Anne Linsel

Anne Linsel (* 1. August 1942 in Wuppertal) ist eine deutsche Kulturjournalistin, Filmemacherin, Dokumentarfilm-Regisseurin und Publizistin.

Karriere

Linsel studierte Kunst und Kunstgeschichte. Von 1982 bis 1998 schrieb sie regelmäßig für die Wochenzeitung Die Zeit Literaturrezensionen, Kulturreportagen und Porträts. Sie moderierte von 1984 bis 1989 das ZDF-Kulturmagazin Aspekte, danach die Sonntagsgespräche im ZDF. Von 1989 bis zur Einstellung der Sendung 2004 war sie Gastgeberin der ZDF-Reihe Zeugen des Jahrhunderts. Seit 1998 schreibt Linsel für die Süddeutsche Zeitung Theaterkritiken, Artikel zu kulturpolitischen Themen und Porträts. Außerdem moderierte und konzeptionierte sie für den TV-Sender Arte Themenabende u. a. über Joseph Beuys, Pina Bausch, Max Ernst, Kunst und Politik (mit Klaus Staeck). Sie arbeitete für die Hörfunksender WDR, NDR und den Deutschlandfunk.

Seit 1985 macht Linsel Dokumentarfilme zu kulturellen und politischen Themen für den WDR, Arte und 3sat. Ihr Film Tanzträume – Jugendliche tanzen Kontakthof von Pina Bausch wurde 2010 bei der Berlinale in der Kategorie in der Kategorie Berlinale special uraufgeführt und später auf verschiedenen internationalen Filmfestivals und im Kino gezeigt. Zu sehen sind in diesem Film Schülerinnen und Schüler aus Wuppertal, die eine Tanzaufführung einstudieren, und die letzten Aufnahmen der 2009 verstorbenen Tänzerin und Choreographin Pina Bausch.

Sie ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), Gründungsmitglied der Kulturpolitischen Gesellschaft und Mitglied in diversen Literaturjurys.

Auszeichnungen

In den Jahren 1990, 1994 und 1997 waren Dokumentarfilme von Linsel für den Adolf-Grimme-Preis nominiert. Im Jahr 2007 wurde sie in Wuppertal mit dem Enno-und-Christa-Springmannpreis ausgezeichnet. 2012 erhielt sie den bedeutendsten Wuppertaler Kulturpreis, den von der Heydt-Kulturpreis, der alle zwei Jahre verliehen wird und mit 12.500 Euro dotiert ist. Sie war nach einer Idee von Richard Reich Initiatorin des Projektes „Schulhausroman“, bei dem Schriftsteller in Schulen gehen und mit den Jugendlichen eine Geschichte schreiben. Dieses Projekt wurde 2009 mit dem Preis „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet, der unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht.

Bibliographie

Filmographie (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ https://wupperfrauen.de/category/schauspiel-regie
  2. ↑ Karl Otto Mühl: Ein Neger zum Tee. P. Hammer, Wuppertal 1995, ISBN 978-3-87294-638-6 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  3. ↑ Homepage von Anne Linsel, abgerufen am 29. September 2014.
  4. ↑ Martina Thöne: Anne Linsel zeigt ihren Tanzfilm auf der Berlinale. Westdeutsche Zeitung, 22. Januar 2010, abgerufen am 13. Juni 2023.
  5. ↑ Eintrag in der International Movie Database, abgerufen am 29. September 2014.
  6. ↑ Von der Heydt-Preis für Anne Linsel. Westdeutsche Zeitung, 21. August 2012, archiviert vom Original; abgerufen am 29. September 2014.
Personendaten
NAME Linsel, Anne
KURZBESCHREIBUNG deutsche Kulturjournalistin, Filmemacherin, Dokumentarfilm-Regisseurin und Publizistin
GEBURTSDATUM 1. August 1942
GEBURTSORT Wuppertal