Anni Sauer

Anni Sauer (* 16. Juni 1906 in Zellerfeld; † 2. Oktober 1989 in Berlin) war eine deutsche Tanzpädagogin.

Leben

Sauer wuchs in einer jüdischen Familie auf und ließ sich von 1927 bis 1930 an Rudolf von Labans (1879–1958) Choreographischem Institut in Berlin ausbilden. 1931 eröffnete sie in Düsseldorf ihr eigenes Gymnastik- und Tanzstudio und leitete eigene Gesellschaftstanzkurse für Erwachsene und Kinder. Im gleichen Jahr folgte sie ihrem Bruder Fritz Sauer (1904–1938) in die KPD. 1933 emigrierte sie nach Frankreich, 1935 in die Sowjetunion. Während der stalinschen Säuberungen wurde Fritz hingerichtet, Anni wegen angeblicher Spionage für Deutschland zu Lagerhaft verurteilt. Erst 1955 kam sie frei. 1957 siedelte sie in die DDR über. Aus einer von ihr ehrenamtlich geleiteten Kindergymnastikgruppe entstand 1964 das Berliner Kinder- und Jugendensemble „Musik und Bewegung“, das seit 1988 den Namen „Sadako“ (nach Sadako Sasaki) trägt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Henning Fischer: Tanz und Bewegung für proletarische Kinder - Die Tanzpädagogin Jenny Gertz, In: René Senenko (Hrsg.): „Mit revolutionären Grüßen“. Postkarten der Hamburger Arbeiterbewegung 1919–1945 für eine Welt ohne Ausbeutung, Faschismus und Krieg. VSA-Verlag, Hamburg 2022, S. 192–194
  2. ↑ Fritz Sauer im Handbuch der Deutschen Kommunisten
Personendaten
NAME Sauer, Anni
KURZBESCHREIBUNG deutsche Tanzpädagogin
GEBURTSDATUM 16. Juni 1906
GEBURTSORT Zellerfeld
STERBEDATUM 2. Oktober 1989
STERBEORT Berlin