Die Aortenklappenstenose, meistens verkürzt Aortenstenose genannt, ist eine angeborene oder erworbene Einengung des Ausflusstraktes der linken Herzkammer und gehört zu den häufigsten primären Herzklappenerkrankungen.

Man unterscheidet:
Angina pectoris, Synkope und Dyspnoe sind bei Aortenstenose wichtige Leitsymptome, die vor allem bei Belastung und bei einer Öffnungsfläche der Aortenklappe von unter 0,8 cm² auftreten können. Ein Anstieg der Herzfrequenz führt zu einem Abfall des Schlagvolumens, aber tendenziell zu einer Zunahme des Herzzeitvolumens. Weitere Symptome sind eine blasse Gesichtsfarbe und ein niedriger Blutdruck mit verkleinerter Amplitude (Pulsdruck). Bei der Auskultation des Brustkorbs über dem Herzen ist ein meist lautes (bei der Phonokardiographie auch „spindelförmiges“) systolisches Geräusch, das nach dem häufig abgeschwächten 1. und vor dem meist ebenfalls abgeschwächten 2. Herzton auftritt, bis über der Aortenregion bis zu den Karotiden fortgeleitet wahrzunehmen. Öfter ist auch ein 4. Ton als Extraton zu hören.
| Stadium | Beschreibung | Definition | Prognose | Therapie |
|---|---|---|---|---|
| A | Drohende Stenose | Aortenklappensklerose oder bikuspidale Klappe. Vmax < 2 m/sec | Risiko eines Herzinfarktes oder eines kardiovaskulären Todes innerhalb von fünf Jahren um 50 % erhöht | Primäre Prävention |
| B | Progrediente Stenose | Vmax 2 bis 3,9 m/sec oder Druckgradient 20 bis 39 mmHg | Hämodynamische Verschlechterung | Primäre Prävention und engmaschige Kontrolle |
| C1 | Asymptomatische schwere Stenose bei normaler Funktion des linken Ventrikels | Vmax ≥ 4 m/sec | 50–80 % der Patienten werden innerhalb von drei Jahren symptomatisch | Engmaschige Kontrolle, Klappensersatz diskutieren |
| C2 | Asymptomatische schwere Stenose bei Ejektionsfraktion < 50 % | Vmax ≥ 4 m/sec, Druckgradient ≥ 40 mm Hg | Normalisierung der Ejektionsfraktion nach Klappensersatz | Klappensersatz |
| D1 | Symptomatische, schwere, hochgradige Stenose | Vmax ≥ 4 m/sec, Druckgradient ≥ 40 mm Hg, reduzierte Klappenbeweglichkeit | 50 % nach einem Jahr, 70–80 % nach zwei Jahren ohne Therapie | Klappensersatz |
| D2 | Symptomatische, schwere Stenose mit niedrigem Gradienten und Ejektionsfraktion < 50 % | Aortenklappenfläche ≤ 1 cm², Vmax < 4 m/sec, Ejektionsfraktion < 50 % oder Vmax ≥ 4 m / sec, jede Flussrate | Sterberisiko 80 % innerhalb von zwei Jahren ohne Therapie. 40 % Sterblichkeit mit Klappensersatz | Klappensersatz |
| D3 | Symptomatische, schwere Stenose mit niedrigem Flow, niedrigem Gradienten und normaler Ejektionsfraktion | reduzierte Klappenbeweglichkeit, Aortenklappenfläche ≤ 1 cm², Vmax < 4 m/sec, Ejektionsfraktion ≥ 50 % | Sterberisiko 50–70 % innerhalb von zwei Jahren ohne Klappenersatz | Klappensersatz |
Vmax: höchste Fließgeschwindigkeit durch die Aortenklappe
Ejektionsfraktion: Auswurfleistung des linken Ventrikels
Druckgradien: Druckdifferenz vor und hinter der Aortenklappe
Die erste transaortale Sprengung einer Aortenstenose führte 1950 Charles P. Bailey durch. Zwei Jahre später wurde von ihm erstmals der transventrikuläre Zugang zur instrumentellen Sprengung einer valvulären Aortenstenose angewendet.