
Apopo (Antipersoonsmijnen Ontmijnende Productontwikkeling, deutsch etwa: „Entwicklung von Produkten zur Landminenräumung“) ist eine gemeinnützige belgische NGO, die Methoden für den Einsatz von Spürratten für humanitäre Zwecke erforscht, entwickelt und verbreitet.
Apopo richtet Riesenhamsterratten zu Spürratten (sogenannte HeroRATS) für die Suche nach Landminen und zur Tuberkulose-Schnellerkennung ab. Die gemeinnützige Non-Profit-Organisation forscht diesbezüglich seit 1997. Sie arbeitet weitgehend auf Basis von Spendenmitteln, z. B. durch virtuelle Adoption einer HeroRAT.
Die Methode zur Landminenerkennung wurde von Wissenschaftlern aus Belgien und Tansania mit Unterstützung der Universität Antwerpen entwickelt. Der erste Einsatz der Ratten zur Minenerkennung in Mosambik verlief erfolgreich. Inzwischen wurden die Ratten in weiteren Ländern Subsahara-Afrikas eingesetzt, z. B. Tansania. Im September 2015 wurde Mosambik dann als Minen-frei deklariert.
Nach Angaben von Apopo weist die Minensuche mit Riesenhamsterratten gegenüber Metalldetektoren nach einer dreimonatigen Dressur eine höhere Treffsicherheit auf; gegenüber dem Spürhund habe sie den Vorteil, dass sie schneller lernt, weniger Futter benötigt und mehr Tiere mit weit weniger Aufwand in die abzusuchenden Gebiete zu bringen sind, zudem lösen sie durch ihr geringes Körpergewicht kaum Minen aus.
Im praktischen Einsatz werden diese Vorteile aber oft durch die notwendige Vor- und Nachbereitung (Beseitigung von Vegetation, manuelle Suche am Rand der Planquadrate und zur Qualitätssicherung) und die aufwendige Führung der kleinen Tiere an Leinen aufgewogen; zudem sind die Angaben zur Treffsicherheit kaum belastbar.
Mittlerweile bildet Apopo auch Minen-Spürhunde (genannt HeroDOGS) aus.
Seit 2007 werden die Ratten neben dem Sprengstoff auch auf den Geruch von Tuberkulose (TBC) trainiert und seit Mitte 2008 zur Kontrolldiagnose in TBC-Programmen eingesetzt. Die Ratten sind zwar nicht so perfekt wie etwa ein Pathologe mit einem modernen Mikroskop, jedoch erzielen sie weitaus bessere Resultate, als viele Kliniken im ländlichen Afrika erreichen. Eine TBC-Spürratte kann 40 Proben in nur 7 Minuten überprüfen, eine Arbeit, für die ein ausgebildeter Labortechniker einen ganzen Tag benötigt. Die Erforschung wurde von der Weltbank mit 165.000 Dollar unterstützt.
Seit etwa 2023 wird der außergewöhnliche Geruchssinn der Ratten auch genutzt, um Schmuggelware des umfangreichen, illegalen Wildtierhandels aufzuspüren. Dies sind vor allem Trophäen wie das Elfenbein von Elefanten, das Horn von Nashörnern und die Schuppen von Pangolinen, aber auch afrikanisches Schwarzholz. Die Ratten können diese Zielgerüche auch dann noch identifizieren, wenn die Objekte getarnt sind durch andere Substanzen wie Elektrokabel, Waschmittel oder Kaffeebohnen. Zudem haben die Ratten ein gutes Gedächtnis und können die Zielgerüche selbst dann noch erkennen, wenn sie ihnen bis zu acht Monate nicht mehr ausgesetzt waren.