
Anna Józefa Korwin-Piotrowska (* 1. November 1969) ist eine polnische Juristin. Im März 2026 wählte der Sejm sie zur Richterin an den Verfassungsgerichtshof, als dessen De-facto-Präsidentin sie seit dem 30. Oktober 2026 während einer Verfassungskrise amtiert.
Korwin-Piotrowska studierte Rechtswissenschaften an der Universität Breslau. Ab 1999 war sie Richterin am Kreisgericht Kędzierzyn-Koźle und stand diesem ab 2003 als Präsidentin vor. 2012 wurde sie Vizepräsidentin des Bezirksgerichts Opole. Justizminister Zbigniew Ziobro berief sie im Dezember 2017 im Zuge der PiS-Justizreformen vorzeitig ab. Ihre dagegen eingelegte Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte endete nach einer einseitigen Erklärung der polnischen Regierung im Januar 2025 mit einer Einigung. 2024 übernahm sie den Vorsitz der Richtervereinigung Themis. Im Oktober 2024 wurde sie zudem zur Präsidentin des Bezirksgerichts Opole ernannt.
Am 13. März 2026 wählte die Sejm-Mehrheit der Regierung Tusk Korwin-Piotrowska zur Verfassungsrichterin. Da Staatspräsident Karol Nawrocki sich weigerte, ihren Amtseid abzunehmen, leistete sie diesen am 9. April 2026 im Sejm in Anwesenheit eines Notars. Am 30. Oktober 2026 erklärte Korwin-Piotrowska den amtierenden Gerichtspräsidenten Bogdan Święczkowski sowie dessen Stellvertreter Bartłomiej Sochański für suspendiert und übernahm unter Verweis auf ihr Dienstalter als Richterin die Leitung des Gerichts. Sie begründete dies mit einer Blockade der rechtmäßigen Zusammensetzung des Gerichts durch Święczkowski. Święczkowski und Oppositionspolitiker wiesen die Suspendierung zurück und bezeichneten ihr Vorgehen als verfassungswidrigen Staatsstreich.
| Personendaten | |
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| NAME | Korwin-Piotrowska, Anna |
| ALTERNATIVNAMEN | Korwin-Piotrowska, Anna Józefa (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | polnische Juristin und Richterin |
| GEBURTSDATUM | 1. November 1969 |