
Anton Reiter (* 5. Jänner 1954 in Lienz) ist ein österreichischer Multimedia-Didaktiker und Autor.
Nach der Matura und noch während seines Präsenzdienstes als Gebirgsjäger sowie Funker beim österreichischen Bundesheer studierte Reiter seit 1974 an der Universität Wien Germanistik, Geschichte, Philosophie, Psychologie und Pädagogik für das Lehramt an höheren Schulen. Er befasste sich mit der Informationstheorie, die ihn zur praktischen EDV hinführte. Nach der Sponsion zum Mag. phil. im Jahre 1979 unterrichtete Reiter an mehreren Gymnasien in Wien als Vertragslehrer. Betreut von Johann Mader promovierte er 1981 an der Universität Wien zum Dr. phil. Rigorosen legte er in den Nebenfächern Psychologie (bei Giselher Guttmann) und Neuere Geschichte (bei Michael Mitterauer) ab.
Im Zuge eines Aus- und Weiterbildungsprojektes für Lehrer an allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und an der Polytechnischen Schule für das ab dem Schuljahr 1985/86 neu einzurichtende Unterrichtsfach Informatik wurde er im Frühjahr 1984 in das damalige Bundesministerium für Unterricht und Kunst (BMUK) berufen, um das curriculare Konzept für die 14-tägigen Seminare bei den Computerfirmen IBM und Philips Data Systems mit einem Team zu erstellen und als Vortragender mitzuwirken. Die unter dem Titel „Computer-Bildung-Gesellschaft“ laufende Ausbildung umfasste neben dem Erwerb von Kenntnissen der Hard- und Software (gearbeitet wurde an IBM-XT-kompatiblen PCs), auch eine Grundeinführung in die Programmierung mit BASIC und sogenannte sozioökonomische Themen wie Datenschutz, Personalinformationssysteme oder Qualifikationsanforderungen im Zeitalter der Mikroelektronik.
Nach der kommissionellen Dienstprüfung für den höheren Verwaltungsdienst in wissenschaftlicher Verwendung im Unterrichtsministerium wurde Reiter Beamter im BMUK (sein Berufstitel „Professor“ wurde zunächst durch den Amtstitel „Oberkommissär“ ersetzt). Er wirkte als Referats- und später Abteilungsleiter in den Zuständigkeitsbereichen EDV/Informatik im österreichischen Bildungswesen, Mediendidaktik, computerunterstütztes Lehren und Lernen sowie internationale Entwicklungen im Bereich Neue Medien. Ab den späten 1980er-Jahren initiierte und betreute Ministerialrat Reiter Evaluationsprojekte zum Einsatz neuer Medien als didaktische Lehr- und Lernbehelfe an Schulen und Universitäten.
In den folgenden Jahrzehnten referierte er bei Fachtagungen im In- und Ausland und bei Bildungsmessen.
Reiter schrieb Fachberichte über Tagungen und Bildungsmessen sowie Rezensionen über Lernmedien in einschlägigen Zeitschriften. Er veröffentlichte auch mediendidaktische Beiträge zum Computereinsatz im Unterricht. Reiter war in den 1990er-Jahren zudem kooptiertes Vorstandsmitglied in der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) sowie Lehrbeauftragter für Multimedia-Didaktik und Medienphilosophie an der Universität Wien und Innsbruck. In diesem Zeitraum wirkte er auch als Vortragender an Volkshochschulen.
Später wurde Reiter im österreichischen Bildungsministerium mit der Aufgabe betraut, den Stellenwert von Computer und neuen Medien in der österreichischen Grundschule zu erheben und Pilotversuche für einen Ausbau zu starten. Ab dem Jahre 1998 wurden zahlreiche innovative Projekte auf der Primarstufe gestartet. Erprobt und evaluiert wurde der Einsatz von Pocket-PCs, interaktiven Whiteboards, Netbooks, iPods und Tablet PCs im Unterricht an ausgewählten österreichischen Grundschulen, vorwiegend in Wien. Daneben wurden sozio-kulturelle Medienprojekte unter seiner Leitung und Mitarbeit initiiert. Im Projekt „Multi Media Kultur“ wurden neue Medien gezielt eingesetzt, um mit aktiver Medienarbeit das Gemeinschaftserlebnis in einer multikulturellen Grundschule mit hohem Migrationsanteil der Kinder zu stärken. Im Projekt „Medien-Kunst-Schule“ ging es um das kreative Potenzial von Kindern bei gemeinsamen kurzen Videofilmproduktionen. Einzelne Projekte wurden bei internationalen Tagungen vorgestellt, so bei der IFIP World Conference on Computers in Education (WCCE) in Bento Goncalves/Brasilien 2009 und bei der Tagung „Informatics in Schools: Situation, Evolution and Perspectives“ (ISSEP) 2011 in Bratislava.
Anlässlich seiner Pensionierung im Jahre 2018 wurde Reiter der Ehrenring des BMBWK verliehen.

Seit 2009 widmet sich Reiter in seiner Freizeit hobbymäßig dem Marathonlauf. Reiter ist Initiator, Mitbegründer und Gestalter des Clublogos des „100 Marathon Club Austria“ für Läufer, die bereits hundert und mehr Marathons absolviert haben oder diese Marke in absehbarer Zeit erreichen werden, sowie für Ultramarathonläufer. Im nationalen Ranking liegt Reiter mit 486 gelaufenen Marathons (ohne Ultramarathons über 50 km) an zweiter Stelle der österreichischen Marathonsammler-Statistik in Bezug auf die Gesamtanzahl der Marathons, mit 107 absolvierten Marathonländern (nach der Zählweise des Country Marathon Club, der die vier Landesteile England, Wales, Schottland und Nordirland des Vereinigten Königreiches als einzelne Staaten wertet) in Führung (Stand 31. Januar 2026). Von 2013 bis 2018 schaffte er in Österreich die meisten Marathons über 42,195 km binnen eines Kalenderjahres (2013/55, 2014/32, 2015/38, 2016/43, 2017/53 und 2018/46). Als laufender Reporter verfasste er im Zeitraum August 2013 bis Oktober 2021 über 140 Marathonberichte mit ca. 8000 Belegfotos für die Laufplattform marathon4you.de und berichtet seither auf dem Portal HDsports. Reiter erlangte als Vielläufer und Marathonsammler mediales Interesse an seiner Person. Er ist seit 2009 Mitglied bei den Marathon Maniacs, der größten US-amerikanischen Läufervereinigung und inzwischen zweifacher Träger des Titanium Levels. Seit Juni 2017 wird Reiter im World Megamarathon Ranking 300+ geführt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Reiter, Anton |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Multimedia-Didaktiker und Autor |
| GEBURTSDATUM | 5. Januar 1954 |
| GEBURTSORT | Lienz |