Generell bezeichnet man als Anolyt denjenigen Teil des Elektrolyten, der in direktem Einfluss der Anode bei einer Elektrolyse steht. Analog ist der Katholyt definiert.
Technisch wird der Begriff insofern weitergefasst, als der gesamte Elektrolyt im Anodenraum eines durch eine Membran getrennten (Durchfluss-)Elektrolysereaktors als Anolyt bezeichnet wird.
Bei einer Natriumchlorid-Elektrolyse würden z. B.
Es kommt hierbei aufgrund des stark negativen Abscheidungspotentials von Natrium nicht zu einer Abscheidung des Metalls.
Das Chlor reagiert mit Wasser teilweise zu Hypochloriger Säure. Eine solche elektrolytisch entstandene Lösung von Chlor und Hypochloriger Säure kann unter dem Namen Anolyt in weiteren Prozessen eingesetzt werden, z. B. als Oxidationsmittel.
Die in diesem Beispiel-Prozess an der Kathode entstandene Natronlauge stellt den Katholyt dar und kann ebenfalls weiterverwendet werden.
Bei der isoelektrischen Fokussierung oder der Gelelektrophorese wird die Lösung, die den Kontakt zwischen der Anode und dem Separationsmedium herstellt, als Anolyt bezeichnet.
Anolyte-Lösungen werden in der Praxis zur Desinfektion genutzt. Bei der Elektrolyse aus Kochsalz und Wasser in Elektrolysezellen mit keramischer Membran werden zwei verschiedene aktivierte Lösungen durch eine chemische Reaktion erzeugt: