Annette Merkenthaler

Annette Merkenthaler (* 1944 in Bayrischzell) ist eine deutsche Künstlerin, sie lebt und arbeitet in Freiburg im Breisgau.

Leben

"Refugium" von Annette Merkenthaler im Forstliches Arboretum Liliental, Ihringen am Kaiserstuhl (Foto von 2013)

Nach einer Keramiklehre von 1964 bis 1966 begann Annette Merkenthaler 1966/67 ihr Studium an der École des Arts Décoratifs in Genf, Schweiz. Von 1968 bis 1970 arbeitete sie in Keramikwerkstätten in Genf und Mexiko. 1978–1983 hatte sie einen Lehrauftrag der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Seit 1978 zeigt sie Ausstellungen mit Skulpturen aus Keramik und Beton, seit 1987 realisiert sie Kunst im öffentlichen Raum und raumgreifende, meist temporäre Installationen in der Landschaft. 1994, nach einem Stipendium in den USA, kam das Medium Fotografie hinzu, zuerst als Mittel zur Dokumentation der Installationen, später als eigenständige, fotografische Arbeit. Künstlerresidenzen und Aufenthaltsstipendien führten sie nach Frankreich, Estland, USA, Kanada und Mexiko.

Annette Merkenthaler engagierte sich im 1975 gegründeten BBK-Künstlerwerkstatt im Haus an der Mehlwaage. 1995–1998 war sie Mitglied in der Kunstkommission (Kunst am Bau) der Oberfinanzdirektion Südbaden, 1998 wurde sie in den Künstlerbund Baden-Württemberg aufgenommen. Sie ist langjähriges, aktives Mitglied im Kunstverein Freiburg und war 2021–2024 im Aufsichtsrat des E-Werk Freiburg. 2022 wurde sie mit dem Reinhold-Schneider-Ehrenpreis für ihr bisheriges Lebenswerk von der Stadt Freiburg ausgezeichnet. Seit 2023 ist sie im Beirat für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Freiburg. 2025 wurde ihr von dem Freundeskreis des Künstlerbundes Baden-Württemberg der Erich-Heckel-Preis für ihr Lebenswerk verliehen.

Werk

Annette Merkenthalers Praxis vereint Fotografie, Installation, und Objekte aus Keramik und Beton. Ausgangspunkt und Grundthemen ihrer Arbeiten sind die Zeit und in weitem Sinn die Landschaft.

Im Zusammenspiel der unterschiedlichen Medien schuf sie in den letzten Jahrzehnten ein facettenreiches Werk, das von Offenheit und Experimentierlust, wie auch von künstlerischer Stringenz gekennzeichnet ist. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Natur und Kultur, Wildwuchs und Gestaltung, Illusion und Realität – vermeintliche Gegensätze, deren Polarität in ihrer Arbeit zugleich in Frage gestellt werden.

Der experimenteller Umgang mit Keramik wird durch Fotografie und raumgreifende Installationen erweitert und fortgesetzt. Bevorzugte Orte ihrer Projekte sind der öffentliche Raum in der Stadt und in der Natur-Landschaft. Ein wiederkehrendes Motiv ist der Garten als eine Kulturlandschaft, in der Gemachtes und Gewachsenes aufeinandertreffen und ineinander übergehen. Sie ist Beobachterin von Zeit in den natürlichen Vorgängen wie Tagesabläufen und Jahreszeiten, vom Einfluss des Wetters oder vom Wachstum und Verfall der Vegetation vor Ort in ihren Installationen.

Installationen in der Landschaft (Auswahl)

Ausstellungen (Auswahl)

Literatur

Ankäufe in öffentlichen Sammlungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Annette Hoffmann: Der Kunstraum Alexander Bürkle widmet der Freiburger Künstlerin Annette Merkenthaler eine Einzelschau. 31. Mai 2019, abgerufen am 14. Mai 2025.
  2. ↑ Achim Girnth & artworks art copyright 2021: Annette Merkenthaler. Abgerufen am 14. Mai 2025.
  3. ↑ Archiv | Annette Merkenthaler. Abgerufen am 14. Mai 2025.
  4. ↑ PEAC - Annette Merkenthaler. Abgerufen am 14. Mai 2025 (englisch).
  5. ↑ Reinhold-Schneider-Preis. Abgerufen am 14. Mai 2025.
  6. ↑ Archiv | Annette Merkenthaler. Abgerufen am 14. Mai 2025.
  7. ↑ Annette Merkenthaler. Abgerufen am 14. Mai 2025.
  8. ↑ Reinhold-Schneider-Preis. Abgerufen am 14. Mai 2025.
  9. ↑ Reinhold-Schneider-Preis. Abgerufen am 14. Mai 2025.
  10. ↑ Beirat KaB & KiöR. Abgerufen am 14. Mai 2025.
  11. ↑ Badische Zeitung: Vom Machen und Platzmachen: Die Künstlerin Annette Merkenthaler erhält den Erich-Heckel-Preis. 24. September 2025, abgerufen am 2. Oktober 2025.
  12. ↑ Künstlerbund BaWü: Annette Merkenthaler - Heckel-Preis /// Martin Pöll - Förderpreis 27.09. - 31.10.2025. In: Künstlerbund BaWü. 3. September 2025, abgerufen am 2. Oktober 2025.
  13. ↑ Galerie G | Artist. Abgerufen am 14. Mai 2025.
  14. ↑ Annette Merkenthaler Till Ten Bar. Kunstverein Freiburg, abgerufen am 14. Mai 2025.
  15. ↑ Badische Zeitung: Entgrenzung der Wahrnehmung. 4. Juli 2023, abgerufen am 14. Mai 2025.
  16. ↑ Annette Merkenthaler – und sehen wie das Gras wächst. Abgerufen am 14. Mai 2025.
  17. ↑ Galerie G | Artist. Abgerufen am 14. Mai 2025.
  18. ↑ Badische Zeitung: "DAS GÄRTCHEN". 8. Juni 2013, abgerufen am 14. Mai 2025.
  19. ↑ Badische Zeitung: Ist Annette Merkenthalers Gärtchen wirklich Kunst? 6. November 2013, abgerufen am 14. Mai 2025.