Antivitamine

Antivitamine bzw. Vitamin-Antagonisten sind die Gegenspieler von Vitaminwirkungen. Ein übermäßiger Konsum von Antivitaminen kann zu Vitaminmangelsymptomen führen. Diese Gefahr besteht in der Praxis jedoch nur bei massiver Fehlernährung oder extrem einseitiger Ernährung. Die meisten der unten aufgeführten Beispiele dienen zur künstlichen Erzeugung von Vitaminmangelzuständen in der Vitaminforschung. Der Wirkungsmechanismus von Vitaminantagonisten ist unterschiedlich.

Hemmung der Vitaminsynthese

Beispiele:

Hemmung der Vitaminaufnahme im Darm

Beispiele:

Kompetitive Hemmung der Vitaminwirkung im Vitaminstoffwechsel

Beispiele:

Hemmung von Koenzymen im Vitaminstoffwechsel

Beispiel:

Abbau von Vitaminen

Beispiel: Thiaminasen (im schwarzen Tee, in Farnen, im Schellfisch) spalten Vitamin B1 auf in Thiazol- und Pyrimidin-Derivate.

Zahlreiche Lebensmittel, Medikamente und Umweltschadstoffe stellen Antivitamine dar – oft jedoch erst ab einer bestimmten Dosis. Die folgende Tabelle ist unvollständig und stellt daher nur eine grobe Orientierungshilfe dar.

VitaminVitamin-AntagonistenBeispielhafte Lebensmittel
Vitamin B1 Kaffee, Bohnen, Shrimps, Alkohol, Tee, Betelnüsse und Heidelbeeren
Vitamin B6 Hydrazin, Linatin, Alkohol
Biotin Avidin, Niacin Eiklar, Mais, Hirse
Vitamin K Dicumarol, Vitamin A, Vitamin E

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Karl Paul Link: The Discovery of Dicumarol and Its Sequels. In: Circulation. Band 19, Nr. 1, Januar 1959, ISSN 0009-7322, S. 97–107, doi:10.1161/01.CIR.19.1.97.
  2. ↑ Mark Arnold Stathmann, Charles Ferdinand Huebner, Karl Paul Link: STUDIES ON THE HEMORRHAGIC SWEET CLOVER DISEASE V. IDENTIFICATION AND SYNTHESIS OF THE HEMORRHAGIC AGENT *. (PDF) Abgerufen am 7. Oktober 2020.
  3. ↑ Hans Konrad Biesalski: Vitamine, Spurenelemente und Minerale: Indikation, Diagnostik, Therapie. 2. Auflage. Georg Thieme Verlag, 2019, ISBN 978-3-13-242738-9, S. 108, doi:10.1055/b-0039-168614.
  4. 1 2 Andreas Hahn: Vitamine. In: Reinhard Matissek, Werner Baltes (Hrsg.): Lebensmittelchemie. 8. Auflage. Springer, 2016, ISBN 978-3-662-47111-1, S. 40, doi:10.1007/978-3-662-47112-8_3.