Anna Jameson

Anna Jameson etwa 1835
Anna Jameson 1844
Selbstbildnis für Sibylle Mertens, 1834

Anna Jameson, vollständiger Geburtsname Anna Brownell Murphy, (* 19. Mai 1794 in Dublin; † 17. März 1860 in London) war eine englische Schriftstellerin und insgesamt mehr als 15 Jahre ihres Lebens als Gouvernante tätig.

Leben und Wirken

Anna Jameson (spr. dschehms'n) empfing durch ihren Vater, den Miniaturmaler Murphy, früh schon künstlerische Anregung und wurde als Schriftstellerin zuerst durch ihr auf einer italienischen Reise geschriebenes Tagebuch Diary of an ennuyée (1826, 3. Aufl. 1838) bekannt. Sie war eine langjährige Freundin der Sibylle Mertens-Schaaffhausen und der Ottilie von Goethe (1796–1872), der Schwiegertochter Goethes, die sie während ihrer Reisen an den Rhein, nach Weimar und Italien oft besuchte. Zusammen mit Sibylle Mertens stand sie Ottilie von Goethe bei der Geburt ihrer unehelichen Tochter Anna Sibylla (1835) bei.

1827 vermählte sie sich mit dem Advokaten Robert Jameson, lebte aber ab 1838 mit einer Pension von 300 £ formell getrennt von ihm. Sie besuchte auf weiteren Reisen Deutschland, Frankreich und Nordamerika.

In ihren Reisebüchern (Visits and sketches at home and abroad, 1834; Winter studies and summer rambles in Canada, 1838) schilderte sie Ottilie von Goethe und ihren Weimarer Salon und schrieb über ihre Lektüre während des Winters in Kanada, u. a. Eckermanns Gespräche mit Goethe. Sie übersetzte dafür auch Aufsätze Ottilie von Goethes, die darin anonym erschienen. Die Freundin trug ferner bei zu A commonplace book of thoughts, memories, and fancies und möglicherweise auch zu den Kunstbüchern, die während ihrer gemeinsamen Italienreisen entstanden.

Als ihre bedeutendsten Beiträge gelten die zu kunstgeschichtlichen Themen. Sie vertrat jedoch immer auch dezidiert feministische Themen. Ihre Kommentatorin Clara Thomas notierte zu der kanadischen Reisegeschichte:

„The “woman question” was one of the preoccupations of all her writing and […] this facet of Winter Studies and Summer Rambles drew more critical comment than did any other aspect of the work.
Of the reviews, she reports to a friend : “Mrs. Procter writes to me that the book is universally relished and says ‘a fig for reviewers’. The men, she says, are much alarmed by certain speculations about women; and, she adds, well they may be, for when the horse and ass begin to think and argue, adieu to riding and driving.”“

Schriften (Auswahl)

Ferner die der Kunstgeschichte und Kunstkritik angehörenden Werke:

Zudem übersetzte und bearbeitete sie von Prinzessin Amalie von Sachsen verfasste Schauspiele:

Briefeditionen

Literatur

Commons: Anna Brownell Jameson – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Steidele, Geschichte einer Liebe 2010, S. 114‒121 und S. 164f.
  2. ↑ Gerardine Macpherson: Memoirs of the life of Anna Jameson usw., S.133.
  3. ↑ Christa Zeller Thomas: “‘I Shall Take to Translating’: Transformation, Translation and Transgression in Anna Jameson’s Winter Studies and Summer Rambles in Canada”. In: Nineteenth-Century Literature Criticism. Band 282 (englisch, gale.com [abgerufen am 17. Februar 2025]).
  4. ↑ Waltraud Maierhofer: ‘Der Todtenkopf soll mir zu Ehren wegbleiben’: Ottilie Goethes Zuarbeiten für Anna Jameson. In: Publications of the English Goethe Society. Band 93, Nr. 3, September 2024, ISSN 0959-3683, S. 210–228, doi:10.1080/09593683.2024.2401328 (tandfonline.com [abgerufen am 17. Februar 2025]).
  5. ↑ Sehr bekannt war z. B. ihr Aufsatz Condition of the women and the female children (1843), der als “Womanʼs mission,” and womanʼs position in ihren Memoirs and essays 1846 nachgedruckt ist. (Inhaltsverzeichnis)
  6. ↑ Winter studies and summer rambles in Canada, 1965, Introduction, S. xiii; angelehnt an Macpherson, Memoirs of the life of Anna Jameson, S. 150.
  7. ↑ Es gab auch eine (eng gedruckte) zweibändige Ausgabe (3. Aufl. 1839): Vol. I, 1834; Vol. II, 1839.