| Strukturformel | |||||||||||||
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| Allgemeines | |||||||||||||
| Name | Antroquinonol | ||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C24H38O4 | ||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||
| Molare Masse | 390,56 g·mol−1 | ||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||
Antroquinonol, auch Antroquinonol A, ist ein aus dem kultivierten Myzel des Pilzes Taiwanofungus camphoratus isolierter Naturstoff. Chemisch handelt es sich um ein substituiertes Cyclohexenon mit einer von einem Sesquiterpen abgeleiteten Seitenkette. Die Verbindung besitzt drei Stereozentren und liegt als (4R,5R,6R)-Isomer vor.
Antroquinonol wurde 2007 aus dem durch Feststofffermentation gewonnenen Myzel von Taiwanofungus camphoratus isoliert, das in der Veröffentlichung noch mit dem Synonym Antrodia camphorata genannt wurde. Die Struktur wurde durch spektroskopische Untersuchungen bestimmt und die Verbindung als Derivat der Ubichinone beschrieben.
Die erste Totalsynthese von (+)-Antroquinonol wurde 2015 veröffentlicht. 2016 wurde eine enantioselektive, für größere Stoffmengen geeignete Synthese in sechs Reaktionsschritten beschrieben.
In der Erstveröffentlichung wurde eine zytotoxische Wirkung auf mehrere menschliche Brust-, Leber- und Prostatakrebszelllinien genannt. In späteren Zellkultur- und Tierstudien wurde Antroquinonol unter anderem in Modellen des Glucose- und Fettstoffwechsels sowie verschiedener Tumorerkrankungen untersucht.
Synthetisches (+)-Antroquinonol erhöhte in Zell- und Mausmodellen der Insulinresistenz die Aktivität der AMP-aktivierten Proteinkinase und die Verlagerung des Glucosetransporters GLUT4 an die Zellmembran. Zugleich hemmte es die Dipeptidylpeptidase 4.
Bei Ratten mit einer energiereichen Ernährung war die Gabe von Antroquinonol mit einer geringeren Fettansammlung in der Leber und im Nebenhodengewebe verbunden. Beschrieben wurden außerdem Veränderungen der AMP-aktivierten Proteinkinase, des sterolregulatorischen Element-bindenden Proteins 1 und der Fettsäuresynthase.
Mehrere frühe Arbeiten berichteten antitumorale Wirkungen in Zellkulturen und Tiermodellen. Eine erneute Untersuchung mit synthetischem Antroquinonol fand 2016 in den verwendeten Zelllinien und Tumormodellen dagegen nur eine geringe Wirkung.
In einer offenen Phase-I-Studie wurde Antroquinonol bei 13 Patienten mit metastasiertem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom untersucht, deren Erkrankung nach mehreren vorausgegangenen Behandlungen fortgeschritten war. Die Patienten erhielten täglich 50 bis 600 Milligramm Antroquinonol. Bei keiner Dosis trat eine dosisbegrenzende Toxizität auf. Als häufigste behandlungsbezogene unerwünschte Ereignisse wurden Durchfall, Erbrechen und Übelkeit angegeben. Bei drei Patienten blieb die Tumorgröße während der Untersuchung stabil.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 2016 wurde Antroquinonol in den Vereinigten Staaten und Taiwan in Phase-II-Studien gegen das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom untersucht. Nach erfolgreichem Abschluss der klinischen Entwicklung sollte es unter dem Handelsnamen Hocena vermarktet werden. Die US-amerikanische Food and Drug Administration hatte Antroquinonol 2015 außerdem den Orphan-Drug-Status für die Behandlung des Pankreaskarzinoms und der akuten myeloischen Leukämie erteilt.
In derselben Arbeit zeigte synthetisches Antroquinonol in mehreren Tumorzelllinien eine drei- bis siebzigfach geringere zytotoxische Wirkung als zuvor für den isolierten Naturstoff angegeben. Bei der für das Bronchialkarzinom untersuchten A549-Zelllinie lag die Wirkung im hohen mikromolaren Bereich. Auch im verwendeten Tiermodell zeigte sich keine überzeugende antitumorale Wirkung. Die Autoren hielten daher sehr hohe Konzentrationen oder einen noch unbekannten aktiven Metaboliten für erforderlich, um eine mögliche klinische Wirkung beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom zu erklären.
Die Europäische Kommission genehmigte 2022 gefriergetrocknetes Myzelpulver von Taiwanofungus camphoratus als Novel Food. Die Genehmigung betrifft den Pilzstamm BCRC 39106 und ein festgelegtes Herstellungsverfahren. Die Spezifikation schreibt für das Pulver einen Antroquinonolgehalt von 1,0 bis 20,0 Milligramm je Gramm vor. Gegenstand der Genehmigung ist das Myzelpulver, nicht isoliertes Antroquinonol.