Anna Wierzbicka geborene Smoleńska (* 10. März 1938 in Warschau) ist eine polnische Linguistin, die seit 1973 in Australien lehrt.
Wierzbicka studierte ab 1954 polnische Philologie an der Universität Warschau und promovierte 1964 an der Akademie der Wissenschaften über polnische Renaissanceliteratur. Es folgten Studienaufenthalte an der Akademie der Wissenschaften in Moskau, dem Massachusetts Institute of Technology und der University of Oxford. 1969 habilitierte sie sich in Warschau über semantische Primitiva.
Nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann, dem Journalisten Piotr Wierzbicki (* 1935), heiratete sie 1970 den australischen Übersetzer John Besemeres, den sie in Oxford kennengelernt hatte. 1972 wanderten sie nach Australien aus. Ab 1973 lehrte Wierzbicka an der Australian National University in Canberra, ab 1989 als Professorin.
Seit 1999 ist sie ausländisches Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften. Der Polnischen Akademie der Gelehrsamkeit in Krakau gehört sie ebenfalls als auswärtiges Mitglied an.
Wierzbicka ist hauptsächlich mit ihren Arbeiten zur Semantik bekannt geworden. Dabei orientiert sie sich an Sprachphilosophen wie Leibniz (Begriffslehre) und Descartes. In der von ihr entwickelten Natural Semantic Metalanguage postuliert sie rund 60 Basisbegriffe oder Konzepte, die in allen Sprachen der Welt vorkommen sollen. Mit diesen Begriffen ließen sich dann alle weiteren Konzepte erklären. Für deren Ableitung hat sie kleine Skripte entwickelt, die den zu analysierenden Begriff schrittweise in die Basisbegriffe überführen. Sie und ihre Schüler haben für einige Sprachen gezeigt, dass das tatsächlich möglich ist.
| Personendaten | |
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| NAME | Wierzbicka, Anna |
| KURZBESCHREIBUNG | polnische Linguistin |
| GEBURTSDATUM | 10. März 1938 |
| GEBURTSORT | Warschau |