Annette Gerok-Reiter (* 1961 in Marburg) ist eine deutsche Germanistin und Professorin für Deutsche Literatur des Mittelalters im europäischen Kontext an der Eberhard Karls Universität Tübingen.
Gerok-Reiter ist eine Tochter des Mediziners Wolfgang Gerok. Sie studierte Germanistik und Philosophie in Tübingen und Basel. 1992 wurde sie mit einer Arbeit zu Rilkes Sonetten an Orpheus in Tübingen promoviert. Anschließend war sie Postgraduiertenstipendiatin des Graduiertenkollegs „Ars und Scientia im Mittelalter und in der frühen Neuzeit“ (Tübingen) sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin in Tübingen und Mainz, wo sie sich 2004 mit einer Studie zur mittelhochdeutschen Epik (Individualität. Studien zu einem umstrittenen Phänomen mittelhochdeutscher Epik, Tübingen, Basel 2006) habilitierte. 2008 nahm sie einen Ruf auf eine Professur für Ältere Deutsche Literatur und Sprache an der FU Berlin an. Seit 2010 ist sie Professorin für Deutsche Literatur des Mittelalters im europäischen Kontext (W 3) an der Universität Tübingen. Einen Ruf an die Georg-August-Universität Göttingen lehnte Gerok-Reiter 2015 ab.
Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Ästhetik, historischen Poetologie und Semantik, der Anthropologie und Emotionsforschung sowie der ästhetischen Inszenierung von Wissensordnungen. Minnesang, der höfische Roman sowie der frühneuzeitliche Prosaroman bilden weitere Kernthemen ihrer Forschung.
Gerok-Reiter ist Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs 1662 „Religiöses Wissen im vormodernen Europa (800–1800)“ sowie des Promotionsverbundes „Die andere Ästhetik“. Sie ist seit 2013 ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Seit 2020 ist sie Sprecherin des Sonderforschungsbereichs 1391 „Andere Ästhetik“.
| Personendaten | |
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| NAME | Gerok-Reiter, Annette |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Germanistin und Hochschullehrerin |
| GEBURTSDATUM | 1961 |
| GEBURTSORT | Marburg |