Antonia Hamilton

Antonia F. Hamilton (* 20. Jahrhundert) ist eine britische Neuropsychologin und Professorin für Social Neuroscience am Institute of Cognitive Neuroscience am University College London (UCL).

Leben

Sie studierte Psychologie an der University of Oxford und promovierte (Ph. D.) 2002 am Institute of Neurology des University College London im Bereich der computergestützten motorischen Neurowissenschaften, und zwar über den Einfluss neuronalen Rauschens auf die optimale Steuerung menschlicher Armbewegungen. Anschließend arbeitete sie hier als Postdoc bei Uta Frith zum Thema Imitation und den neuronalen Systemen des Handlungsverständnisses bei Autismus. Anschließend absolvierte sie 2006 bis 2008 ein zweites Postdoktorat am Neuroscience Center des Dartmouth College in den USA. Danach nahm sie von 2007 bis 2013 eine Dozentur für Psychologie an der University of Nottingham wahr. Seit 2013 ist sie zuerst Associate Professor und dann Professorin am Institute of Cognitive Neuroscience der University College London; sie leitet hier die Arbeitsgruppe Soziale Neurowissenschaften.

Werk

Ihre Forschung konzentriert sich auf die grundlegenden Mechanismen der nonverbalen sozialen Informationsverarbeitung. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Fragen, wie und warum Menschen einander imitieren, wie sich soziale Fähigkeiten bei Menschen mit und ohne Autismus unterscheiden und welche neuronalen Mechanismen den sozialen Interaktionen bei normalen und autistischen Personen zugrunde liegen. Ihre Studien beeinflussen die Forschung in der Sozial- und Entwicklungspsychologie, den Neurowissenschaften, der Robotik und der Philosophie des Geistes.

Sie nutzt für ihre Studien innovative Technologien wie tragbare Hirnscanner für Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS = Functional near-infrared spectroscopy) und tragbare Bewegungssensoren, um soziale Interaktionen in realen Situationen zu erfassen – von Paaren bis hin zu Gruppen, die beispielsweise Poker spielen, Shakespeare auf der Bühne spielen oder im Gespräch lernen. Diese Arbeiten können die grundlegenden Mechanismen interaktiven Verhaltens aufdecken und erklären, warum diese je nach Person und Kontext variieren. Ziel ist es zu erforschen, wie Menschen die alltäglichen Handlungen anderer verstehen und darauf reagieren, welche kognitiven und neuronalen Mechanismen ermöglichen es ihnen, das Ziel einer Handlung zu verstehen, und vorherzusagen, was ihre Reaktion auf die Handlung einer anderen Person bestimmt. Durch die fNIRS-Technik kann die Hirnaktivität beim Gehen, Sprechen und Interagieren in alltäglichen Umgebungen erfasst werden und man kann beispielsweise testen, ob die Synchronität der Gehirne zweier Personen vorhersagt, ob eine Person der anderen erfolgreich neue Informationen vermitteln kann, oder man kann erforschen, wie die Darstellung einer Rolle im Theater das Selbstgefühl der Schauspieler verändert. Um die sozialen Interaktionen bei typischen und autistischen Kindern und Erwachsenen zu untersuchen, setzt sie neben der fMRT-Technik und Hyperscanning Methoden der Blickverfolgung durch Eye-Tracking, Motion Capture, Funktionelle Magnetresonanztomographie und Verhaltensbeobachtungen ein.

2019 hat sie gemeinsam mit dem Flute Theater das Projekt „Deconstructing the Dream“ ins Leben gerufen. Dies war die weltweit erste fNIRS-Hirnbildgebung von Schauspielern auf der Bühne vor Publikum; die Studie ermöglichte es, die Grenzen der mobilen Hirnbildgebungstechnologie unter realen Bedingungen auszuloten. Diese Arbeit wurde durch interaktive Shakespeare-Aufführungen für junge Menschen mit Autismus fortgesetzt. Sie hat auch ein Verfahren zur Entwicklung künstlicher Agenten vorgeschlagen und ein Beispiel im Bereich der Mimikry entwickelt. Die Ergebnisse zeigen, wie die Untersuchung menschlichen Mimikryverhaltens in einen Algorithmus zur Erzeugung realistischen Mimikryverhaltens in virtuellen Agenten umgesetzt werden kann.

Ehrungen/Positionen

Publikationen (Auswahl)

Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge

Einzelnachweise

  1. ↑ Antonia Hamilton auf UCL, abgerufen am 5. Februar 2026.
  2. ↑ Congratulations to Professor Antonia Hamilton!, abgerufen am 6. Februar 202z6.
Personendaten
NAME Hamilton, Antonia
ALTERNATIVNAMEN Hamilton, Antonia F.
KURZBESCHREIBUNG britische Neuropsychologin und Hochschullehrerin
GEBURTSDATUM 20. Jahrhundert