Anna Mettbach

Anna Mettbach (* Januar 1926 in Ulfa (Nidda); † 23. November 2015 in Gießen, geborene Anna Kreuz) war eine deutsche Sintezza- und Holocaust-Überlebende. Als Zeitzeugin verfasste sie Erinnerungen, die im Jahr 1999 veröffentlicht wurden. Für ihr Engagement erhielt sie mehrere Auszeichnungen. Sie arbeitete eng mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg zusammen.

Leben und Wirken

Mit 16 Jahren wurde sie nach Auschwitz-Birkenau deportiert, „wo sie die Massenvernichtung in den Gaskammern aus nächster Nähe miterlebte“. Da sie von der SS als „arbeitsfähig“ eingestuft wurde, kam sie Anfang August 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück und schließlich in ein Lager in Wolkenburg (Sachsen), wo sie als Zwangsarbeiterin bei Siemens arbeiten musste. Auf einem Todesmarsch nach Dachau wurde sie von amerikanischen Truppen befreit. Sie heiratete Ignatz Mettbach aus Gießen, der das KZ Buchenwald überlebt hatte.

Im Jahr 1999 erschienen ihre Erinnerungen Wer wird der nächste sein? an die erlittenen Verfolgungen. Sie trat oft vor Schulklassen und auf Veranstaltungen als Zeitzeugin auf. Ihre Botschaft lautete: „Solange ich Atem habe, werde ich meine Stimme erheben für die, die keine Stimme mehr haben, die man im Gas erstickt hat, darunter auch meine Geschwister, meine Familie und meine Freunde.“ Außerdem nahm sie auch an zahlreichen Veranstaltungen des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma teil und sprach etwa am 25. März 2003 bei der Einweihung des Denkmals für Sinti und Roma in Leipzig. Sie arbeitete an der Konzipierung einer Wanderausstellung über die Verfolgung der Sinti und Roma in Hessen mit. Aufgrund ihres Einsatzes wird seit 2012 jedes Jahr mit einer offiziellen Gedenkveranstaltung am 16. März an alle Gießener Sinti erinnert, die 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurden.

Auszeichnungen

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. ↑ so der Nachruf des Dokumentationszentrums deutscher Sinti und Roma, Heidelberg
  2. ↑ Zeitzeugen im Gespräch V: Anna Mettbach. Verband Deutscher Sinti und Roma — Landesverband Hessen, 25. Mai 2021, abgerufen am 22. Januar 2026.
  3. 1 2 Die unvergessene Anna Mettbach. In: Gießener Allgemeine Zeitung. Nr. 18, 22. Januar 2026, S. 23.
  4. ↑ Heidrun Helwig: Späte Anerkennung für mahnende Zeitzeugin. In: giessener-anzeiger.de. 25. November 2015, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2016; abgerufen am 25. Januar 2016.
  5. ↑ Bundespräsident zeichnet Anna Mettbach aus, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, 21. Mai, 2012
  6. ↑ Nachruf Anna Mettbach. In: giessen.de. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Gießen, 27. November 2015, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 22. Januar 2026.
Personendaten
NAME Mettbach, Anna
ALTERNATIVNAMEN Kreuz, Anna (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG deutsche Sintezza und Holocaust-Überlebende
GEBURTSDATUM Januar 1926
GEBURTSORT Ulfa (Nidda)
STERBEDATUM 23. November 2015
STERBEORT Gießen