurden ihre Arbeiten an der Edition des Schwabenspiegels dahingehend unterstützt, dass es ihr erlaubt war am Nachmittag immer vier Stunden für die Edition zu arbeiten. Am 9. September 1949 erfolgte ihre Definitivstellung. Im Archiv betreute sie die Bestände „Staatskanzlei“, „Politisches Archiv“ und die „Handschriftensammlung“. Verdienste erwarb sie sich bei der Neuordnung des infolge der Auslagerungen während des Zweiten Weltkriegs völlig in Unordnung geratenen Bestandes „Informationsbuerau“, den sie in langwieriger Kleinarbeit so weit wie möglich wiederherstellte. Mit 1. Januar 1955 wurde Benna zum Staatsarchivar 1. Klasse ernannt, am 1. Juli 1965 erfolgte die Ernennung zum Oberstaatsarchivar. Benna wurde am 1. August 1978 zur Direktorin des Haus-, Hof- und Staatsarchivs bestellt. Am 1. Januar 1979 erfolgte die Ernennung zum Hofrat. Sie trat mit 31. Dezember 1986 in den Ruhestand. Wissenschaftlich publizierte Benna nach dem Scheitern der Schwabenspiegeledition vor allem in den Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs, verlor aber nie ihr Interesse an rechtshistorischen Themen, wie ihre Beiträge zum Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte beweisen.

Auszeichnungen

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Benna, Anna Hedwig in GEPRIS Historisch | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Abgerufen am 15. April 2026.
Personendaten
NAME Benna, Anna Hedwig
KURZBESCHREIBUNG österreichische Archivarin und Historikerin
GEBURTSDATUM 7. November 1921
GEBURTSORT Würnitz
STERBEDATUM 28. November 2015